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Basel-Landschaft: Fronten weichen sich auf

Bei den Nationalratswahlen in Baselland sorgt eine neue Mitte-Allianz für aufgeweichte Fronten: Gewinnt sie einen Sitz, könnte dies auf Kosten der SP gehen. Der bisherige SP-Ständerat Claude Janiak hat gute Karten für eine Wiederwahl.

Stehen sich im Kampf um den einzigen Ständeratssitz gegenüber: Die beiden Bisherigen Claude Janiak (SP, links) und Caspar Baader (SVP).
Stehen sich im Kampf um den einzigen Ständeratssitz gegenüber: Die beiden Bisherigen Claude Janiak (SP, links) und Caspar Baader (SVP).
Keystone

Von den sieben Baselbieter Nationalratsmandaten halten derzeit SVP und SP je zwei und FDP, CVP sowie Grüne je eines. SVP, FDP und CVP waren früher stets in einer Listenverbindung angetreten. Doch diesmal hat die CVP eine neue Mitte-Allianz mit der EVP und den Neu-Parteien BDP und GLP gebildet.

BDP und GLP hatten im März auf Anhieb den Einzug ins Kantonsparlament geschafft. Zählt man nun die Wählerstärken der vier Allianz-Parteien bei jenen Wahlen zusammen, sind diese insgesamt stärker als die SP: Ein Sitzgewinn einer der vier Parteien auf Kosten der SP wäre so in Reichweite.

Szenario mit Vorbehalt

Das kann auch die Listenverbindung der SP mit den Grünen kaum wettmachen. Allerdings: Gewiss ist das Szenario nicht. Denn dazu müssten die Wähler und Wählerinnen jetzt im Herbst gleich wählen wie im Frühjahr, was sie erfahrungsgemäss nicht immer tun. Im Falle eines SP-Verlustes hätte der Bisherige Eric Nussbaumer den Nachteil, dass er erst seit 2007 in Bern sitzt - SP-Frau Susanne Leutenegger ist weit länger in der nationalen Politik verankert. Andererseits konnte sich Nussbaumer gerade in den letzten Monaten dank Fukushima und Atom-Ausstieg auch national profilieren.

Die SP hat zudem auf die Mobilisierung durch den Wahlkampf ihres Ständerats Claude Janiak gesetzt. Dies tut indes auch die Mitte-Allianz: Die 2010 im Nationalrat nachgerückte CVP-Bisherige Elisabeth Schneider bewirbt sich ebenfalls für den Ständerat und ist entsprechend präsent. Die kleinen Allianz-Partner BDP und GLP können dagegen weder mit sehr bekannten Namen noch mit politischen Leistungen punkten. Helfen könnte ihnen allerdings wie im Frühjahr der Schwung ihrer nationalen Parteien.

Ungewissheiten bei der FDP

Ungewiss ist indes auch das Abschneiden der FDP. Mit einem Wähleranteil ähnlich jenem bei den kantonalen Wahlen könnte sie zwar ihr bisheriges Mandat halten. Ausserdem scheint in der zuvor von internen Querelen geplagten Partei wieder mehr Ruhe eingekehrt zu sein. Allerdings tritt die FDP erstmals seit langem alleine und nach dem Verzicht von Hans-Rudolf Gysin als einzige grosse Partei ohne Bisherigen an. Zudem hatte sie bei den Wahlen im Frühjahr von allen Parteien die prozentual stärksten Verluste hinnehmen müssen.

Gesetzt sein dürften im Weiteren die Bisherigen Caspar Baader und Christian Miesch von der wählerstärksten Partei, der SVP. Auch das Mandat von Grünen-Nationalrätin Maya Graf scheint kaum in Gefahr

Ständerat: Janiak gegen Herausforderer

Im Kampf um den einzigen Ständeratssitz des Kantons stehen sich der SP-Bisherige Claude Janiak sowie Caspar Baader (SVP) und Elisabeth Schneider (CVP) gegenüber. Janiak, seit 2007 im Ständerat, zuvor im Nationalrat sowie dessen Präsident und als Politiker bisher breit verankert, dürfte indes nach wie vor gute Karten haben.

Baader, seit 1998 im Nationalrat und SVP-Bundeshausfraktionschef, ist zwar ebenfalls ein politisches Schwergewicht. Für den SVP-Mann, der zudem bisher kaum im Kanton politisiert hat, ist die Majorzwahl aber eine hohe Hürde. CVP-Nationalrätin Schneider hat derweil ohne SVP nicht alle Bürgerlichen hinter sich. Ein zweiter Wahlgang ist nicht ausgeschlossen.

SDA

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