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Orientierungshilfe mit der Ask-Force«Verbreitet sich das Virus über das Alphabet?»

Corona in Wengen, Wangen und Aarwangen gleichzeitig. Geht bei der Pandemie wirklich alles mit rechten Dingen zu? Und warum blieb Wengi verschont?

Covid-19 nahm im Januar das unbescholtene Alpendorf Wengen in den Würgegriff.
Covid-19 nahm im Januar das unbescholtene Alpendorf Wengen in den Würgegriff.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

Herr A. aus B. schreibt von sich selbst, er sei geografisch überdurchschnittlich interessiert. Darum sei ihm kürzlich eine «seltsame Koinzidenz» bei der Corona-Berichterstattung aufgefallen. So wurde Ende Januar von Massentests und positiven Fällen aus den Ortschaften Wengen, Wangen und Aarwangen berichtet. «Ist dies ein Zufall oder verbreitet sich das Virus über das Alphabet?»

In Wangen an der Aare war die Schule betroffen, in Aarwangen das Rückkehrzentrum und in Wengen das ganze Dorf. Das werfe doch Fragen auf, meint A., und hofft auf «eine unverzügliche Antwort», damit er seine Ausflüge entsprechend planen könne. Ob es möglich sei, dass eine Art von Magnetismus oder Wahlverwandtschaft vorliege, welche die Ausbreitung des Virus zu ähnlich lautenden geografischen Orten erleichtere?

Etymologisch ist das Wort mit Wange (Backe) verwandt und bezeichnet als Flurname einen mehr oder weniger stark geneigten grasigen Abhang, der überdies – das ist unsere eigene Hinzufügung – (wie im Fall von Wengen) von einer mehr oder weniger dicken Schneeschicht bedeckt sein kann. Die Vokaländerung vermag Sprachforscher nicht zu schrecken.

Da sich das heimtückische Coronavirus nach Ansicht der besten Epidemiologinnen und Infektiologen mit Vorliebe innerhalb von Gruppen verbreitet, ist dies auch für Wortfamilien und Vokabeln mit etymologischer Verwandtschaft oder lautlicher Nähe anzunehmen. In Ortsnamenbüchern (falls hier schon die Bände mit dem Buchstaben W vorliegen) werden die erwähnten Ortschaften oft auf der gleichen Seite behandelt. Eine Übertragung ist also, wie jedermann zugestehen muss, sehr leicht möglich, ja vielleicht fast unvermeidlich.

Auch Wangen an der Aare blieb nicht verschont. Profitierte das Virus von den offenen Stadttoren?
Auch Wangen an der Aare blieb nicht verschont. Profitierte das Virus von den offenen Stadttoren?
Foto: Raphael Moser 

Verwunderlich ist nur, dass uns aus Wengi bei Büren – nebenbei bemerkt: Die Gemeinde verfügt über einen malerischen Friedhof, der an einer beliebten Raserstrecke liegt – noch keine Covid-19-Neuigkeiten erreicht haben. Unserem Leser geben wir auf den Weg mit, dass er bei seinen Routenplanungen generell vorsichtig sein soll, gibt es doch ähnlich oder gleich lautende Ortsnamen auch in zahlreichen anderen Kantonen.

Karten sind auch für die Ask-Force ein unverzichtbares Orientierungsinstrument – askforce@derbund.ch