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«Viele Leute bekamen den Satz in den falschen Hals»

Sieht keinen Grund, sich zu entschuldigen: SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler.

Frau Geissbühler, in einem Interview bei Telebärn sagen Sie, dass «naiven Frauen, die fremde Männer nach dem Ausgang mit nach Hause nehmen und ein bisschen mitmachen und dann doch nicht wollen, da ist eine Mitschuld der Frau an der Vergewaltigung gegeben». Stehen Sie noch zu dieser Aussage?

Die Aussage so war ein Fehler. Das würde ich nicht mehr so sagen. Viele Leute bekamen den Satz in den falschen Hals.

Was meinten Sie dann?

Ein Vergewaltiger muss hart bestraft werden, und bedingte Strafen kommen bei einer solchen Tat nicht infrage. Andererseits muss man fragen, warum bei zwei Dritteln der Verurteilungen bedingte Strafen ausgesprochen werden, und dies muss dann korrigiert werden.

Wann sind dann Frauen mitschuldig bei einer Vergewaltigung?

Täter bleibt Täter, und nein heisst nein. Aber Frauen müssen sich bewusst sein, was es bedeutet, wenn sie einen fremden Mann nach dem Ausgang mit nach Hause nehmen und was sie damit kommunizieren - und dass davon auch eine Gefahr ausgehen kann.

Haben sie Rückmeldungen auf ihre Aussage bekommen?

Ja, viele. Da gibt es Leute die glauben, ich gebe ihnen die Schuld an dem erlebten Missbrauch. Das ist nicht so. Ich sprach nicht vom typischen Fall, wo eine Frau ins Auto gezerrt und vergewaltigt wird.

Von welchem Fall dann?

Ich spreche von Fällen, in denen Frauen nicht klar kommuniziert haben, was sie wollen. Aber das rechtfertigt keine Tat. Dies sind Einzelfälle, und deshalb lenkt meine Aussage von der Thematik der in der Schweiz herrschenden Kuscheljustiz bei Vergewaltigungen ab.

Sie waren Polizistin, mit Vergewaltigungstaten kennen Sie sich aus?

Ja, ich habe als Polizistin Opferbefragungen gemacht und diese stets sehr ernst genommen. Darum kenne ich auch die Geschichten von Frauen, die eben etwas leichtfertig Männer nach Hause eingeladen haben und dann überrascht waren, dass diese mehr als Kaffee trinken wollten. Darum finde ich es wichtig, Frauen zu sagen, dass sie sich einer Gefahr aussetzen, wenn sie unbekannte Männer heim nehmen.

SP-Nationalrat Cédric Wermuth vergleicht Sie nun mit Donald Trump, verstehen Sie das?

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Das finde ich absolut unangebracht. Mir geht es darum, Straftäter stärker zu bestrafen. Die Linken, die jetzt aufschreien, sind jene, die sonst immer für einen stärkeren Täterschutz sind. Es kann nicht sein, dass jene Taten unbestraft bleiben, darum müssen wir bei den Richtern nachfragen, was sie dazu bringt, so viele bedingte Strafen auszusprechen.

Entschuldigen Sie sich für die besagte Aussage?

Ich wüsste nicht, für was ich mich entschuldigen soll. Ich setze mich voll und ganz dafür ein, dass Täter hart bestraft werden und den Opfern so weit wie möglich geholfen wird.