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Tabuthema MenstruationVerschämt schleichen Mädchen während ihrer Tage aus der Schule

Für Mädchen in Kamerun ist die Monatsblutung ein Tabuthema. Doreen Bieri aus Schliern will das ändern. Sie hilft mit Vorträgen – und selbst genähten Stoffbinden.

Alternative zu teuren Produkten: Doreen Bieri zeigt, wie Mädchen in Kamerun Damenbinden herstellen können.
Alternative zu teuren Produkten: Doreen Bieri zeigt, wie Mädchen in Kamerun Damenbinden herstellen können.
Foto: Franziska Rothenbühler

Man glaubt es fast nicht. Mädchen, die während ihrer Menstruation nicht ins Haus dürfen, weil sie als «unrein» gelten. Zusammengepresste Baumblätter, die als Binden oder Tampons verwendet werden. Mädchen, die sexuelle Gefälligkeiten anbieten, um sich Hygieneartikel leisten zu können – aber sich nicht bewusst sind, dass sie dabei schwanger werden können. Solche Zustände sind in Kamerun Realität. «So etwas sollte im 21. Jahrhundert nicht mehr vorkommen», sagt die gebürtige Kamerunerin Doreen Bieri.

Andenken an den Vater

Im April 2012 gründete sie eine Stiftung – im Andenken an ihren verstorbenen Vater. Cho Martin Ngafor, nach dem die Stiftung benannt ist, war Lehrer. In der Freizeit unterrichtete er im Esszimmer Kinder, die es sich nicht leisten konnten, zur Schule zu gehen. Nach seinem Tod hätten sie jede Chance auf eine Schulbildung verloren. «Anstatt das Geld für Grabblumen auszugeben, wollte ich lieber diese Kinder unterstützen», sagt Bieri. Sie habe erreicht, dass jedes Jahr ein Kind zur Schule geschickt werden konnte. «Das erste Kind ist nun Mechaniker, das zweite Coiffeuse, das dritte Schneiderin.»

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