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Flammen erst nach Stunden gelöschtTote bei Brand in Flüchtlingslager in Bangladesh

Rund 45’000 Rohingya-Flüchtlinge sind bei einem Grossbrand in einem Lager laut der UNO obdachlos geworden. Mindestens 15 Personen sind in den Flammen ums Leben gekommen.

Zahlreiche Menschen betrachten den Rauch, der über dem in Flammen stehenden Lager in Bangladesh aufsteigt. (22. März 20219
Zahlreiche Menschen betrachten den Rauch, der über dem in Flammen stehenden Lager in Bangladesh aufsteigt. (22. März 20219
Foto: Shafiqur Rahman (Keystone)

Bei einem Grossbrand in mehreren zusammenhängenden Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesh sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. 560 Flüchtlinge wurden verletzt und 400 weitere werden noch vermisst, wie die UNO am Dienstag mitteilte.

Mindestens 10’000 Behausungen seien zerstört worden, rund 45’000 Menschen seien ohne Obdach. Einen derart verheerenden Brand habe er «in diesen Lagern noch nie gesehen», sagte der Vertreter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Bangladesh, Johannes van der Klaauw.

Nachdem das Feuer gelöscht wurde, kehren die Flüchtlinge zurück zu den Ruinen ihrer Unterkünfte.  (23. März 2021)
Nachdem das Feuer gelöscht wurde, kehren die Flüchtlinge zurück zu den Ruinen ihrer Unterkünfte. (23. März 2021)
Foto: AFP

Die 34 Flüchtlingslager erstrecken sich über 3000 Hektar in Bangladeshs südöstlichem Grenzbezirk Cox’s Bazar. Zusammen bilden sie das grösste Flüchtlingslager der Welt. In dem Gebiet leben fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge unter prekären Verhältnissen in Lagern, nachdem viele Angehörige dieser muslimischen Minderheit im Jahr 2017 vor einer Militäroffensive aus Myanmar geflohen waren.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) teilte am Dienstag mit, dass das Feuer «katastrophale Schäden» verursacht habe. Eine von der IOM betriebene Klinik sei vollständig zerstört worden. «Das Feuer ist inzwischen abgeklungen, doch zuvor hat es wichtige Einrichtungen in den Lagern, Unterkünfte und den persönlichen Besitz von zehntausenden Flüchtlingen vernichtet», sagte IOM-Sprecherin Angela Wells.

Mehr als 9500 Flüchtlinge aus Myanmar sind nach Angaben der zuständigen Behörde durch den Brand obdachlos geworden. (23. März 2021)
Mehr als 9500 Flüchtlinge aus Myanmar sind nach Angaben der zuständigen Behörde durch den Brand obdachlos geworden. (23. März 2021)
Foto: Shafiqur Rahman (Keystone)

Teams der IOM seien die ganze Nacht über im Einsatz gewesen, um den Menschen zu helfen. «Heute sind die ersten Familien zu ihren Parzellen zurückgekehrt», sagte Wells. Die IOM verteile Nothilfen wie Decken, aber auch Material, um den Betroffenen einen Wiederaufbau ihrer Behausungen zu ermöglichen. Insbesondere in Hinblick auf den baldigen Beginn des Monsun-Regens sei ein rascher Wiederaufbau der Lager entscheidend.

Der elfjährige Flüchtlingsjunge Baitullah sagte laut der Organisation World Vision: «Auf dem Weg nach Hause von der Moschee sah ich Rauch von der anderen Bergseite kommen. Menschen schrien und hatten Panik.» Er habe sich und seine Geschwister in Sicherheit gebracht. «An diesem Morgen kam ich zurück und sah nichts ausser Asche von unserem Haus.»

Die Ursache für den Ausbruch des Feuers war zunächst unbekannt. Wie die Behörden am Montag mitteilten, war der Brand in einem der insgesamt 34 Lager ausgebrochen und hatte dann auf weitere übergegriffen. Einer der Feuerwehrleute sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe sich um den dritten Brand binnen vier Tagen gehandelt.

SDA