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Aargau: Grosse zittern, Kleine hoffen

Bei den Nationalratswahlen im Kanton Aargau müssen alle grossen Parteien Verluste fürchten. Im Ständerat könnten nach den Wahlen erstmals zwei Frauen vertreten sein.

Einer wird es schaffen: Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) und Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP) wollen in den Ständerat.
Einer wird es schaffen: Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) und Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP) wollen in den Ständerat.
Keystone

Als wählerstärkste Partei im Aargau hält die SVP seit 2003 sechs Nationalratssitze. Sie hat dieses «Six-Pack» jedoch nicht auf Nummer sicher in der Tasche. Um die Sitze auf Anhieb zu halten, müsste die SVP auf einen Wähleranteil von 37,5 Prozent kommen. Zwei Bisherige treten nicht mehr an, Nationalrat Ulrich Giezendanner kandidiert zugleich für den Ständerat. Offen ist, ob für den abtretenden Ständerat Maximilian Reimann die Rechnung aufgeht: Er will in den Nationalrat, dem er bereits von 1987 bis 1995 angehört hatte. Die SVP schloss mit der EDU eine Listenverbindung ab, die bei einem knappen Ergebnis ausschlaggebend sein dürfte und der SVP den sechsten Sitz ermöglichen könnte.

Alleine steigen die Sozialdemokraten ins Rennen. Die traditionelle Listenverbindung mit den Grünen kam nicht zustande. Die SP muss daher um ihren dritten Sitz bangen. Nationalrätin Pascale Bruderer kandidiert mit guten Wahlchancen auch für den Ständerat. Für Spannung sorgt zudem die Frage, ob SP-Vizepräsident und Ex-Juso-Chef Cédric Wermuth die Wahl schafft.

Liason zwischen BDP und CVP

Alleine an den Start geht auch die FDP, die noch zwei Sitze hält. Die Partei muss damit rechnen, ihr zweites Mandat knapp zu verfehlen. Die Wiederwahl von Philipp Müller dürfte jedoch Formsache sein. Die CVP als Aargauer Wahlsiegerin von 2007 gibt sich überzeugt, ihren dritten Sitz halten zu können. Sie hatte der EVP damals dank einer Listenverbindung mit dem «Forum Liberale Mitte» den einzigen Sitz abgejagt. Das Forum tritt nicht mehr an und so ging die CVP mit der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) eine Listenverbindung ein. Wer von dieser Liason profitiert, ist offen: Gut möglich, dass die BDP auf Kosten der CVP einen Sitz erobert.

Die Grünen dürften mit Nationalrat Geri Müller ihren einzigen Sitz halten. Weil die Grünen, die Grünliberale Partei (GLP) und die EVP eine Listenverbindung abschlossen, sind die Chancen für dieses Lager auf einen Sitzgewinn intakt. Berechtigte Hoffnung auf ein Mandat kann sich die GLP machen, eher hinten anstehen muss die EVP. Der Sitzgewinn könnte auf Kosten von CVP, FDP oder SP gehen.

Ständeratswahlen: Kampf der Aushängeschilder

Neue Aargauer Köpfe werden im Nationalrat künftig auf jeden Fall mitreden. Nationalrätin Bruderer (SP) und Nationalrat Giezendanner (SVP) wollen in den Ständerat - und mindestens einer der Kandidierenden wirds schaffen. Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist (FDP) stellt sich der Wiederwahl. Möglicherweise werden erstmals zwei Frauen den Kanton Aargau im Ständerat vertreten.

Insgesamt treten elf Kandidierende für die beiden Sitze an, darunter Nationalrat Müller (Grüne), Kurt Schmid (CVP) und als «wilder» SVP-Kandidat der abtretende Nationalrat Lieni Füglistaller. Auch die weiteren fünf Kandidaten haben kaum Wahlchancen. So wird allgemein mit einem zweiten Wahlgang gerechnet - und bei der SP und SVP müssen die Personen auf dem jeweils ersten Ersatzplatz für den Nationalrat warten, ob sie tatsächlich nach Bern ziehen können.

SDA

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