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AufgetischtWas heisst Dönerbude auf Französisch?

Bei Aminos in Bern stecken Halloumi-Käse und Falafel nicht im Fladen- oder Taschenbrot, sondern in einer Crêpe.

Orientalisch angehaucht sind nicht nur die Kacheln an der Wand, sondern auch die Zutaten in der Crêpe.
Orientalisch angehaucht sind nicht nur die Kacheln an der Wand, sondern auch die Zutaten in der Crêpe.
Foto: zvg

Endlich, sagen nicht nur die Gastronomen, die nach fast sechs Wochen Zwangsschliessung am Montag ihr Lokal wider öffnen dürfen. Endlich, sagen auch wir Testesser. Endlich werden wir wieder aus dem Vollen schöpfen können. Vorbei die Zeiten, da wir uns mühsam durchs Internet kämpfen mussten auf der Suche nach einem Lokal, das trotz Corona Speis und Trank anbietet.

Doch bevor es so weit ist, nimmt der heutige Testesser die Mühe noch einmal auf sich – und wird tatsächlich fündig. Mittags Take-away, verspricht die Website. Vor Ort sind die Türen verschlossen; der daran befestigte Zettel weist darauf hin, dass das Lokal wegen Corona zubleibe. Statt gekocht wird saniert.

Versteckt in der Passage

Glücklicherweise ist der Testesser auf dem Hinweg an einem Schild vorbeigekommen, das verspricht: «Crêpe ganz anders.» Klingt gut. Etwas versteckt in der Schweizerhof-Passage liegt seit einem Jahr die Crêperie Aminos. Das Lokal ist winzig, sodass es nur in der Passage ein paar Sitzgelegenheiten gibt – zumindest ab Montag wieder. Heute ist Take-away angesagt.

So spielt es auch keine Rolle, dass das Lokal eher funktional eingerichtet ist: Eine grosse Kühltruhe voll mit bunten Glacesorten – hausgemacht, wie der angeheftete Zettel verspricht – nimmt den Eingangsbereich in Beschlag. Im hinteren Teil steht die Crêpesstation. Einziges schmückendes Element sind orientalisch angehauchte Kacheln an einer Wand.

Orientalisch angehaucht sind auch mehrere Crêpes. So landen hier nicht nur die üblichen Zutaten wie Schinken und Käse im französischen Pfannkuchen, sondern auch Halloumi, Falafel, Hummus oder das Auberginenpüree Baba Ghanoush – Zutaten, die man sonst eher in der Dönerbude antrifft als in der Crêperie.

Da tropft nichts

Der Testesser bestellt die Halloumi-Crêpe (9.90 Fr.), die nebst Käse mit Hummus, Knoblauchsauce, Salat, Zwiebeln und Tomaten gefüllt ist. Die Crêpe wird gut beladen und gekonnt zu einer dreieckigen Pfannkuchentüte gefaltet. Diese Form ist ungemein praktisch für unterwegs: Da bleibt alles, wo es hingehört; nichts tropft.

Geschmacklich überwiegt die sanfte Knoblauchsauce. Weil der Halloumi-Käse erst in der zweiten Hälfte anzutreffen ist, gibts für den Start nur die Note genügend. Der käsige Abschluss dagegen überzeugt. Da ist auch die Textur herrlich abwechslungsreich: aussen der zarte Pfannkuchen, innen cremige Sauce, knackiger Salat und bissfester Halloumi.

Irritierend ist der leicht süssliche Geruch der Crêpe. Ob er wohl daher kommt, dass unmittelbar zuvor auf der Platte ein süsser Pfannkuchen gebacken wurde?

Eigentlich wäre jetzt eine der ausgefallenen Eissorten ein willkommener Abschluss des Mittagessens – zum Beispiel eine Kugel Maltesers. Aber: Die Crêpe war so üppig, dass wir das ein andermal nachholen.

4 Kommentare
    Ismail Osman

    Aminos war eine spannende und leckere Entdeckung!

    Als wir durch die berner Altstadt liefen, fiel uns eine charmante Gelaterie und Créperie auf.

    Die aussergewöhnlichen Variationen der Crépes ist erstaunlich.

    Wir hatten Crépe mit Schinken und Mozarella sowie Crépe mit Hummus und Halloumi, was beides wirklich super geschmeckt hat.

    Gerne wieder beim nächsten Besuch in Bern.