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Resultat und Corona-AusblickUBS profitiert in Corona-Krise von vielen Kunden-Transaktionen

Die Schweizer Grossbank verbucht im ersten Quartal ein Plus von 1,6 Milliarden Franken.

Der Noch-Chef muss in seinen letzten Monaten bei der Grossbank durch einen Sturm: UBS-CEO Sergio Ermotti.
Der Noch-Chef muss in seinen letzten Monaten bei der Grossbank durch einen Sturm: UBS-CEO Sergio Ermotti.
KEYSTONE/Christian Beutler

Die Grossbank UBS hat davon profitiert, dass ihre Kunden in den ersten Monaten 2020 viele Transaktionen getätigt haben. Der Quartalsgewinn beläuft sich auf beinahe 1,6 Milliarden Dollar und liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von rund 1,1 Milliarden und auch über der Schätzung vieler Analysten. Die Experten der ZKB hatten beispielsweise mit einem etwas tieferen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar gerechnet. Der Aktienkurs stieg zum Handelsbeginn um mehr als 3 Prozent und damit stärker als der Schweizer Leitindex SMI. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie rechnet die UBS damit, dass das Risiko von Kreditverlusten steigt.

Das Ergebnis im ersten Quartal 2020 wird durch Wertberichtigungen für Kreditrisiken von insgesamt 268 Millionen Dollar getrübt. Davon entfielen 122 Millionen auf die Investment Bank, 77 Millionen auf das Schweizer Geschäft, 53 Millionen auf die weltweite Vermögensverwaltung und 16 Millionen auf auslaufende Geschäfte.

Die Credit Suisse hat letzte Woche bekanntgegeben, dass sie 568 Millionen Franken Rückstellungen für Kreditrisiken in allen fünf Geschäftsdivisionen bildet. Die Wertberichtigungen der zweitgrössten Schweizer Bank machten 444 Millionen Franken aus. Insgesamt hat die CS eine Reserve von rund 1 Milliarden Franken gebildet, um sich so für das schwierige Wirtschaftsumfeld vorzubereiten.

Die UBS profitierte im letzten Quartal auch davon, dass die Handelsvolumen wegen der Covid-19-Krise angestiegen sind. Der Ertrag der Investment Bank stieg deshalb um 44 Prozent auf mehr als 600 Millionen Dollar. Der Ertrag des Vermögensverwaltungsgeschäfts stieg um 14 Prozent und damit, laut der UBS, so so stark, wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Die tieferen Börsenbewertungen werden aber wohl dafür sorgen, dass die Einnahmen im Verlauf des Jahres tiefer ausfallen werden. Dies da die Kommissionen der Bank vom Bestand der Kundenvermögen abhängen.

Die Grossbanken Credit Suisse und UBS gewannen gestern an der Börse mehr als drei Prozent an Wert. Nach dem guten Quartalsresultat der Credit Suisse in der Vorwoche doppelte die Deutsche Bank nach: Deutschlands grösstes Institut schlug sich zum Jahresauftakt unerwartet gut und überraschte mit einem Quartalsgewinn.

Bis letzten Freitag, 24. April hat die Bank über 21 000 Anträge von KMU für Covid-19-Kredite bearbeitet. Sie hat dabei Gelder in der Höhe von mehr als 2,5 Milliarden Franken zugesichert. «Zudem haben die
Mitglieder der Konzernleitung beschlossen, über die nächsten sechs Monate 50 Prozent ihres Gehalts zugunsten
von COVID-19-Hilfsmassnahmen zu spenden», teilt die Bank mit.

UBS-Chef Sergio Ermotti erinnert am Analysten-Call an zwei wichtige Persönlichkeiten der UBS-Geschichte, die kürzlich verstorben sind. Der ehemalige UBS-Präsident Marcel Ospel habe den Grundstein für die heutige Bank gelegt. Jürg Zeltner, der einstige Chef der Vermögensverwaltung, habe dabei geholfen die Bank mitzugestalten.