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Trekking in der TürkeiÜber Stock und Stein von Troja nach Assos

Eine Wanderführerin ermutigt türkische Frauen, sich auf den Pfaden der Kriegsgöttin Athena den öffentlichen Raum zurückzuerobern.

Şaylan alias Athena auf dem kristallisierten Salz am Rosasee in Alexandria Troas/Dalyan: Hier befand sich vor über 2000 Jahren der strategisch wichtige Hafen in unmittelbarer Nähe zum Hellespont (Dardanellen).
Şaylan alias Athena auf dem kristallisierten Salz am Rosasee in Alexandria Troas/Dalyan: Hier befand sich vor über 2000 Jahren der strategisch wichtige Hafen in unmittelbarer Nähe zum Hellespont (Dardanellen).
Foto: Jörg Dietziker

Athena ist kaum gezeichnet von den Strapazen, obwohl sie den ganzen Sommer über Routen für ihre Trekking-Tour von Troja nach Assos an der türkischen Ägäis inspiziert hat. Athena, das ist in Wirklichkeit Şaylan, 39 Jahre alt, tscherkessischer Herkunft. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Anatolien, hat sie in Istanbul Psychologie und Kommunikation studiert, dann für eine Agentur eine Zeit lang Werbung verkauft. Doch nun ist sie in den Kampf gezogen – auf ihre Weise. Es war einfach eine schreckliche Tat zu viel, exekutiert an einer Frau.

Am 16. Juli hatte Cemal Metin A. seine 27-jährige Ex-Freundin und Wirtschaftsstudentin Pınar Gültekin bei einem Streit kaltblütig umgebracht. Es war der 118. Femizid in der Türkei in diesem Jahr. Da fasste Şaylan einen Entschluss: Sie würde die Wut in Wandern umwandeln, als Führerin einer Gruppe von Frauen, um diese zu ermutigen, sich den öffentlichen Raum zurückzuerobern, und zwar auf den Pfaden der griechischen Kriegsgöttin Athena. Martialisch ist Şaylan deswegen aber nicht unterwegs.

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