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BFS-Zahlen zur «Teleheimarbeit»Vor Corona arbeiteten nur drei Prozent im Homeoffice

Was für viele durch die Pandemie bereits zum neuen Alltag geworden ist, war zuvor wenig verbreitet. Das Bundesamt für Statistik hat nun Zahlen zur «Teleheimarbeit» aus den Jahren 2001 bis 2019 veröffentlicht.

Bis zum Lockdown vor anderthalb Monaten waren Arbeitnehmer, die mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Teleheimarbeit absolvierten, noch Exoten.
Bis zum Lockdown vor anderthalb Monaten waren Arbeitnehmer, die mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Teleheimarbeit absolvierten, noch Exoten.
Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Seit dem Lockdown ist Arbeit von zu Hause aus mittels Internet-Datenaustausch für viele das tägliche Brot. In den Jahren davor legte diese Form der Arbeit zwar zu, aber 2019 arbeiteten dennoch erst 3 Prozent aller Erwerbstätigen zur Hauptsache im Homeoffice.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am Donnerstag Zahlen zur «Teleheimarbeit» aus den Jahren 2001 bis 2019 veröffentlicht. Auf den ersten Blick sieht die Aufstellung nach rasantem Wachstum aus: 2001 arbeiteten 6,6 Prozent der Erwerbstätigen gelegentlich, regelmässig oder normalerweise in Teleheimarbeit. 2019 waren es 24,6 Prozent.

Allerdings erfüllt schon die Beantwortung von Geschäftsmails von zu Hause aus den Tatbestand der «gelegentlichen» oder «regelmässigen» Teleheimarbeit. Und da, wo's drauf ankommt, dem «normalerweise» (während mindestens der Hälfte der Arbeitszeit) sind die Zahlen ernüchternd: Überwiegend Homeoffice mittels Internet-gestütztem Datenaustausch mit Arbeit- und Auftraggebern absolvierten im Jahr 2001 etwa 0,8 Prozent der Beschäftigten, 2013 waren es 2,3 und 2019 immer noch erst 3 Prozent gemäss der BFS-Statistik.

Die restlichen Befunde entsprechen den Erwartungen: Einzelne Branchen arbeiten viel in Teleheimarbeit, andere gar nicht. Je höher der Schulabschluss, desto grösser der Anteil an Homeoffice. Frauen haben technisch seit 2001 aufgeholt und sind jetzt den Männern ebenbürtig. Und wo Kinder vorhanden sind, wird häufiger Teleheimarbeit geleistet.

Naturgemäss am meisten im Homeoffice ist man im Bereich Information und Kommunikation tätig: 58,4 Prozent der Beschäftigten dieser Branche haben 2019 vorwiegend daheim gearbeitet. 2001 waren es erst 9,8 Prozent gewesen, weniger als in den Bereichen Immobilien, Unterricht und Wissenschaft.

Servieren und bauen kann man nicht von zu Hause aus

2019 nutzten Beschäftigte aus den Sparten Erziehung und Unterricht am zweithäufigsten Homeoffice, gefolgt von Werktätigen in wissenschaftlichen und technischen Sparten mit knapp 40 Prozent. Mit nicht mal 11 Prozent Home Office steht das Gastgewerbe am Schluss der Liste, im Baugewerbe konnten nur 13 Prozent der Beschäftigten ihre Arbeit gelegentlich, regelmässig oder normalerweise im Home Office erledigen.

2001 machten Frauen bei der Teleheimarbeit etwa ein Viertel der Beschäftigten aus, 2019 waren es schon 40 Prozent. Von den wenigen Arbeitnehmenden, die mehr als 50 Prozent ihrer Arbeitszeit im Homeoffice erledigen, waren in den letzten Jahren ziemlich genau die Hälfte Frauen.

Seit es die Möglichkeit der intenet-gestützten Heimarbeit gibt, haben Mütter und Väter sie genutzt, wenn auch nur zögerlich: 2001 arbeiteten 5,9 Prozent der Erwerbstätigen ohne Kinder in Teleheimarbeit, bei denen mit Nachwuchs waren es knapp 9 Prozent. 2019 machten 22,7 Prozent der Kinderlosen Homeoffice gegenüber knapp 30 Prozent der Erziehenden.

SDA