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Luzern: Wettbewerb in der Mitte

In Luzern dürfte es bei der Vergabe der zehn Nationalratssitze vor allem im bürgerlichen Lager spannend werden, dies wegen neuen Parteien und alten Grabenkämpfen. Gleich fünf Parteien bemühen sich um einen Sitz im Ständerat.

Jung, aber politisch erfahren: Katharina Meile kämpft um einen Ständeratssitz für die Grünen.
Jung, aber politisch erfahren: Katharina Meile kämpft um einen Ständeratssitz für die Grünen.
Keystone

Die CVP und SVP stellen je drei Nationalratsmitglieder, die FDP deren zwei. SP und Grüne halten je ein Mandat. Parteipolitische Verschiebungen gab es vor vier Jahren keine, allerdings konnte die SVP ihren dritten Sitz nur mit einem Restmandat verteidigen. Die Sitzverteilung im bürgerlichen Lager ist auch dieses Jahr umkämpft. Bei den kantonalen Wahlen im Frühling dieses Jahres verloren CVP und FDP Wähleranteile. Ein Grund war die SVP, die die FDP als zweitstärkste Partei hinter der CVP ablöste, ein anderer die GLP, die erstmals antrat und auf Anhieb Fraktionsstärke erreichte. Auch wenn seither Fukushima in den Hintergrund rückte, muss bei den Nationalratswahlen mit der GLP gerechnet werden. Geschickt gingen die Grünliberalen für den Urnengang vom 23. Oktober mit der BDP und EVP eine Listenverbindung ein. BDP und EVP sind im Kanton Luzern zwar kaum präsent, doch könnten sie der GLP das Quäntchen Stimmen für einen Überraschungserfolg bringen.

Kein Zweckbündnis zwischen CVP und FDP

Die CVP kündigte bereits vor Jahresfrist an, sie wolle den 2003 verlorenen vierten Sitz zurückgewinnen. Mit der neuen Konkurrenz in der Mitte ist dieses Ziel nicht näher gerückt. Um ihre Abstützung zu verbreitern, stellte die CVP in letzter Minute eine zweite Liste zusammen, auf der nur Bauern kandidieren. Sie hofft, damit der SVP Wind aus den Segeln zu nehmen. Sonst bleibt die CVP auf sich allein gestellt. Die FDP-Delegierten wiesen ihr Angebot auf eine Listenverbindung zurück. Ein Pakt mit dem historischen Gegner sei ein Zeichen der Schwäche, erklärten die Freisinnigen ungeachtet der bei den kantonalen Wahlen erlittenen Verlusten. Die FDP muss den frei werdenden Sitz des für den Ständerat kandidierenden Georges Theiler verteidigen.

Wie CVP und FDP ging auch die SVP keine parteiübergreifende Listenverbindung ein. Sie wird wohl ihre drei Sitze ins Trockene bringen, dies obwohl ihr kämpferischer Bauernvertreter Josef Kunz nicht mehr antritt und trotz der CVP-Offensive in der Bauernschaft. Die Linksparteien SP und Grüne gingen ihre bewährte Listenverbindung ein. Ihre Sitze sind kaum gefährdet. Der grüne Louis Schelbert tritt erneut an, genauso SP-Frau Prisca Birrer. Die neue Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz war erst 2010 in den Nationalrat nachgerutscht.

Ständerat: Fünf Parteien wollen einen Sitz

Bei den Ständeratswahlen wird es wohl einen zweiten Wahlgang brauchen, denn gleich fünf Parteien wollen einen der beiden Sitze erobern. Mit einer Wiederwahl rechnen kann Ständerat Konrad Graber (CVP). Ständerätin Helen Leumann (FDP) tritt nicht mehr an.

Wahlchancen hat der abtretende Nationalrat Georges Theiler (FDP). Die SVP kämpft mit dem Obstbauer Fredy Zwimpfer (SVP) gegen die städtischen Wirtschaftsvertreter von CVP und FDP. Die SP schickt den Gewerkschafter Giorgio Pardini (SP) und die Grünen die junge, aber politisch erfahrene Katharina Meile ins Rennen.

SDA

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