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Tessin: Rechtsparteien mit guten Chancen

Bei den Nationalratswahlen im Tessin läuft die FDP Gefahr, ihren dritten Sitz an die Lega dei Ticinesi und die SVP zu verlieren.

Gilt als mögliche Nachfolgerin von Micheline Calmy-Rey: Marina Carobbio, Nationalratskandidatin der Tessiner SP.
Gilt als mögliche Nachfolgerin von Micheline Calmy-Rey: Marina Carobbio, Nationalratskandidatin der Tessiner SP.
Keystone

Durch die neue Allianz haben beide Rechtsparteien gute Chancen, jeweils einen der insgesamt acht Tessiner Nationalrats-Sitze erobern zu können. Für die Tessiner SVP würde das erstmalig den Einzug in das Bundesparlament bedeuten. Die Lega dagegen ist mit Lorenzo Quadri bereits in der grossen Kammer vertreten. Es ist zu erwarten, dass Quadri, der erst im April als Nachfolger des neu gewählten Staatsrats Norman Gobbi nachrutschte, sein Mandat verteidigen wird.

Noch vor vier Jahren gingen beide Parteien als Einzelkämpfer in den Wahlkampf, dieses Jahr sind sie eine Listenverbindung eingegangen. Die Lega dei Ticinesi ist aber im Tessin traditionell stärker verankert als die SVP. Gemäss einer Umfrage der Wochenzeitung «Il Caffè» könnte sich das Blatt aber am 23. Oktober wenden: Die Kandidatenauswahl der SVP mit dem Tessiner Parteipräsidenten Pierre Rusconi an der Spitze scheint die Wähler mehr zu überzeugen als die Liste der weniger prominenten Lega-Politiker.

FDP riskiert Sitzverlust, Status Quo für CVP

Verliert die Tessiner FDP einen Sitz, wiederholt sich für sie das Debakel der Kantonsrats- und Staatsratswahlen vom vergangenen April. Allerdings sollten Fulvio Pelli und Ignazio Cassis ihre Mandate verteidigen können. Fabio Abate, aktuell der Dritte im Bunde, kandidiert für die kleine Kammer. Die Tessiner Christdemokraten, die bisher zwei Vertreter nach Bern entsandten, sollten ihren Status Quo halten können. Meinrado Robbiani und Chiara Simoneschi-Cortesi treten allerdings nicht wieder an.

SP und Grüne gehen getrennt in den Wahlkampf

Im Gegensatz zum Wahljahr 2007 verzichten SP und Grüne auf eine Listenverbindung. Den Tessiner Sozialdemokraten, die sich diesmal mit den Kommunisten zusammengeschlossen haben, könnten dadurch Wählerstimmen verloren gehen. Sie wollen zwei Sitze halten. Andererseits hätte die SP einen Sitz riskiert, wenn sie eine Verbindung mit den «Verdi» eingegangen wäre. Die «Verdi» hatten bei den kantonalen Wahlen stark zugelegt. Dass die Tessiner Grünen den Sprung nach Bern alleine schaffen, ist unwahrscheinlich. Weil SP-Nationalrat Fabio Pedrina nicht wieder kandidiert, wäre für die Sozialdemokraten eine deutliche Bestätigung von Marina Carobbio umso wichtiger. Sie gilt als mögliche Kandidatin für die Nachfolge von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey.

Ständerat: Sechs Tessiner wollen nach Bern

Sechs Kandidaten bewerben sich im Tessin um den Einzug in den Ständerat. Zu den vier Favoriten, die aller Voraussicht nach den zweiten Wahlgang antreten werden, gehören der Bisherige Filippo Lombardi (CVP), Fabio Abate (FDP), Sergio Morisoli (Lega-SVP- Indipendenti) und Alt-Nationalrat Franco Cavalli (SP).

Domenico Zucchetti (»Vicinanza») und Germano Mattei (»MontagnaViva») gelten als Aussenseiter. Der Wiederwahl von Filippo Lombardi sollte nichts im Weg stehen. Auch im Ständerat droht der Tessiner FDP ein Sitzverlust, da Dick Marty nicht mehr antritt. Gemäss Umfrage von «Il Caffè» könnte dem Krebs-Forscher Franco Cavalli (SP) ein Überraschungs-Coup gelingen. Dass Lega und SVP mit ihrem parteilosen Kandidaten Sergio Morisoli - im April noch FDP-Staatsrats-Anwärter - die Wähler überzeugen können, ist unwahrscheinlich.

SDA

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