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Obwalden: Geschlossen gegen die SVP

Der Obwaldner SVP-Nationalrat Christoph von Rotz konnte dem Wahltag lange in Ruhe entgegensehen. Doch nun wackelt sein Stuhl - seit sich alle andern Parteien hinter den Christlichsozialen Karl Vogler gestellt haben.

Hat eine geschlossene Allianz hinter sich: Der Christlichsoziale Karl Vogler wird bei den Nationalratswahlen von FDP, SP und CVP unterstützt.
Hat eine geschlossene Allianz hinter sich: Der Christlichsoziale Karl Vogler wird bei den Nationalratswahlen von FDP, SP und CVP unterstützt.
Keystone

Vor vier Jahren hat die CVP als nach wie vor grösste Obwaldner Partei den Nationalratssitz überraschend an die SVP verloren. Ein wilder, der CVP nahe stehender Kandidat hatte dem offiziellen Kandidaten Stimmen weggenommen und den Sieg des lachenden Dritten von der SVP, Christoph von Rotz, ermöglicht.

Der Schock sass tief bei der CVP, und die jüngsten Ereignisse legen die Vermutung nahe, dass sie sich bis heute nicht davon erholt hat. Zwar gab sie sich kämpferisch und strebte die Rückeroberung des Sitzes an. Doch ging sie dabei so dilettantisch vor, dass sie den Auftakt zum Wahlkampf gründlich verpatzte.

CVP-Mann wirft Handtuch

Ohne Rücksprache mit anderen Parteien nominierte sie den Kantonsrat und Unternehmer Jürg Berlinger. Eine Verlegenheitslösung, die nicht einmal bei der CVP Begeisterung auslöste. Die Ernüchterung bei den potenziellen Verbündeten war gross: FDP, CSP und SP wollten den für sie zu rechts politisierenden Berlinger nicht mittragen. Die SVP frohlockte.

Als Berlinger seine Felle davonschwimmen sah, warf er das Handtuch. Jetzt sprangen FDP, SP und die in Obwalden eigenständigen Christlichsozialen (CSP) in die Bresche und einigten sich auf einen Kandidaten, den 55-jährigen Anwalt und ehemaligen Kantonsrat Karl Vogler (CSP).

Alle gegen die SVP

Die CVP liess sich Zeit, stellte sich dann aber auch hinter Vogler und ermöglichte damit eine geschlossene Allianz gegen die SVP. Der Christlichsoziale gilt als Mann des Zentrums, für den die Interessen des Kantons über der Parteipolitik stehen; die SVP freilich ortet ihn auf der linken Seite.

Es waren somit die andern Parteien, die das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne haben wie die CVP, die der führenden Partei Obwaldens unter die Arme griffen und aus der Patsche halfen. Umso mehr als Vogler, sollte er gewählt werden, sich in Bern der CVP-Fraktion anschliessen möchte. Damit haben die Nationalratswahlen in Obwalden an Spannung gewonnen. Der SVP-Sitz wackelt, und für die hilflos agierende CVP ist ein Happy End möglich, wenn auch nicht zwingend.

Ständerat: Juso gegen Hess

Keine grossen Wellen wirft die Ständeratswahl. Der 66-jährige Hans Hess von der FDP, seit 1998 in der kleinen Kammer, kandidiert erneut und ist nicht gefährdet. Zwar treten auch die Jusos an. Mit Bashkim Rexhepi wollen sie eine «echte Wahl» ermöglichen - mehr als das liegt für sie nicht drin.

SDA

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