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Diese Promis schauen aus dem GlasWas Jon Bon Jovi im Denner macht

Wer etwas auf sich hält, verkauft jetzt seinen eigenen Rosé. Oder: Diesen Stars kommt man über die Flasche nah.

Eben noch im Denner, jetzt am Pool: Jesse Bongiovi und Jon Bon Jovi mit ihrem Rosé «Diving into Hampton Water».
Eben noch im Denner, jetzt am Pool: Jesse Bongiovi und Jon Bon Jovi mit ihrem Rosé «Diving into Hampton Water».
Foto: PD

«Rosé is for when you want to get a little fancy», sagt einer, dem wir später in dieser Aufstellung noch begegnen werden, «Rosé ist dafür da, ein bisschen auf chic zu machen». Die Aussage war mir leider nicht geläufig, als ich letzthin im Denner zur Flasche mit der schönsten Etikette griff. In ausgeleierten Trainerhosen und einem alten Bandshirt zahlte ich an der Kasse den Rosé und erfreute mich am schönen Bild – Frau in Badeanzug macht Köpfler – und am sophisticated Namen: «Diving into Hampton Water». Also das schiere Gegenteil meiner Aufmachung. Zu Hause auf dem Balkon stellte ich fest: Das ist nicht nur eine besonders hübsche Flasche, sondern sie kommt von meiner Jugendliebe Jon Bon Jovi!

Der Musiker, weltberühmt durch Hits wie «Bad Medicine» oder «Living on a Prayer», ist nicht der Einzige, der Pate für Wein steht: Vor allem im Spätsommer lassen sich Stars und Sternchen gern mit einem Rosé fotografieren. Das herrliche Licht, die Ahnung, dass die unbeschwerte Zeit am Strand bald vorbei sein wird und eine elegante Erscheinung des Weins verleiten dazu. Manche von ihnen gehen weiter – und suchen sich ein geeignetes Weingut, auf dem sie ihren hitzigen Traum für immer bewahren können. Sieben Beispiele:

Jon Bon Jovi

Ganze Kisten von Rosés soll der Bongiovi-Clan jeweils in sein Ferienhaus in den Hamptons (US-Bundesstaat New York) geschleppt haben, bevor es den familieneigenen Wein gegeben hat. Rocker Jon Bon Jovi wollte die Marke «Pink Juice» nennen. Die Languedoc-Legende Gérard Bertrand und der Sohn des Musikers, Jesse Bongiovi, der überhaupt die Idee hatte, einen eigenen Rosé zu machen, sollen dagegen gewesen sein. Jetzt heisst der Tropfen «Diving into Hampton Water» und wird bei Bertrand in Frankreich hergestellt. Und es ist wirklich so: Grenache, Cinsault, Mourvèdre und Syrah wecken eine Sehnsucht nach Pool, nach rosaroten Abenden und einem nie endenden Sommer. Das ist ziemlich das Gegenteil einer «Bad Medicine».

Diving into Hampton Water Rosé 2019, 0,75 l, in versch. Denner-Filialen oder auf vinexus.ch, ca. 23 Fr.

Sarah Jessica Parker

Sex, the City und ein Rosé: Schauspielerin Sarah Jessica Parker hat mitten in der Corona-Pandemie ihren zweiten Wein auf den Markt gebracht. Die Trauben (Grenache, Cinsault und Syrah) stammen von einem Weingut in der Nähe von St-Tropez, natürlich, das tun fast alle Promi-Trauben. Doch Sarah Jessica Parker («SJP», das steht auch auf ihrer Flasche) überlässt die Arbeit nicht einfach erfahrenen Winzern, sondern nimmt das Glas selbst in die Hand. Für den im Mai via Streaming gelaunchten Rosé jedenfalls sass sie schon letzten Dezember mit den Produzenten des neuseeländischen Labels Invivo zusammen und degustierte. Zwischen zwei Drehpausen, so will es die Legende. Auch die Schauspielerkollegen Drew Barrymore und John Malkovich machen ihren eigenen Rosé, Letzterer auf einem französischen Schloss, auf dem der Marquis de Sade gelebt haben soll.

Invivo X Sarah Jessica Parker Sud de France Rosé, 0,75 l, umgerechnet ca. 18 Fr., erhältlich u.a. in den USA.

Sting

Il Palagio heisst das toskanische Gut zwischen Weinhügeln und Olivenhainen, Seen, Getreidefeldern und Wäldern, das Sting und Trudie Styler 1999 erstmals besuchen. Es zerfällt, der Sänger und seine Frau finden das furchtbar und kaufen das Anwesen, wo sie fortan Wein produzieren. Biodynamisch natürlich, unter anderem auch einen Rosé (Sangiovese und andere rote Trauben). Dieser zeichnet sich aus durch eine auffallend blassrosa Farbe, durch Zitrusnoten, Ananas und Pfirsich. Und falls Sie sich jetzt fragen, Sting… da war doch was mit einer Flasche? Ja, ein Rot- sowie ein Weisswein heissen «Message in a bottle». Und ein anderer «Roxanne».

Beppe Rosato IGT 2018, 0,75 l, auf www.sting.wine ca. 16 Fr.

Brangelina

Da schwebten sie noch auf einer rosa Wolke: Brad Pitt und Angelina Jolie 2012.
Da schwebten sie noch auf einer rosa Wolke: Brad Pitt und Angelina Jolie 2012.
Foto: Amy Sancetta (Keystone)

2014 feierten Angelina Jolie und Brad Pitt Hochzeit – auf dem südfranzösischen Weingut Miraval. Ein Jahr zuvor war ihr erster, gleichnamiger Rosé auf dem Markt erschienen (und die 6000 Flaschen in einem halben Tag ausverkauft). Seit da gibt es den «Miraval Côtes de Provence». Nebst «delikaten Aromen heller Früchte, frisch gepflückter Erdbeeren» und so weiter soll die neuste Ausgabe «an nasses Gestein erinnernde Nuancen» enthalten. Für mich ist es einfach: ein netter Rosé. Und wer schaut zu den Trauben?, fragen Sie sich vielleicht, jetzt, da Brangelina geschieden sind. Zwei Weinbauernfamilien. Und die Familie Jolie-Pitt, also mitsamt den Kindern, denn Wein wollen sie immer noch gemeinsam machen. Es gibt gar Pläne für einen Brangelina Rosé-Champagner.

Miraval 2019, Côtes de Provence AOC, Fr. 14.95 z.B. auf manor.ch

John Legend

Sänger John Legend («All of Me») ist schon fast ein alter Hase im Rosé-Business – seit 2015 gibt es diese «legendären» Weine. Der Musiker setzt zuweilen auch seine Frau, Model Chrissy Teigen, als Botschafterin für sein Label LVE ein (die dann oben ohne auf einer Jacht mit Flasche posiert). Den Rosé gibt er mit einem Weinbauern namens Jean-Charles Boisset aus dem Napa Valley, einem kalifornischen Weinbaugebiet, heraus. Die Assemblage aus den französischen Trauben Grenache, Syrah and Cinsault soll sehr blumig sein und recht smooth. Also ein bisschen so wie John Legends Sound.

In der Schweiz bisher nicht erhältlich.

Kylie Minogue

Auch Kylie Minogue hat eine Rosé-Geschichte: Sie sei ihm vor allem während der Aufnahmen zu ihrem 14. Album «Golden» zugetan gewesen sein. Der Côtes de Provence Rosé 2019 ist nun bereits ihr zweiter Wein (der erste war ebenfalls ein Rosé, er kam an ihrem 52. Geburtstag auf den Markt), kommt vom Château des Anglades in der Nähe von St-Tropez und wird in England verkauft. Glaubt man Kritiken, sind Pink Grapefruit, Wassermelone und Zitronenblüte auszumachen. Damit auch niemand vergisst, wem dieser Tropfen zu verdanken ist, prangt auf der Etikette die Unterschrift der Sängerin und Schauspielerin.

Erhältlich bei der britischen Supermarktkette Tesco für ungefähr Fr. 10.70

Post Malone

Schliesslich noch der Herr, der Rosétrinken fancy findet: US-Musiker und -Produzent Post Malone. Auch Rapper Austin Richard Post (so heisst Herr Malone richtig) hat seine Trauben (Grenache, Cinsault, Syrah and Merlot) in Südfrankreich gefunden und dem Tropfen eine persönliche Note versetzt: «Maison No. 9» ist Post Malones Lieblings-Tarotkarte, der Neun der Schwerter, nachempfunden. Sie steht für Eifersucht, Albträume und Ängste. Na dann: Prost.

Nur in den USA erhältlich, die 0,75-l-Flasche kostet umgerechnet ca. 20 Fr.