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Folgen von CoronaWenn nicht mehr gespuckt werden darf, hat Cricket ein Problem

Werfer sollen wegen Corona nicht mehr auf den Ball spucken. Experten prophezeien nun langweilige Spiele. Der Internationale Verband schlägt eine andere Körperflüssigkeit vor.

Spucken verboten
Im Cricket soll wegen Corona nicht mehr auf den Ball gespuckt werden. Es wird nach Alternativen gesucht.
Video: AP

Duschen muss man zu Hause. Jubeln darf man nur noch mit dem Ellbogen. Und auch die Bälle muss jeder selbst mitnehmen. Wer zurzeit Sport treiben will, muss viele Kompromisse eingehen. Das ist auch im Cricket so. Der Sport scheint zwar auf den ersten Blick Corona-konform zu sein, kommt er doch mit sehr wenig Körperkontakt aus. Doch das Cricket hat ein grosses, nasses Problem: die Spucke der Werfer.

Anders als im Fussball ist diese im Cricket nämlich nicht so einfach vom Platz zu verbannen. Das Einreiben des Balls mit Spucke beeinflusst sein Flugverhalten. Dennoch würde der internationale Verband (ICC) das Spucken künftig gern untersagen. Eine Regel dafür soll im Juni verabschiedet werden.

Dass dies in Zeiten einer Pandemie eigentlich unvermeidlich ist, sehen alle ein. Trotzdem löst die Regeländerung eine Debatte aus. In Australien wurden gar Experten im Frühstücksfernsehen dazu befragt. Und ihre Quintessenz war für Cricketfans wenig erfreulich: Keine Spucke führt zu mehr Treffern und langweiligen Spielen.

Darum werden nun Lösungen gesucht. Shane Warne, ein ehemaliger australischer Werfer, schlug vor, Bälle mit Gewichten zu versehen, damit eine Seite schwerer ist als die andere. Ein australischer Sportartikelhersteller tüftelt an einem Wachs, welches den gleichen Effekt wie die Spucke haben soll. Und das ICC schlägt eine andere Körperflüssigkeit vor, die nicht verboten ist: Schweiss. Es sei aus medizinischer Sicht sehr unwahrscheinlich, dass das Virus mit Schweiss übertragen werden könne.

abb