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Coronavirus im Kanton Bern+++ Fünf neue Fälle +++ Schimmelpilz: Kanton Bern ruft alte Armeemasken zurück +++

Im Kanton Bern sind sieben Neuansteckungen gemeldet worden. Die Hotel- und Tourismusbranche verzeichnet derweil drastische Einbrüche bei den Logiernächten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt 1976 bestätigte Corona-Fälle und 97 Todesfälle im Kanton Bern.
  • Die Fallzahlen steigen wieder. Der Kanton Bern gibt neuerdings den Wohnort der Neuinfizierten bekannt.
  • Wie sich die wichtigsten Kennzahlen dieser Epidemie in der Schweiz und auch auf der Welt entwickeln: zur Übersicht.

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Sechs weitere Infizierte im Kanton Bern

Der Kanton Bern vermeldet auch am Samstag weitere Corona-Fälle. Sechs Personen aus wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wobei zwei Personen aus Langenthal und je eine aus Heimberg, Biel, Niederbipp, Kirchberg stammen. Somit setzt sich die leichte aber konstante Zunahme der zusätzlichen Fälle pro Tag fort.

Sieben Neuinfektionen im Kanton Bern

Im Kanton Bern hat die Zahl der Neuinfektionen und Spitaleinlieferungen wegen des Coronavirus am Freitag recht deutlich zugenommen. Die Kantonsverwaltung vermeldete sieben Neuinfektionen und drei Hospitalisierungen.

Noch am Mittwoch und Donnerstag hatte der Kanton Bern die Zahl der Covid-19-Kranken im Spital mit zwei angegeben. Nun sind es fünf. Eine dieser Personen befindet sich auf der Intensivstation, die übrigen liegen auf einer normalen Bettenstation.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Kanton Bern stieg auf 1976. Die Neuinfizierten wohnen in Urtenen-Schönbühl, Interlaken, Moosseedorf, Langenthal, Pieterlen, Grosshöchstetten und Bern. (sda)

Auch Kanton Bern ruft alte Armeemasken zurück

Nicht nur der Bund, sondern auch der Kanton Bern hat alte Armeemasken verteilt, in welchen ein Genfer Labor kürzlich Schimmelpilze feststellte. Der Kanton Bern ruft nun die Institutionen, die solche Masken erhielten, dazu auf, diese nicht mehr zu verwenden.

Eine Rückrufaktion sei eingeleitet, teilte die bernische Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion am Freitag mit. Sie werde sich aktiv bei den Institutionen melden, welche diese Masken erhielten. Der Kanton Bern hatte bis vor zwei Monaten Masken aus alten Armeebeständen an Institutionen des Gesundheitswesens weiterverteilt.

Das Labor des Universitätsspitals Genf fand in Proben einiger dieser Masken einen Befall mit Schimmelpilz. Woher die Verunreinigungen stammen, wird untersucht.

Die Masken stammen aus einem alten Bestand von 13,5 Millionen, die der Bund 2007 beschafft hatte. Laut dem Kanton Bern wurden sie zur Zeit der akuten Unterversorgung mit Gesichtsmasken zu Beginn der Corona-Krise verschiedenen Grossverbrauchern und Kantonen als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. (sda)

Wegen verstärkter Registrierungspflicht sagt Dachstock ein Event ab

Kurz nachdem der Berner Regierungsrat Details zur Umsetzung der Registrierungspflicht für Clubs angekündigt hat, streicht die Reitschule ihre morgen geplante Veranstaltung im Dachstock: «Aufgrund der neuen Verordnung sagen wir die morgige Tropical Night ab», schreiben die Veranstalter auf ihrer Facebookseite. Über ihr weiteres Vorgehen würden sie zu gegebener Zeit kommunizieren. Dies bestätigt auch Kathy Flück, Bookerin vom Dachstock-Kollektiv, auf Anfrage.

Bereits letzte Woche äusserte Flück sich kritisch gegenüber der geplanten Ausweispflicht. Ein Grund für diese Haltung sei die Rücksichtnahme auf Sans-Papiers: «Eine strikte Ausweispflicht würde alle Menschen ohne gültige Papiere von einem Besuch ausschliessen», so Flück. Anstatt Kontrollen appelliere man stattdessen an die Ehrlichkeit der Gäste, ihre Kontaktdaten wahrheitsgemäss anzugeben. (sg)

Strenge Regeln für Bars und Clubs und Bars

Die Berner Regierung hat die genauen Modalitäten der Registrierungspflicht festgelegt, welche sie vergangene Woche für Bars und Clubs im Kanton Bern ankündigte. Die Lokalbetreiber erhalten zahlreiche Aufgaben.

Wie die Kantonsregierung am Freitag mitteilte, müssen erstens Bar- und Clubbetreiber dem Kantonsarztamt den Namen und die Adresse ihres Betriebs sowie ihre vollständigen persönlichen Kontaktangaben melden. Zusätzlich müssen sie höchstens drei zusätzliche Kontaktpersonen definieren, die das Kantonsarztamt bei Bedarf ebenfalls kontaktieren könnte.

Die für die Betriebe verantwortlichen Personen sorgen dafür, dass immer eine der Kontaktpersonen jeweils zwischen 7 Uhr und 22 Uhr erreichbar ist. Schliesslich müssen die Lokalbetreiber sicherstellen, dass dem Kantonsarztamt auf Anfrage eine elektronische Gästeliste innerhalb von höchstens zwei Stunden übermittelt wird.

Überprüfung mit Ausweis

Zweitens müssen die Lokalbetreiber dafür sorgen, dass sie ihre Gäste mit Namen, Vornamen und Wohnort sowie mit Handy-Nummer und E-Mail-Adresse registrieren. Sie haben auch die Angaben der Gäste anhand eines amtlichen Ausweises zu überprüfen und deren Handy-Nummer zu verifizieren. Die Kontaktdaten sind in einer nach Tagen geführten elektronischen Gästeliste aufzubewahren.

Die neuen Bestimmungen sollen dazu beitragen, dass beim Auftreten eines Infektionsfalls ein wirksames Contact Tracing gewährleistet ist. Ein wirkungsvolles Contact Tracing sei in Club- und Barbetrieben sowie in Diskotheken und Tanzlokalen besonders wichtig, schreibt der Berner Regierungsrat.

Die Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus sei dort wegen der geschlossenen Räume, der hohen Gästezahlen, der freien Zirkulation der Gäste sowie wegen des engen Kontakts beim Tanzen und der Nähe bei Gesprächen eine grosse Herausforderung. Die neuen Regeln gelten ab (dem heutigen) Freitag. (sda)

Nur zwei Neuansteckungen

In den letzten 24 Stunden gab es im Kanton Bern wieder weniger Neuansteckungen als noch am Vortag: Zwei Personen wurden seit gestern positiv auf das Coronavirus getestet. Gestern waren es vier Neuansteckungen.

Wie bereits gestern befinden sich zwei Covid-19-Patientinnen und Patienten in bernischen Spitälern, wovon jemand auf der Intensivstation künstlich beatmet wird.Die beiden Neuinfektionen wurden gemäss Kanton Bern in Unterlangenegg und in Ipsach festgestellt.

Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie im Kanton Bern nun 1'969 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. (nfe)

Neuansteckungen im Kanton Bern in den letzten 24 Stunden
Neuansteckungen im Kanton Bern in den letzten 24 Stunden
Screenshot Kanton Bern
Viel weniger Logiernächte im Kanton Bern

Die Corona-Pandemie hat dem Tourismus im Kanton Bern stark zugesetzt. In der vergangenen Wintersaison gab es rund ein Viertel weniger Hotellogiernächte als in der Saison zuvor.

Der Rückgang in der vergangenen Wintersaison von November 2019 bis April 2020 entspricht damit dem schweizweiten Durchschnitt, wie das Amt für Wirtschaft des Kantons Bern am Donnerstag mitteilte. Die Schweiz verzeichnete 12,8 Millionen Logiernächte, der Kanton Bern etwa 1,6 Millionen.

Für den Rückgang ist die Corona-Pandemie verantwortlich. Vor der Pandemie verzeichnete der Kanton bis im Februar eine Zunahme von Logiernächten im Vergleich zum Vorjahr. Ab März brachen die Zahlen dann ein. Die Zahl der Logiernächte sank im März um über 60 Prozent, im April gar über 90 Prozent – sowohl schweizweit wie auch im Kanton Bern.

Rückgang grösser als im Wallis und Graubünden

Über die ganze Saison verteilt traf es Bern mit rund 25 Prozent Einbruch an Logiernächten noch stärker als die Kantone Graubünden (-14,6 Prozent) und Wallis (-20,9 Prozent). Laut Amt für Wirtschaft ist ein Grund dafür, dass der Anteil der Gäste von ausserhalb Europas im Kanton Bern vergleichsweise hoch ist.

Gäste aus Asien seien bereits vor den einschneidenden Schutzmassnahmen in der Schweiz und Europa grösstenteils ferngeblieben, so das Amt. Schön illustrieren lässt sich das am Beispiel von Interlaken – ein Hotspot für asiatische Touristen.

In dieser Destination sanken die Logiernächte in der vergangenen Wintersaison um 36 Prozent. Damit ist Interlaken die Destination mit dem grössten Rückgang im ganzen Kanton.

Interlaken: Nach Rekordjahr Rekordtief

Der Rückgang setzte jedoch erst ab Februar 2020 ein. 2019 war für Interlaken noch ein Rekordjahr in Bezug auf Logiernächte. Asiatische Gäste waren in Interlaken denn auch immer noch für drei von zehn Logiernächten verantwortlich.

Die Gästestruktur variiert im Kanton Bern jedoch von Region zu Region. In der Jungfrauregion war der Anteil der Gäste aus Europa mit über 40 Prozent der Logiernächte am höchsten. Adelboden-Lenk-Kandersteg verzeichnete mit über drei Vierteln anteilsmässig die meisten Logiernächte von Schweizer Gästen. (sda)

Nach dem Rekordjahr 2019 nun ein Rekordtief: Interlaken verzeichnete in der vergangenen Wintersaison den grössten Einbruch an Logiernächten im Kanton Bern – hauptsächlich wegen dem Ausfall von asiatischen Touristen.
Nach dem Rekordjahr 2019 nun ein Rekordtief: Interlaken verzeichnete in der vergangenen Wintersaison den grössten Einbruch an Logiernächten im Kanton Bern – hauptsächlich wegen dem Ausfall von asiatischen Touristen.
Peter Schneider (Keystone)
Dichtes Ausgehprogramm unter strengen Vorschriften

In Bern steht ein neuerliches Ausgeh-Wochenende an. Programm und Auswahl gibt es viel - Vorschriften allerdings auch. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum kommenden Berner Party-Wochenende wissen müssen. (Abo)

Im Kocherpark finden dieses Wochenende Silent Discos statt, wo Gäste die Musik nur über Kopfhörer hören.
Im Kocherpark finden dieses Wochenende Silent Discos statt, wo Gäste die Musik nur über Kopfhörer hören.
Magali Girardin (Archiv)
Musikfestival Stars of Sounds Aarberg findet erst 2021 wieder statt

Das dreitägige Musikfestival Stars of Sounds in Aarberg findet erst im Juni des nächsten Jahres wieder statt. Wegen der mit dem Coronavirus verbundenen Unsicherheiten haben die Organisatoren entschieden, es nicht im September 2020 durchzuführen.

Wie sie am Donnerstag mitteilten, behalten alle für die diesjährige Ausgabe verkauften Tickets ihre Gültigkeit. Das Programm des Festivals von 2021 soll möglichst identisch sein mit jenem von diesem Jahr, also mit Patent Ochsner, Rea Garvey, Bonnie Tyler, The Original Gypsies und 77 Bombay Street.

Als Gründe für die Verschiebung des Festivals aufs nächste Jahr nennen die Organisatoren auch ungewisse Einreisemöglichkeiten ausländischer Bands. Zudem hätten sich Besucher nicht frei auf dem Gelände, sondern nur in zugewiesenen Sektoren bewegen dürfen.

Das Festival hätte bereits im Juni dieses Jahres stattfinden sollen. Wegen des Coronavirus verschoben es die Organisatoren Anfang April von Juni auf September und verschieben es nun nochmals. (sda)

Büne Huber von Patent Ochsner wird erst im Juni 2021 in Aarberg auftreten. (Archivbild)
Büne Huber von Patent Ochsner wird erst im Juni 2021 in Aarberg auftreten. (Archivbild)
Peter Klaunzer (Keystone)
Kanton wegen Corona-Liste in der Kritik

Der Kanton Bern gibt neuerdings an, in welchen Gemeinden sich Personen neu mit Covid-19 infiziert haben. Die neue Praxis soll die Bevölkerung hinsichtlich der Präsenze des Coronavirus sensibilisieren. doch ist das mit dem Datenschutz kompatibel? Die Schweizerische Patientenorganisation äussert Bedenken.

Lesen Sie hier mehr dazu (Abo).

Die Schweizerische Patientenorganisation plädiert dafür, dass der Kanton Pendlerstrecken anstatt Wohngemeinden bekannt gibt.
Die Schweizerische Patientenorganisation plädiert dafür, dass der Kanton Pendlerstrecken anstatt Wohngemeinden bekannt gibt.
Urs Jaudas
Kulturlokal ONO führt Maskenpflicht ein

Das ONO führt als erstes Kulturlokal in Bern eine Maskenpflicht ein. Dadurch sollen Gäste, Auftretende und Personal möglichst gut geschützt werden. Das ONO an der Kramgasse in Bern will laut einer Mitteilung mit der Massnahme einen «sicheren und entspannten Kulturanlass» ermöglichen. Getragen werden muss die Maske im Eingangsbereich, bei der Kasse sowie im Barbereich. Während der Veranstaltung und beim Konsumieren dagegen darf die Maske am Platz abgenommen werden. Wer über keine eigene Maske verfügt, erhält gratis eine Maske beim Eintritt. Beim Ticketkauf werden die Kontaktdaten der Gäste aufgenommen, damit die Rückverfolgbarkeit gewährleistet werden kann.

Kanton warnt vor neuen Engpässen

Obwohl die Fallzahlen im Kanton Bern nur langsam steigen, beginnt die Vorbereitung auf die Bekämpfung der zweiten Welle. Die Kantonsbehörden warnen vor Engpässen bei Schutzmaterial und fordern Spitäler und Altersheime dazu auf, sich einen eigenen Vorrat an Ausrüstung anzulegen. Denn der Kanton werde sie in der nächsten Phase der Pandemie nicht im gleichen Ausmass unterstützen, wie während der ersten Welle. Lesen Sie hier mehr.

Corona-Fallzahlen bleiben im Kanton Bern auf tiefem Niveau

Im Kanton Bern bleiben die Corona-Fallzahlen auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Am Mittwoch wurden vier weitere Fälle bekannt, wie der Kanton Bern auf seiner Website vermeldete.

Positiv getestet wurden zwei Menschen mit Wohnort in Biel, eine Person aus Biel und eine weitere aus Gstaad. Seit Beginn der Pandemie wurden im Kanton Bern 1967 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 97 starben im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Eine einzige Neuansteckung - in Grindelwald

Im Kanton Bern ist am Dienstag noch eine Neuansteckung mit dem Corona-Virus gemeldet worden. Es handelt sich um eine Person aus Grindelwald. Das ist auf der Corona-Homepage des Kantons Bern ersichtlich. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle beläuft sich nun auf 1963. Die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 97.

Ob sich die Situation in den Spitälern verändert hat, wird erst am Mittwoch klar. Dann aktualisiert der Kanton die diesbezüglichen Angaben. (pd/db)

Screenshot Webseite Kanton Bern
Corona-Testzentren laufen auf Hochbetrieb

Der Lockdown ist gelockert worden, die Vorsicht lässt ein bisschen nach – und dann kommt das mulmige Gefühl. Die Folge: Die Berner Testzentren werden gegenwärtig praktisch überrannt von Leuten, die wissen wollen, ob sie sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben.

Der Ansturm, der am Montag - nach dem Partywochenende - besonders gross war, hängt auch damit zusammen, dass das Test-Zentrum auf dem BEA-Areal geschlossen wurde und die Tests nun kostenlos sind. (pd)

Stadt Bern sagt das Fiescher-Lager ab

Für über 600 Kinder aus der Stadt Bern wird das eine grosse Enttäuschung sein. Die Stadt Bern hat am Dienstag das traditionelle Herbstlager in Fiesch abgesagt. (pd)

Quarantänepflicht für Einreisen – Kanton Bern schaltet Formular auf

Ab heute Montag gilt für Personen die aus einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko in die Schweiz einreisen, eine Quarantänepflicht. Wer aus einem solchen Land einreist, muss sich sofort nach der Ankunft nach Hause oder in eine andere geeignete Unterkunft begeben und sich dort während zehn Tagen ständig aufhalten (lesen Sie hier den Artikel mit der Länder-Liste des Bundesamts für Gesundheit). Die Einreise muss innerhalb von zwei Tagen gemeldet werden. Die bernische Gesundheitsdirektion hat das elektronische Meldeformular auf ihrer Website aufgeschaltet. Wer sich einer Quarantäne entzieht, muss mit einer Busse von bis zu 10'000 Franken rechnen. Weitergehende Informationen und das Merkblatt zur Quarantäne finden sich auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit BAG.

Drei Neuinfektionen, eine Person weniger im Spital

Innert 24 Stunden wurden drei Personen im Kanton Bern positiv auf das Coronavirus getestet. Zwei Personen wohnen in der Stadt Bern, eine Person lebt in Nidau. Damit sind im Kanton Bern 1962 Fälle bekannt. Im Spital befinden sich insgesamt drei mit Covi-19-Infizierte, davon wird eine Person beatmet. Am Vortag befanden sich noch vier Personen in Spitalpflege. Seit Ausbruch der Pandemie sind im Kanton Bern 97 Personen am neuen Coronavirus gestorben.

Kanton Bern
Berner Gemeinderat will Migranten vor Corona-Armut schützen

Viele Migrantinnen und Migranten sind wegen der Folgen des Coronavirus zusätzlich armutsgefährdet. Der Berner Gemeinderat will die Betroffenen vor der pandemiebedingten Armut schützen und verhindern, dass der mögliche Bezug von Sozialhilfe negative Auswirkungen auf den Aufenthaltsstatus hat.

Viele Migrantinnen und Migranten trauten sich aus Angst vor dem Verlust ihres Aufenthaltsstatus nicht, Sozialhilfe zu beziehen, teilte der Berner Gemeinderat am Montag mit. Der Gemeinderat habe dafür zwar Verständnis, erachte die Reaktion aber als falsch.

Wer Anspruch auf Sozialhilfe hat, soll diese laut Berner Stadtregierung auch in Anspruch nehmen. Um die negativen Konsequenzen beim Sozialhilfebezug abzufedern, hat der Berner Gemeinderat deshalb verschiedene Massnahmen beschlossen.

So berücksichtigen die städtischen Migrationsbehörden bei der Verlängerung und Erteilung von aufenthaltsrechtlichen Bewilligungen die pandemiebedingte Situation. Es würden situative Einzelfallprüfungen vorgenommen und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie würden bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit einbezogen, teilte der Gemeinderat mit.

Weiter möchte der Gemeinderat den pandemiebedingten Sozialhilfebezug auch bei der Vorprüfung der Einbürgerungsgesuche beachten. Der Gemeinderat ersucht deshalb den Regierungsrat, dies bei der Überprüfung der Einbürgerungsgesuche ebenfalls zu berücksichtigen und nach Rücksprache mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) eine allgemein verbindliche Ausnahmeregelung für den ganzen Kanton Bern auszuarbeiten.

Keystone
Willkommen im Club

Im Berner ÖV beträgt die Maskenquote an diesem Morgen fast 100 Prozent. Spätestens nach dem Betreten des Trams statten sich die meisten mit dem blauen Mundschutz aus.

Während die Maske letzte Woche noch verstohlene Blicke auf sich gezogen hätte, gilt jetzt das Gegenteil: Angestarrt wird, wer keine Maske trägt. Oder wenn ausnahmsweise zwei Pendlerinnen mit Stoffmaske aufeinander treffen: «Willkommen im Club!» Eine Bernerin mit individuellem Exemplar gibt an, bereits vorher Maske getragen zu haben. Der Umwelt zuliebe sei sie jetzt auf Stoff umgestiegen. (sg)

sg

(Redaktion Der Bund)