Zum Hauptinhalt springen

Coronavirus im Kanton Bern+++ Kultur-Dachverband kritisiert Gemeinderat +++ 298 Neuansteckungen, 11 Todesfälle

Am Samstag haben in Bern verschiedene Gruppierungen zu Kundgebungen aufgerufen. Die Polizei hielt sich dabei mehrheitlich im Hintergrund.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der bernische Regierungsrat verlängert die geltenden Corona-Regeln bis zum 7. Dezember.

  • In den vergangenen 24 Stunden sind 298 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Der Durchschnitt aus sieben Tagen lag am Sonntag bei 400 Infektionen pro Tag. Am Samstag lag dieser Wert bei 418.

  • Bisher sind 324 Menschen am Virus gestorben.

Im Kanton Bern gelten bis mindestens am 7. Dezember folgende Massnahmen:

  • Veranstaltungen von mehr als 15 Personen sind verboten.

  • Bars und Clubs sowie öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Museen, Kinos, und Fitnesscenter sind geschlossen.

  • Für Gastrobetriebe gilt eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr, maximal dürfen 4 Personen an einem Tisch sitzen.

  • Die Maskentragpflicht gilt in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie in überdachten Bereichen von öffentlich zugänglichen Gebäuden.

  • Weitere Vorschriften im Kanton Bern finden Sie hier: «Das gilt aktuell im Kanton Bern»

Wie sich die wichtigsten Kennzahlen dieser Epidemie in der Schweiz und auch auf der Welt entwickeln: zur Übersicht.

Weitere Grafiken zur Entwicklung der Pandemie im Kanton Bern finden Sie an dieser Stelle.

LIVE TICKER BEENDET

298 Neuinfektionen, 11 Todesfälle

Der Kanton Bern meldet innert 24 Stunden 298 neue Corona-Fälle. Seit gestern Sonntag sind zudem 11 weitere Personen an den Folgen einer Covid-Ansteckung verstorben. Damit beläuft sich die Anzahl Todesfälle auf 324.

Seit dem letzten Freitag hat die Zahl der Hospitalisierten abgenommen. Aktuell befinden sich 377 Corona-Patientinnen und -patienten in Spitalpflege, 55 werden künstlich beatmet.

Vergangene Woche wurden im Kanton Bern insgesamt 16'053 Corona-Tests durchgeführt, wovon 2'988 positiv waren. Damit sinkt die Positivitätsrate auf 18,6 Prozent. Die Woche zuvor lag diese bei 20,4 Prozent mit 18'234 Abstrichen, wovon 3'711 positiv waren.

Kanton Bern
Kultur wehrt sich gegen Sparmassnahmen

Der Dachverband der Berner Kulturveranstalter Bekult wendet sich in einem Brief an den Berner Gemeinderat. Darin kritisieren die Kulturschaffenden die Stadt, die den Kulturhäusern angekündigt hat, 2024-2027 sei mit weniger finanzieller Unterstützung zu rechnen. Insbesondere durch die aktuelle Corona-Situation sei dies laut Bekult aber unzumutbar. «Die Institutionen jetzt zu drängen, nach weiteren Sparmöglichkeiten zu suchen, ist eine Zumutung», heisst es im Schreiben. Denn ob grosse Institutionen oder kleine Bühnen, die Situation sei für alle gleich: «Alle hoffen, alle bangen.»

Die Sparmassnahmen sind eine Folge der prekären städtischen Finanzlage. Bereits für das Budget 2021 wollte die Stadt vor allem bei den Freischaffenden sparen. Dagegen hat sich die Kulturszene jedoch gewehrt. Hinzu kommt jedoch, dass künftig die Bundesmillion wegfällt. Dies führte dazu, dass Kultur Stadt Bern die Partnerinnen und Partner der vierjährigen Leistungsverträge zum Gespräch über mögliche, vorerst noch freiwillig vorgenommene Einsparungen in den Jahren 2022/2023 eingeladen habe. Nun geht sie mit ihrer Ankündigung offenbar aber noch weiter.

344 Neuinfektionen, 7 Todesfälle

Der Kanton Bern meldet innert 24 Stunden 344 neue Corona-Fälle. Seit gestern sind zudem 7 Personen an den Folgen der Covid-Ansteckung verstorben. Damit steigt die Anzahl Todesfälle auf 313.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden insgesamt 25'671 Covid-19-Fälle bestätigt. Die Zahlen zu den Hospitalisierungen aktualisiert der Kanton morgen Montag.

Kanton Bern
Zusammenfassung Demo-Samstag

Am Samstag haben verschiedene linke Gruppierungen sowie Corona-Skeptiker in der Stadt Bern demonstriert. Die Berner Stadtregierung zeigt sich darüber alles andere als erfreut und nimmt die Kundgebungen zum Anlass, die Bevölkerung dazu aufzurufen, Masken zu tragen und Abstand zu halten. Die Zusammenfassung.

Der ÖV rollt wieder

Die Berner Gassen sind wieder passierbar, die Kundgebungen sind zu Ende. Bernmobil gibt auf Twitter bekannt, dass alle Linien nun wieder normal kursieren. (sik)

Keine Reibereien

Der linksautonome Demozug passiert auf seiner Tour durch die Innenstadt auch den Bundesplatz, wo er vereinzelte Corona-Massnahmen-Gegner kreuzt. Es kommt dabei aber zu keinerlei Unruhen. Die Polizei hält sich zurück. Der Demozug zieht anschliessend wieder Richtung Bollwerk weiter. (chl/sik)

Die Polizei hält sich zurück.
Die Polizei hält sich zurück.
Foto: Manuel Lopez
Demozug durch die Innenstadt

Die linksautonomen Gruppierungen, die sich um 14 Uhr auf dem Bahnhofplatz versammelt haben, ziehen auf der Spitalgasse in Richtung Innenstadt. Es handelt sich unterdessen um einen Demozug mit rund 100 Personen.

Der Demozug hat sich in Bewegung gesetzt.
Der Demozug hat sich in Bewegung gesetzt.
Keystone

Bernmobil meldet unterdessen via Twitter, dass es auf verschiedenen Linien aufgrund der Kundgebungen zu Einschränkungen kommt. (chl/sik)

Versammlung am Bahnhof

Unterdessen hat die Kundgebung auf dem Bahnhofplatz «offiziell» gestartet. Linksautonome Gruppen hatten aufgerufen, sich dort um 14 Uhr zu versammeln, um gegen die Corona-Skeptiker und deren rechte Orientierung zu demonstrieren. Kurz nach 14 Uhr befinden sich etwa zwei Dutzend Demonstrantinnen und Demonstranten vor Ort – auch bei dieser Kundgebung bleibt der grosse Zulauf also bisher aus. Die Teilnehmenden haben Transparente dabei, auf welchen Slogans wie «Gemeinsam gegen Nazis» oder «kein Platz für rechte Hetze» stehen.

Die Polizei hält sich derweil im Hintergrund, bedankt sich aber bei den Demonstrierenden für ihr Einhalten der Maskenpflicht. Auf Gespräche mit der Polizei wird nicht eingegangen.

Von einer Grossdemo kann derzeit keine Rede sein.
Von einer Grossdemo kann derzeit keine Rede sein.
Keystone

Derweil auf dem Bundesplatz: Laut einem Reporter vor Ort haben sich kurz nach 14 Uhr höchstens zehn Personen versammelt, die gegen die Corona-Massnahmen des Bundes demonstrieren wollen. Die Polizei ist dabei, diese zu kontrollieren und wegzuweisen. (chl/sik)

Die Polizei kontrolliert Corona-Skeptiker auf dem Bundesplatz.
Die Polizei kontrolliert Corona-Skeptiker auf dem Bundesplatz.
Foto: Manuel Lopez
Bundesplatz noch leer

Die Stimmung auf dem Bundesplatz zeigt sich kurz nach 13 Uhr friedlich. Die Märitleute sind gerade dabei, ihre Stände abzuräumen. Einzig ein Polizeiwagen weist darauf hin, dass für heute Samstag verschiedene Demonstrationen angekündigt sind.

So hatten im Vorfeld mehrere Einzelpersonen im Internet dazu aufgerufen ab 13 Uhr auf dem Bundesplatz gegen die Corona-Massnahmen des Bundes zu demonstrieren. Kurz nach 13 Uhr sind auf dem Bundesplatz aber noch keine Demonstrantinnen und Demonstranten zu erkennen, die dem Aufruf gefolgt sind.

Ein paar Märitleute und jene, die die Sonne geniessen: Von Demonstranten noch keine Spur.
Ein paar Märitleute und jene, die die Sonne geniessen: Von Demonstranten noch keine Spur.
chl

Für 14 Uhr haben hingegen Linksaktivisten zu einer weiteren Kundgebung auf dem Bahnhofplatz aufgerufen. Man wolle der «faschistischen und rassistischen Hetze» der Corona-Rebellen Gegensteuer geben. Ob diesem Ruf mehr Leute folgen werden? (chl/sik)

Angekündigte Demos

Auch für diesen Samstag sind in der Stadt Bern mehrere Kundgebungen angekündigt. Der Grund dafür sind einmal mehr die Corona-Massnahmen des Bundes, welche Corona-Skeptiker auf den Plan rufen: Auf diversen Seiten wird mit individuellen Posts dazu aufgefordert, sich gegen die Pandemie-Massnahmen zu wehren.

Dies wiederum ruft nun aber auch deren Gegner auf den Plan: Die Aktion der Corona-Rebellen biete auch Raum für «faschistische und rassistische Hetze», schreiben Linksaktivisten auf dem Onlineportal Barrikade.info. Deshalb wolle man sich am Samstag um 14 Uhr auf dem Bahnhofplatz versammeln.

Die Situation veranlasst Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) dazu, ein Demoverbot nochmals zu überdenken: «In der aktuellen Situation müssen wir uns überlegen, ein Verbot von Kundgebungen mit mehr als 15 Personen einzuführen», sagt Nause. Mehr zum Thema. (sik)

In den vergangenen Wochen demonstrierten Corona-Skeptiker immer wieder gegen die Pandemie-Massnahmen in Bern – so auch am 31. Oktober.
In den vergangenen Wochen demonstrierten Corona-Skeptiker immer wieder gegen die Pandemie-Massnahmen in Bern – so auch am 31. Oktober.
Foto: Raphael Moser
466 neue Fälle, 5 Todesfälle

Der Kanton Bern meldet am Samstag 466 neue Covid-Fälle. Dies stellt gemessen an Freitag und Donnerstag eine Zunahme dar. Gegenüber vergangenen Samstag ist jedoch eine Abnahme von über Hundert Fällen zu beobachten.

Innerhalb eines Tages sind fünf weitere Personen im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung gestorben.

Die Zahlen der hospitalisierten Personen wird erst am Montag wieder aktualisiert.

436 neue Ansteckungen, 9 Todesfälle

Der Kanton Bern meldet am Freitag 436 neue Ansteckungen aus den letzten 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum sind 9 weitere Covid-Patientinnen und -patienten gestorben. Die Anzahl Todesfälle seit Beginn der Pandemie liegt bei 301.

Die Ansteckungszahlen bleiben damit auf hohem Niveau stabil, Gestern Donnerstag sind 416 Fälle gemeldet worden, am Mittwoch 560. Im Durchschnitt sind während den letzten sieben Tagen täglich 436 Neuinfektionen dazugekommen. Am Donnerstag lag dieser Wert bei 447 neuen Fällen pro Tag.

Leicht angestiegen ist jedoch die Anzahl hospitalisierter Coronafälle, dies bei gleichzeitig leichtem Rückgang der belegten Intensivbetten. Waren am Donnerstag noch 385 Personen hospitalisiert (73 auf der Intensivstation, davon 62 künstlich beatmet), sind heute Freitag 390 Personen im Spital (67 auf der Intensivstation, davon 56 künstlich beatmet).

Screenshot Kanton Bern
Was die verlängerten Massnahmen bedeuten

Der Kanton Bern verlängert die aktuell geltenden Corona-Massnahmen bis mindestens am 7. Dezember. Die Massnahmen könnten erst gelockert werden, wenn sich der Druck auf die Spitäler verringere und die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinke, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) am Donnerstag vor den Medien.

Auch kündigt der Kanton Bern an, sich an der finanziellen Unterstützung an für die besonders von der Pandemie betroffenen Unternehmen - für die sogenannten Härtefälle - zu beteiligen. Konkret stockt der Kanton das Bundesprogramm auf: 120 Millionen Franken können damit an die kriselnden Unternehmen verteilt werden. Insbesondere die Event-, Tourismus-, Hotellerie- und Gastrobranche dürften davon profitieren. Bis die Gelder fliessen, könnte es aber nächstes Jahr werden. Lesen Sie hier mehr dazu (Abo).

Komplizierte Verteilung

Die 120 Millionen Franken unter den Unternehmen zu verteilen, ist indes eine schwierige Aufgabe für den Kanton. Wie geschieht die Verteilung? Wer entscheidet, was ein Härtefall ist? Müssen Betriebe das Geld zurückzahlen? Und: Reichen die geplanten Finanzhilfen aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Härtefallfonds finden sie hier (Abo).

Dass der Kanton Bern insgesamt 120 Millionen Franken an Corona-Härtefälle verteilen will, ist richtig. Doch es braucht strenge Kriterien – und einen Effort des Kantons: Der «Bund»-Kommentar zu den Corona-Hilfsgeldern. (Abo)

Ratlose Kultur

Kinos, Museen, Theater, Konzertlokale, Clubs: Sie alle bleiben im Kanton Bern mindestens bis zum 7. Dezember geschlossen. Und für sie gibt es vorerst auch keine finanzielle Hilfe. Das sorgt bei den Betreiberinnen und Betreiber für Unverständnis. Sie müssen erneut ihr Programm anpassen. Was das für die Betriebe bedeutet, lesen Sie hier (Abo).

Nina Zimmer, Direktorin des Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee, beschreibt die Situation für die Berner Kultur im «Bund»-Interview so: «Wir spielen Tetris unter erschwerten Bedingungen.» Im ausführlichen Interview (Abo) erzählt Zimmer, wie es aktuell hinter den Kulissen des Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee aussieht.

«Es wird erst nach der Pandemie klar sein, welches Kunstwerk es geschafft hat, den Zeitgeist auf den Punkt zu bringen»: Nina Zimmer.
«Es wird erst nach der Pandemie klar sein, welches Kunstwerk es geschafft hat, den Zeitgeist auf den Punkt zu bringen»: Nina Zimmer.
Foto: Adrian Moser
Handels- und Industrieverein: Hopp Regierungsrat, nicht schlafen!

Beim Handels- und Industrieverein Sektion Bern spricht man von einer «guten Lösung» zur Abfederung von Härtefällen. Präsident Giorgio Albisetti hofft, dass der Kanton nun möglichst rasch Organisation und Spielregeln für die Auszahlung der Hilfe festlegt. Damit Firmen bereits ab Anfang Dezember Gesuche einreichen können, «sind nun halt Nachtschichten auf den betreffenden Ämtern nötig», sagt Albisetti. (bob)

Konzert Theater Bern verschiebt Produktionen

Bei Konzert Theater Bern sei man auf beide Varianten vorbereitet gewesen, sagt Mediensprecherin Annina Hasler. Ein Alternativprogramm wurde konzipiert für Vorstellungen mit bis zu maximal 50 Personen.

Die Verlängerung der Covid19-Massnahmen bis zum 7. Dezember hat auch Folgen für einzelne Produktionen: Das Weihnachtsmärchen «Momo», dessen Premiere auf den 6. Dezember angesetzt war, wird verschoben, soll aber später noch nachgeholt werden. Ganz In die nächste Saison verschoben wird dagegen die Tanzproduktion «La Divina Comedia». Das am 4. Dezember geplante Benefizkonzert mit Sol Gabetta im Casino Bern wird ersatzlos gestrichen.

Sollte der Regierungsrat für die Zeit ab 7. Dezember wieder Vorstellungen mit bis zu 50 Personen erlauben, wird Konzert Theater Bern seinen Alternativspielplan mit einer Auswahl von Produktionen zum Einsatz bringen. (lex)

Die Proben für das Wintermärchen «Momo» fanden bereits statt. Nun ist die Aufführung verschoben.
Die Proben für das Wintermärchen «Momo» fanden bereits statt. Nun ist die Aufführung verschoben.
Foto: Franziska Rothenbühler
Stadt rechnet mit «erheblichem Teil» der 120 Millionen

Rund 120 Millionen Franken sollen gemäss dem Kanton in den kommenden Monaten für unternehmerische Härtefälle ausbezahlt werden. In der Stadt Bern rechnet man damit, dass «angesichts der Betroffenheit» ein erheblicher Teil davon in die Bundesstadt fliessen werde. Das sagt Walter Langenegger, der Leiter des städtischen Informationsdienstes, auf Anfrage.

Der Gemeinderat habe den Regierungsrat gebeten, auch die besonders betroffenen urbanen Branchen adäquat zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem die städtische Hotellerie, aber auch die Gastronomie, die Kultur, der Eventbereich, der Detailhandel der Innenstadt, wie auch die Bars und Clubs, so Langenegger. (lok)

Gastroverband bräuchte allein 15 Millionen

Sehnlichst erwartet wird die Härtefall-Hilfe bei Gastrostadtbern und Umgebung. «Mit den 120 Millionen Franken von Bund und Kanton könnte man einiges erreichen», sagt Präsident Tobias Burkhalter. Er schätzt den Hilfsbedarf in der Gastrobranche allein im Grossraum Bern auf 15 Millionen Franken. «Wichtig wäre eine möglichst rasche Auszahlung von Hilfsgeldern», sagt Burkhalter. Ansonsten müsse bald mit Entlassungen und Konkursen gerechnet werden. In diesem Sinne hätte Burkhalter eine Neuauflage der Covid-Kredite durch den Bund begrüsst. «Mit der Härtefallhilfe über den Kanton dürfte es leider länger dauern, bis Geld fliesst», sagt Burkhalter. (bob)

Cityverband fordert «schnelle und pragmatische Lösungen»

Sven Gubler, Chef der Berner Innestadtorganisation Bern City, begrüsst die nun bechlossene Erhöhung der Härtefallmassnahmen und die Massnahme im Allgemeinen. Er sagt auf Anfrage: «Wir sehen aber die Schwierigkeit, zeitnah die Umsetzung bei Kanton und Bund zu machen und somit die dringende Hilfe schnell an die Unternehmen weiterzuleiten.»

Gubler hofft nun, dass der Kanton «schnelle und pragmatische Lösungen» findet, wie dies bei den Covid-Krediten gemacht worden sei. Man könnte sich ja auch vorstellen, dass die Covid-Kredit Prozesse nochmals eröffnet werden und diese für bereits bezogene Krediten nochmals erhöht werden könnten. (bob)

Sven Gubler hofft auf «schnelle und pragmatische Lösungen».
Sven Gubler hofft auf «schnelle und pragmatische Lösungen».
Foto: Adrian Moser
«Ein Sonderopfer» – Die Reaktion der Kinobetreiberin

Für die Kinobranche ist die Verlängerung der Corona-Massnahmen gravierend. Jetzt sei für die Kinos die wichtigste Zeit im Jahr, sagt Edna Epelbaum, die in Bern die Quinnie- und in Biel die Cinevital-Kinos betreibt. Unverständlich sei für sie, warum Bern als einziger Deutschschweizer Kanton die Kultur auf Eis legt. «Dieses Sonderopfer ist mir bis heute nicht plausibel erklärt worden.» Gerade in der Kinobranche, die national eng vernetzt sei, bringe das besondere Schwierigkeiten mit sich: So gehen etwa Filme, die in der übrigen Deutschschweiz lanciert werden, an Bern vorbei.

Epelbaum betont auch, dass man hinsichtlich der Kinos nicht von einer ökonomischen Randerscheinung sprechen könne: «In Bern gibt es 84 Leinwände, die 2019 einen Umsatz von über 25 Millionen Franken generierten. Das sind 13 Prozent des gesamtschweizerischen Kino-Umsatzes.» Betroffen wären bei allfälligen Betriebsschliessungen Hunderte von Arbeitsplätzen. Darum gelte es jetzt, das Mittel der Ausfallentschädigungen so schnell wie möglich zu aktivieren, so Epelbaum.

Falls der Kanton ab 7. Dezember eine Lockerung der Massnahmen beschliessen würde, würde man die Quinnie- und Cinevital-Kinos öffnen - auch für 50 Personen, und auch, wenn sich das wirtschaftlich nicht unbedingt lohne: «Wir erachten Kino nach wie vor als sehr wichtigen Rückzugsort – gerade in Zeiten der Krise.» (reg)

Für Edna Epelbaum ist unverständlich, warum Bern als einziger Deutschschweizer Kanton die Kultur auf Eis legt.
Für Edna Epelbaum ist unverständlich, warum Bern als einziger Deutschschweizer Kanton die Kultur auf Eis legt.
Foto: Stefan Anderegg
Reaktion von KMU Bern

Beim Gewerbeverband KMU Stadt Bern werden die Corona-Hilfsgelder für Härtefälle begrüsst. Ob die vorerst 120 Millionen Franken für den Kanton Bern ausreichen, werde man sehen, sagt Präsident Thomas Balmer. «Falls es eine weitere Welle geben sollte, wird man die Hilfe nochmals anpassen müssen.»

In diesem Sinne sei es äusserst positiv, dass der Regierungsrat bereits für den 7. Dezember mögliche Lockerungen der Schutzmassnahmen prüfen wolle, sagt Balmer.

Redaktion Der Bund

319 Kommentare
    Hans Rohner

    Warum wohl gehen die Neuinfektionen im Gegensatz zu den welschen Kantonen mit Mini Lockout nicht zurück?? Wie lange geht es wohl noch bis der Berner Regierungsrat und der Bundesrat das Problem auch erkennen und die entsprechenden Massnahmen trifft?