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Musik in der KriseWie Kochen in der Mikrowelle

Haben Streaming-Konzerte das Kulturleben nun bereichert oder dürfen sie getrost dem Kompost der Geschichte zugeführt werden? Heute findet die letzte Folge der Serie «Stage at Home» statt. Zeit für ein Fazit.

Die heimliche Heldin der Konzertreihe: Die Schweizer Gruppe Namaka erfreute mit kühlem, aber elaboriertem Traumpop.
Die heimliche Heldin der Konzertreihe: Die Schweizer Gruppe Namaka erfreute mit kühlem, aber elaboriertem Traumpop.
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Am Schluss ihres Auftritts wird es fast ein bisschen gespenstisch. Die junge Experimental-Elektronikerin Casanora hat ihren Instrumentenpark zum Verstummen gebracht, sich ihrer In-Ear-Kopfhörer entledigt und eine Wasserflasche behändigt. Da sie sich jedoch entschieden hat, keine Kommunikation mit dem nicht anwesenden Publikum zu führen, weiss niemand so genau, ob es das nun gewesen ist oder ob da noch etwas kommen wird. Und so steht Casanora beklemmende zwei Minuten lang in der Stille und verharrt applauslos, zugabenlos und glamourlos im sich lichtenden Trockennebel. Und während die Kameraregie noch versucht, Details von der Videoleinwand kunstvoll in Szene zu setzen, schreibt jemand den Spruch «Subversiv isch o ke Lösig» in die Kommentarspalte, bis sich endlich die Moderation zu Wort meldet und dem virtuellen Konzert ein definitives Ende bereitet.

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