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Das Gelübde der Trump-SprecherinWerde Sie nicht belügen

Kayleigh McEnany ist die neue Sprecherin des Weissen Hauses. Sie hat ihre berufliche Messlatte gleich bei Arbeitsbeginn sehr hoch angesetzt.

«Darauf haben Sie mein Wort:»  Kayleigh McEnany bei ihrem ersten Auftritt vor den Medien in Washington.
«Darauf haben Sie mein Wort:» Kayleigh McEnany bei ihrem ersten Auftritt vor den Medien in Washington.
(Reuters/Carlos Barria/1. Mai 2020)

Die neue Sprecherin des Weissen Hauses will die seit mehr als einem Jahr ausgesetzten Pressekonferenzen wiederbeleben und verspricht, dabei nicht zu lügen. «Ich werde Sie nie belügen», sagte Kayleigh McEnany am Freitag bei ihrer ersten Pressekonferenz im Briefing-Raum des Weissen Hauses. «Darauf haben Sie mein Wort.»

Sie plane, die Pressekonferenzen nun fortzusetzen. «Es ist meine Aufgabe, Ihnen die Denkweise des Präsidenten (Donald Trump) nahe zu bringen, diese Fakten zu vermitteln, damit der Präsident eine faire und akkurate Berichterstattung erhält und damit die Amerikaner faire und akkurate Informationen erhalten.»

Traditionell stellten sich Sprecher des Weissen Hauses regelmässig den Fragen von Journalisten im Briefing-Raum. McEnanys Vor-Vorgängerin Sarah Sanders beendete diese Praxis allerdings. Sanders' letzte kurze Pressekonferenz im Briefing-Raum des Weissen Hauses fand – nach einer langen Pause – am 11. März 2019 statt, also vor 417 Tagen. Sanders hatte im Juni vergangenen Jahres ihren Rücktritt als Sprecherin erklärt.

Ebenfalls schon einmal in diesem Amt: Sarah Huckabee Sanders.
Ebenfalls schon einmal in diesem Amt: Sarah Huckabee Sanders.
(AP/Keystone/Pablo Martinez Monsivais/18. Juni 2018)

Ihre Nachfolgerin, Stephanie Grisham, war weniger als ein Jahr lang im Amt und hielt in dieser Zeit keine einzige Pressekonferenz im Weissen Haus ab. Sie ist inzwischen wieder auf ihren vorherigen Posten als Sprecherin von First Lady Melania Trump zurückgekehrt.

Zur First Lady zurückgekehrt: Stephanie Grisham.
Zur First Lady zurückgekehrt: Stephanie Grisham.
(Keystone/Al Drago/12. März 2020)

Lob von Trumps Lieblingssender

McEnany übernahm das Amt als Sprecherin des Weissen Hauses im April. Sie war bis dahin Sprecherin des Wahlkampfteams von Trump, der bei der Präsidentschaftswahl im November für eine zweite Amtszeit kandidiert. McEnany sagte, sie habe Zugang zu Trump. «Ich bin fast den ganzen Tag mit dem Präsidenten zusammen.» Lob für McEnanys erstem Auftritt im Briefing-Raum kam unmittelbar danach von Trumps Lieblingssender Fox News: «Ich denke, sie hat sehr gute Arbeit geleistet», sagte die Moderatorin.

Seit Beginn der Corona-Krise hat Trump selbst fast täglich Pressekonferenzen abgehalten. US-Medien berichteten, Berater hätten ihm von diesen Auftritten abgeraten, weil sie seinem Image schadeten. Besonders galt das, nachdem Trump kürzlich die Frage aufgeworfen hatte, ob es hilfreich sein könnte, Menschen im Kampf gegen das Coronavirus Desinfektionsmittel zu spritzen.

Stellungnahme zu Bidens Verteidigung

Die neue Mediensprecherin nahm auch Stellung zu Trumps Rivale Joe Biden. Das Weisse Haus hat es offensichtlich begrüsst, dass der demokratische Präsidentschaftsbewerber öffentlich Stellung zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn genommen hat. «Wir freuen uns, dass der frühere Vizepräsident entschieden hat, sich öffentlich zu äussern», sagte McEnany bei ihrem Start in der Regierungszentrale. Biden habe nicht einmal 16 Stunden gebraucht, um in dieser Frage dem Rat von US-Präsident Donald Trump zu folgen.

SDA