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SVP-StadtratspräsidentVon der eigenen Partei verschmäht

Kurt Rüegsegger kann nur durch linke Schützenhilfe höchster Berner werden. In den eigenen Reihen ist seine Kandidatur unerwünscht. Wer ist dieser Mann?

Kann auf die Unterstützung der Linken im Parlament zählen: SVP-Stadtrat Kurt Rüegsegger.
Kann auf die Unterstützung der Linken im Parlament zählen: SVP-Stadtrat Kurt Rüegsegger.
Foto: Franziska Rothenbühler

Kurt Rüegsegger ist kein verkappter Linker. Der SVP-Stadtrat politisiert ganz auf SVP-Linie. Trotzdem wird er nun dank der linken Parlamentsmehrheit diese Woche zum höchsten Berner gewählt. Von seiner Partei wird Rüegsegger voraussichtlich nicht für das Amt nominiert werden. Grund: die verletzte Eitelkeit von Stadt- und Nationalrat Erich Hess. Die SVP würde viel lieber ihr provokantes Zugpferd an der Parlamentsspitze sehen.

Das Stadtratspräsidium wird Jahr für Jahr neu vergeben – 2021 steht es der SVP zu. Dies bestreitet keine Fraktion im Parlament, doch den Polterer Hess wollte die Mehrheit der Mitglieder dann doch nicht an ihrer Spitze sehen. Die Weichen dazu wurden bereits früh gestellt: Im Geheimen sprachen sich die Parteien 2018 ab, den gemässigten Rüegsegger anstatt Hess zum zweiten Vizepräsidenten zu wählen. Dadurch wurde Hess der Weg zum Stadtratspräsidium versperrt. Ein politischer Coup, den man bei der SVP bis heute nicht vergessen hat. Rüegseggers Nomination für das Ehrenamt überlässt sie der linken Konkurrenz, wie von der Fraktionsleitung zu erfahren ist.

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