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Reto Nause zur YB-Meisterfeier in der Altstadt«Vor lauter Emotionen die Eigenverantwortung vergessen»

Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) zieht eine durchzogene Bilanz nach der YB-Meisterfeier in der Berner Innenstadt.

YB-Fans feiern den dritten Meistertitel in Serie in der Aarbergergasse.
YB-Fans feiern den dritten Meistertitel in Serie in der Aarbergergasse.
Foto: Raphael Moser

Die Anweisung im Vornherein war klar: Aufgrund der Corona-Situation werde auch bei einem vorzeitigen Gewinn des Meistertitels keine Freinacht bewilligt. Die Stadt Bern appellierte im Vorfeld daran, beim Feiern die Distanz- und Hygienemassnahmen einzuhalten.

Am Morgen nach dem Meisterspiel zieht Berns Sicherheitsdirektor eine durchzogene Bilanz. «Ja, bei einigen Hundert ging vor lauter Emotionen die Eigenverantwortung vergessen», sagt Nause am Samstag zum «Bund».

Härtere Interventionen der Polizei seien nicht angebracht gewesen: «Sonst hätten wir andere Probleme bekommen», schätzt er. Zudem sei die 1,50-Meter-Abstandsregel eine Empfehlung: «Wir können keine Bussen mehr aussprechen, wenn sich Menschen nicht daran halten», so der Sicherheitsdirektor.

Überhaupt habe die Polizei die Situation gut im Griff gehabt und die Menschenmenge in der Aarbergergasse mit Zugangskontrollen reguliert. «Es waren nie mehr als tausend Menschen in der Gasse», sagt Nause. Gewisse Fotos der Nacht würden einen falschen Eindruck vermitteln: «Die Gasse war nicht proppenvoll.»

Selbst Fans sprechen von «Hornochsen»

Befürchtet hatte man bei der Stadt, dass nach dem Schlusspfiff Tausende in die Innenstadt strömen könnten: «Zum Glück ist dieses Szenario nicht eingetroffen», sagt Nause. Das habe wohl auch dank der Zusammenarbeit mit dem Fussballclub und der Fanarbeit von YB geklappt. Die Stadt und YB hatten auch vereinbart, dass die Mannschaft selbst nicht in der Stadt erscheinen soll, um grössere Menschenansammlungen zu vermeiden.

In den sozialen Medien befürchten einige einen Anstieg von Infektionen, aufgrund der nicht eingehaltenen Hygieneregeln. Da seien der Stadt und der Polizei die Hände gebunden, sagt Nause. «Wenn sich Fans im Freudentaumel umarmen, kann man solche Szenen fast nicht verhindern.»

Selbst im YB-Forum melden sich Fans, die wenig Freude am «Menschensalat» in der Aarbergergasse zeigen. «Wegen solcher Hornochsen werden die Spiele von YB weiterhin am TV verfolgt werden müssen», schreibt etwa einer noch in der Nacht auf Samstag ins Forum.