Zum Hauptinhalt springen

Interview über #MeToo-Roman«Viele Freundinnen fanden, die Debatte betreffe sie nicht»

Die Bielerin Regina Dürig war bisher bekannt als Jugendbuchautorin. Für ihren ersten Erwachsenen-Roman «Federn lassen» hat sie eine Sprache für Grenzverletzungen gegen Frauen gefunden: das «poetische Stottern».

«Sanft bleiben»: Regina Dürig wurde im Odenwald geboren, studierte in Berlin und lebt heute in Biel.
«Sanft bleiben»: Regina Dürig wurde im Odenwald geboren, studierte in Berlin und lebt heute in Biel.
Foto: Adrian Moser

Ist «Federn lassen» das Buch einer bekennenden Feministin?

Ich habe vor einiger Zeit in London eine Kette mit dem Wort «Feminist» als Anhänger gekauft. Als ich sie zum ersten Mal trug, fragte mich die damals 5-jährige Patentochter meines Partners, was da stehe. Mit dem Wort konnte sie natürlich nichts anfangen, und so habe ich nachgeschoben: «Da steht, dass Frauen und Mädchen alles machen können, was sie wollen, und dass niemand andere Menschen kleinmachen oder benutzen darf.» Daraufhin erhob das Mädchen seine Hand zum High five.

«Federn lassen» ist ein sehr persönliches Buch, eine Abfolge von Übergriffen, Demütigungen und sexuellen Belästigungen, die ein namenloses weibliches Du von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter erlebt. Wie kam es dazu, hat die #MeToo-Debatte als Auslöser gewirkt?

Ich habe im Sommer 2017 mit dem Schreiben des Textes angefangen, in der trägen Augusthitze in New York. Auslöser war eine Passage im Buch «The Will to Change» der afroamerikanischen Autorin bell hooks, in der es darum geht, wie paradox es ist, dass Feministinnen als Aggressorinnen dargestellt werden, obwohl in der Regel die Gewalt von Männern ausgeht.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.