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Bern: Die Neuen kommen

BDP und Grünliberale könnten bei ihren ersten Nationalratswahlen im Kanton Bern gleich mehrere der 26 Sitze holen. Im Ständerat wird wohl eine Stichwahl die Entscheidung bringen müssen.

Muss gegen 9 Konkurrenten antreten: Werner Luginbühl will seinen Ständeratssitz für die BDP verteidigen.
Muss gegen 9 Konkurrenten antreten: Werner Luginbühl will seinen Ständeratssitz für die BDP verteidigen.
Keystone

Die stärkste Partei im Bernbiet, die SVP, verlor zwar zwei ihrer zehn Sitze während der Legislatur, als sich die BDP abspaltete. Bei den Grossratswahlen im letzten Jahr fand sie aber zu alter Stärke zurück, auch bei kantonalen Abstimmungen verbuchte sie Erfolge. Zumindest die acht bisherigen Mandate trauen ihr Beobachter zu.

Der angestrebte Sitzzuwachs ist hingegen ein sehr ambitiöses Ziel, zumal sich die bernische BDP bereits etabliert hat. «Sie ist auf dem Land gut verankert und verfügt über bekanntes Personal», sagt der Politologe Georg Lutz. Schafft sie einen Wähleranteil wie bei den Grossratswahlen, hat die BDP bald vier statt zwei Nationalräte.

Grünliberale haben Selbstvertrauen getankt

Auch die Grünliberalen haben bei den Kantonswahlen Selbstvertrauen getankt. Der Anteil vom letzten Jahr würde ihnen ein Mandat sichern, sogar ein zweites erscheint möglich. Die Partei versucht auch von der Listenverbindung mit CVP und EVP zu profitieren. Diese beiden Parteien möchten ihrerseits den Besitzstand mit je einem Sitz wahren. Damit blieben sie auf Augenhöhe mit der EDU. Vor allem für die Berner CVP ist der Verbleib im Bundeshaus aber nicht selbstverständlich.

Noch stärker unter Druck ist die FDP. Auch im Kanton Bern hat sie zuletzt eine Wahlniederlage nach der anderen einstecken müssen, in Parlamenten und Exekutiven, auf Kantons- und Gemeindeebene. Mindestens einen seiner vier Nationalratssitze wird der Freisinn wohl abgeben müssen - denjenigen des nicht mehr antretenden Pierre Triponez.

Stabile Blöcke

«Verschiebungen innerhalb der Mitte-Parteien sind zwar möglich, aber insgesamt sind die Blöcke auch im Kanton Bern stabil», fasst Politologe Lutz zusammen. Er geht davon aus, dass sich auch an der Stärke des rot-grünen Lagers nicht viel ändern wird.

SP und Grüne gingen einmal mehr eine Listenverbindung ein, um ihre neun Sitze zumindest zu verteidigen - drei für die Grünen, sechs für die SP. Dafür müssen die Sozialdemokraten das Mandat zurückerobern, das sie während der Legislatur durch den Parteiaustritt von Ricardo Lumengo verloren. Die SP-Spitze träumt sogar von einem siebten Sitz.

Ständerat: Stichwahl wird wohl entscheiden

Wer den Kanton Bern im Ständerat vertritt, wird wohl erst nach einer Stichwahl klar sein. Denn zum ersten Umgang treten gleich zehn Kandidaten an - entsprechend schwer ist das absolute Mehr zu erreichen. Am 20. November dürfte es zum Showdown zwischen den Bisherigen (SVP/BDP) und dem rotgrünen Zweierticket kommen.

SDA

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