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Urtext der BibelWas, wenn die Skandal-Fälschung doch echt ist?

Im Jahr 1883 erregte die Entdeckung eines Bibel-Manuskripts international Aufsehen. Schnell wurde sie aber als Fälschung denunziert und vergessen. Und wenn es doch ein uralter biblischer Quellentext ist?

Diese Illustration aus der Wochenzeitschrift «The Graphic», die 1883 von Shapiras Entdeckung berichtete, zeigt ... 1 ein Fragment des Manuskripts. 2 einen der Pergamentstreifen. 3 eine Ansicht des angeblichen Fundortes, wahrscheinlich das Wadi Mujib im heutigen Jordanien. 4 einige frühe hebräische Schriftproben. 5 ein prähistorisches Steingrab, das im Manuskript erwähnt wird.
Diese Illustration aus der Wochenzeitschrift «The Graphic», die 1883 von Shapiras Entdeckung berichtete, zeigt ... 1 ein Fragment des Manuskripts. 2 einen der Pergamentstreifen. 3 eine Ansicht des angeblichen Fundortes, wahrscheinlich das Wadi Mujib im heutigen Jordanien. 4 einige frühe hebräische Schriftproben. 5 ein prähistorisches Steingrab, das im Manuskript erwähnt wird.
Foto: Artokoloro Quint Lox Limited/Liszt Collection/AKG-Images

Im Jahr 1883 verkündete ein Jerusalemer Antiquitätenhändler namens Moses Wilhelm Shapira eine bemerkenswerte Entdeckung: fünfzehn Manuskriptfragmente, die angeblich in einer Höhle nahe dem Toten Meer gefunden worden waren. Diese Manuskripte, geschwärzt mit einer pechartigen Substanz, welche die althebräische Schrift fast unleserlich machte, seien, behauptete Shapira, das Original des Buches Deuteronomium, des fünften der fünf Bücher Mose im Alten Testament. Möglicherweise handle es sich sogar um Moses eigenes Exemplar.

Die Entdeckung machte weltweit Schlagzeilen, und Shapira bot seinen Schatz dem Britischen Museum für eine Million Pfund an, ein Betrag, der heute rund 150 Millionen Franken entspricht. Während der Experte des Museums die Fragmente begutachtete, wurden zwei von ihnen öffentlich ausgestellt und zogen Scharen von Besuchern an, darunter auch Premierminister William Gladstone.

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