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Coronavirus im Kanton Bern +++ Massentests in Wengen: 7 von knapp 1000 positiv +++ 180 Ansteckungen, ein Todesfall

Der Kanton Bern macht 15'000 neue Impftermine verfügbar. Hilfsgesuche für Firmen sind ab dem 25. Januar möglich.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Kanton Bern meldete innert 24 Stunden 180 neue Corona-Fälle. Eine Person ist an den Folgen der Ansteckung mit dem Virus verstorben.

  • Der 7-Tage-Schnitt der Infektionen beträgt 238. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 359 Infektionen. Die Positivitätsrate liegt bei 11,9 Prozent.

  • Die Zahl der Todesfälle liegt nun bei insgesamt 810.

«Das gilt aktuell im Kanton Bern»

Wie sich die wichtigsten Kennzahlen dieser Epidemie in der Schweiz und auch auf der Welt entwickeln: zur Übersicht.

Weitere Grafiken zur Entwicklung der Pandemie im Kanton Bern finden Sie an dieser Stelle.

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Massentests in Wengen: 7 von knapp 1000 positiv

Bei den Massentests in Wengen ist das Coronavirus bislang bei sieben Personen nachgewiesen worden. Ob sie sich mit der britischen Virus-Variante infiziert haben, ist noch offen.

Die Tests befänden sich in der Sequenzierung, sagte Gundekar Giebel, Sprecher der bernischen Gesundheitsdirektion, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bis Samstagabend wurden demnach in Wengen 970 Personen getestet.

Am Montag wird in Lauterbrunnen ein zweites Testzentrum für die Gemeinde eröffnet, wie Giebel weiter bekannt gab. Der Kanton Bern hatte zu Beginn der vergangenen Woche beschlossen, die Testkapazitäten im Tourismusort hochzufahren.

Zuvor waren die positiven Fälle in Wengen innert kurzer Zeit stark angestiegen. Noch Mitte Dezember gab es in Wengen bloss zehn Corona-Fälle, danach stieg die Zahl innert weniger Wochen auf 90 an. Allein 28 Fälle gehen auf einen britischen Hotelgast zurück, der sich als Superspreader entpuppte. (sda)

Burno Petroni
180 neue Fälle, ein Todesfall

Innert 24 Stunden meldet der Kanton Bern 180 weitere Covid-19-Fälle. Insgesamt wurden 1'509 Tests durchgeführt, die Positivitätsrate liegt damit bei 11,9 Prozent. Der 7-Tage-Schnitt fällt auf 238. Gestern lag dieser Wert noch bei 252.

Zudem meldet der Kanton einen weiteren Todesfall. Damit sind seit Ausbruch der Pandemie 810 Personen an den Folgen der Covid-Erkrankung verstorben.

Die Zahlen zu den Hospitalisierungen werden morgen Montag wieder aktualisiert. (cgg)

Kanton Bern
Berner Regierungsrat lässt sich impfen – aber nicht vorzeitig

Auch die Mitglieder des Berner Regierungsrats werden sich impfen lassen. Allerdings werden sie dies nicht vorzeitig tun, sondern dann, «wenn es dem Programm entspricht».

Das sagte Regierungssprecher Christian Kräuchi am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ob sich die sieben Regierungsmitglieder gemeinsam impfen lassen werden, ist laut Kräuchi noch offen.

Die Impfaktion der Bundesratsmitglieder hatte am Freitag begonnen. Wer sich bereits hat impfen liess, ist nicht bekannt. Der Bundesrat folgt nach Angaben seines Sprechers André Simonazzi den Kriterien der Impfstrategie des Bundes, berücksichtigt aber auch die «individuellen beruflichen Bedürfnisse» der Regierungsmitglieder.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bezeichnet Menschen ab 65 Jahren als besonders gefährdete Personen, die zuerst zur Impfung zugelassen sind. Die Mitglieder der Berner Regierung sind zwischen 42 und 60 Jahre alt. (sda)

Der Berner Regierungsrat in einer Aufnahme von Juni 2019.
Der Berner Regierungsrat in einer Aufnahme von Juni 2019.
Foto: Anthony Anex (Keystone)
Leicht weniger Infektionen gemeldet

Im Kanton Bern ist die Zahl der Corona-Neuansteckungen weiterhin leicht rückläufig. Am Samstag wurden 219 Neuansteckungen bekannt, gut 100 weniger als vor einer Woche bei fast gleich viel durchgeführten Tests. Die Anzahl der Tests betrug 2'174. Damit fielen 10 Prozent der Tests positiv aus. Das gab der Kanton Bern auf seiner Website bekannt.

Der Durchschnitt aus den letzten sieben Tagen beträgt damit 252 Infektionen pro Tag. Vor einer Woche lag der Sieben-Tage-Schnitt noch bei 346 Fällen.

Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hatte am Freitag davor gewarnt, wegen der rückläufigen Fallzahlen fahrlässig zu werden. Mit der neuen Virusvariante sei das Risiko einer erneuten Explosion der Fallzahlen sehr gross.

Seit Freitag sind neun weitere Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie den aktualisierten Zahlen zu entnehmen ist. Seit Beginn der Pandemie gab es 809 Todesopfer.

Die Zahl der Hospitalisierten wird am Wochenende nicht aktualisiert. Am Freitag lagen 212 Covid-Patienten in Berner Spitälern, 39 von ihnen auf der Intensivstation. (sda/zec)

Kanton Bern

15'000 neue Impftermine

Im Kanton Bern sind seit dem Impfstart am Montag über 4500 Personen mit einer ersten Dosis gegen Covid geimpft worden. Am Freitag gaben die Behörden zusätzliche Impftermine frei.

Die 15'000 frei geschalteten Impftermine kommen zu den seit einer Woche angebotenen 40'000 Terminen hinzu. Mit dem neuen Impfstoff von Moderna könne der Kanton Bern seine Impfkapazität weiter hochfahren, sagte Frank Neff, Mitglied des Sonderstabs am Freitag vor den Medien.

Die 26'000 zusätzlichen Moderna-Impfdosen ermöglichten es, nebst den zusätzlichen Terminen in den Impfzentren die Kapazitäten der Heimimpfungen deutlich zu erhöhen. Laut Neff soll in einem nächsten Schritt auch direkt in den Spitälern geimpft werden. Erst später sind die Arztpraxen an der Reihe.

Bald neun Impfzentren

Die Hausärzte hätten es jedoch in der Hand, ihre Risikopatienten für die Impfzentren anzumelden, sagte Neff. Je nach Buchungsstand der Termine durch die Gruppe A (über 75-Jährige) will der Kanton schon nächste Woche die Gruppe B zulassen: Hochrisiko-Personen ab 16 Jahren, die über ein entsprechendes ärztliches Attest verfügen.

Nächsten Montag werden in Langenthal und Biel zwei weitere Impfzentren eröffnet. Am 25. Januar folgt Langnau als letzter der neun Impfzentren. Im Vollbetrieb können diese Zentren täglich bis zu 5000 Dosen verabreichen.

Zusammen mit den Heimen, Spitälern, mobilen Impfteams, Hausärzten und Apothekern könnte die Impfkapazität auf über 8500 Dosen pro Tag erhöht werden – sofern genügend Impfstoff zur Verfügung steht. (sda)

Link zur Registrierung: www.be.ch/corona-impfung

304 neue Corona-Fälle – 9 weitere Todesfälle

Im Kanton Bern sind innerhalb der letzten 24 Stunden 304 neue Corona-Fälle registriert worden. 9 Menschen sind an den Folgen der Ansteckung gestorben. Der 7-Tage-Schnitt der Infektion beträgt 269, die Positivitätsrate 10.9 Prozent.

Sozialpartner begrüssen Entscheid

In einer gemeinsamen Mitteilung zeigen sich KMU- und Arbeitgeberverbände erleichtert über den Entscheid des Regierungsrates, den Umfang der Härtefallhilfen auszuweiten und den Zugang dazu zu vereinfachen. «Der Regierungsrat hat die berechtigte Kritik aus der Wirtschaft aufgenommen», heisst es im Schreiben.

Zusammenfassung: Härtefallhilfe im Kanton Bern: neu gibt es bis zu 750'000 Franken

Der Kanton Bern hat die Härtefallhilfe für Unternehmen in der Coronakrise vereinfacht und den aktuellen Eckwerten des Bundes angepasst. Maximal erhalten Unternehmen nicht mehr 200'000 Franken sondern bis zu 750'000 Franken.

Die geänderte kantonale Härtefallverordnung tritt am Montag in Kraft, wie der Regierungsrat am Freitag mitteilte. Ziel der Berner Kantonsregierung ist es, den Vollzug der Härtefallregelung so rasch und einfach wie möglich zu gestalten.

Die vom Bundesrat am Mittwoch beschlossenen Vereinfachungen und Lockerungen im Zusammenhang mit der Härtefallhilfe hat der Kanton Bern weitgehend übernommen. Die Berner Regierung rechnet mit rund 6000 Härtefallgesuchen.

Unternehmen, die seit Anfang November 2020 während mindestens 40 Kalendertagen behördlich geschlossen wurden, gelten neu automatisch als Härtefälle. Der Kanton verzichtet auf einen Nachweis der Gefährdung der Existenz, behält sich aber vor, Beiträge nachträglich zurückzufordern, sollte eine Überdeckung vorliegen.

Als Bemessungsgrundlage dienen neu die Umsätze der vergangenen 12 Monate und nicht der Jahresumsatz 2020. Zur Berechnung der Beiträge werden die Fixkosten, das heisst, alle vom Umsatz unabhängigen Kosten ohne Löhne, hinzugezogen.

Die so berechneten Fixkosten dienen der Festlegung der Unterstützung. Der Kanton verzichtet zudem auf den Nachweis, dass beim Unternehmen im Jahr 2019 keine Überschuldung vorliegt und der Betrieb bis Mitte 2021 überlebensfähig sein muss.

Ausserdem wird das Verbot, Dividenden oder Tantiemen zu bezahlen auf drei Jahre oder bis zur Rückzahlung der Hilfe verkürzt.

Neu gelten auch höhere Obergrenzen für die à-Fonds-perdu-Beiträge. Der Kanton kann Firmen mit Beiträgen von bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes, höchstens aber 750'000 Franken entschädigen. Damit wird der Spielraum des Bundes vollständig ausgeschöpft.

Im Moment sei nicht absehbar, wie weit der zur Verfügung stehende Rahmenkredit ausreiche, um alle beitragsberechtigten Unternehmen zu unterstützen, schreibt der Regierungsrat in seiner Mitteilung. Er geht davon aus, dass die budgetierten Gelder kaum ausreichen dürften.

Der Regierungsrat betont deshalb, dass der Bundesrat die vom eidgenössischen Parlament gesprochenen Reserven von 750 Mio. Franken vollumfänglich den Kantonen zur Verfügung stellen wird, ohne dass diese die zusätzliche Tranche mitfinanzieren müssen.

Damit könnte der Kanton Bern zusätzlich rund 80 Millionen Franken zu den bereits vorgesehenen 200 Mio. Franken für die Härtefallmassnahmen einsetzen, hofft die Regierung. Weiter erwartet der Regierungsrat vom Bund, dass er dem Parlament im Frühling eine fünfte Tranche für Härtefallmassnahmen vorlegt.

Der Kanton Bern rechnet mit rund 6000 Härtefallgesuchen. Sie sollen möglichst innerhalb von zehn Tagen bearbeitet und so rasch wie möglich ausbezahlt werden. Die Gesuche können bis im Juli 2021 gestellt werden.

Im Kanton Bern ist die Härtefallhilfe Anfang Januar angelaufen. Lange verwies der Kanton auf den Bund, den er primär in der Pflicht sah. Die vom Kanton Bern ausgearbeitete Lösung stiess Anfang Januar auf viel Kritik, namentlich in der Gastrobranche. Kaum ein Betrieb erfülle die strengen Kriterien, hiess es etwa beim Branchenverband Gastrobern.

Am Mittwoch hat nun der Bundesrat mit Lockerungen und Vereinfachungen bei der Härtefallhilfe vorgelegt. Der Kanton Bern hat daraufhin die Härtefallhilfe sistiert, bis die Verordnung überarbeitet ist. (sda)

Die Pressekonferenz ist beendet

Der kantonale Medienverantwortliche schliesst die Pressekonferenz.

Welche Folgen hat die neue Quarantäneregel?

Der Kanton Bern wendet bereits seit mehreren Tagen eine strengere Quarantäneregel an. Deshalb ist zu erwarten, dass mehr Leute in Quarantäne müssen. Welche konkreten Folgen das hat und wie viele Leute zusätzlich in Quarantäne müssen, sei aber schwer abzuschätzen, sagt Kantonsärztin Nartey.

Impfkampagne gut angelaufen

«Die Impfkampagne ist gut angelaufen», sagt Frank Neff, Mitglied des zuständigen Sonderstabs. In dieser Woche habe der Kanton rund 4'500 Personen mit der ersten Dosis impfen können. Weil mit dem Moderna-Impfstoff neu ein zusätzlicher Impfstoff zur Verfügung steht, will der Kanton seine Impfkapazität weiter erhöhen. So wird Bern ab übernächster Woche über neun Impfzentren verfügen.

Kantonsärztin zu Wengen

In Wengen sei die grösste Häufung von Fällen mit dem neuen mutierten Virus festzustellen, sagt Kantonsärztin Linda Nartey. Die Mehrheit der Fälle sei auf einen britischen Gast zurückzuführen, der sich nicht an die Quarantäneregeln gehalten habe. In den vergangenen zwei Tagen wurden in Wengen insgesamt 567 Schnelltests durchgeführt, davon waren 3 positiv. Von 47 PCR-Tests stehen die Ergebnisse noch aus. Der Kanton will ab Montag auch in Lauterbrunnen Tests durchführen.

Ammanns Zeitplan

«Mein Ziel ist, dass ab dem 25. Januar die Gesuche nach den neuen Vorgaben eingereicht werden können», sagt Ammann. Anschliessend sollen die Gesuche innerhalb von 10 Tagen bearbeitet werden.

Wirtschaftsdirektion im Stress

«Die Wirtschaftsdirektion ist nicht erst seit Mittwoch im 24/7-Modus», sagt Ammann. Man rekrutiere aber zusätzlich noch Personal, um für den Ansturm gerüstet zu sein. Das alles müsse innerhalb von wenigen Tagen passieren. Dabei brauche es auch bei der IT noch Anpassungen, so Ammann. Diese laufe zwar nach dem alten System, müsse nun aber für die neuen Anforderungen eingerichtet werden. Deshalb müssen die bisherigen Gesuchssteller ihre Gesuche erneut einreichen. «Das soll aber unbürokratisch erfolgen», so Ammann.

Deutlich mehr Härtefälle

«Wir rechnen mit 6'000 bis 10'000 Gesuchen für Härtefallgelder», sagt Wirtschaftsdirektor Ammann. Das sind mehr als das doppelt so viele als mit dem bisher gültigen Verfahren. Bis Mittwochabend hatten erst knapp 60 Unternehmen ein Gesuch eingereicht. Diese müssen ihr Gesuch nun erneut einreichen. Die Gesuche müssen bis spätestens am 31. Juli 2021 elektronisch beim Kanton eingereicht werden.

Höchstbeträge werden erhöht

Mit der neuen Regel erhalten die betroffenen Unternehmen mehr Geld als bisher vorgesehen. So zahlt der Kanton bei A-fonds-perdu-Beiträge neu bis zu 20 Prozent des massgebenden Umsatzes. Bisher war der Beitrag bei 10 Prozent gedeckelt. Die konkrete Obergrenze pro Unternehmen liegt neu bei 750'000 Franken.

Restaurants und Bars profitieren

Mit der neuen Regel dürften künftig deutlich mehr Unternehmen als Härtefälle gelten. Wichtigster Grund dafür ist die Tatsache, dass neu auch als Härtefall gilt, wer seit dem 1. November 2020 während mehr als 40 Kalendertagen sein Geschäft schliessen musste. Davon dürften insbesondere Restaurants, Bars und Diskotheken profitieren.

Fixkosten entscheidend

Die neue kantonale Härtefallverordnung wird am kommenden Montag in Kraft gesetzt. Neu braucht es weniger Nachweise als bisher. Zudem sind künftig die Fixkosten sowohl für den Anspruch, als auch für die Höhe der A-fonds-perdu-Beiträge relevant.

Bundesrat änderte Spielregeln

«Der Bundesrat hat die Spielregeln geändert. Das ist gut und richtig so», sagt Wirtschaftsdirektor Christoph Ammann zu den Härtefallmassnahmen. Das Problem sei aber, dass der Bundesrat die Regeln mitten in einem laufenden Spiel geändert habe. Der Kanton Bern habe deshalb den seit 4. Januar laufenden Prozess sofort pausiert und neu organisiert.

Härtefälle: Bern folgt dem Bundesrat

Bei der Härtefallhilfe übernimmt der Kanton Bern weitgehend die nationalen Vorgaben, die der Bundesrat am Mittwoch bekanntgegeben hat. Zuletzt waren die kantonalen Anforderungen restriktiver gewesen. Gleich bleibt jedoch die Bedingung, dass die A-fonds-perdu-Beiträge nur für Unternehmen mit einem Mindestumsatz von 100’000 Franken erhältlich sind. Die nationalen Vorgaben würden grundsätzlich auch Härtefallgelder an Unternehmen mit einem Umsatz von 50'000 Franken ermöglichen.

Redaktion Der Bund

445 Kommentare
    Paul Geissbühler, 3072 OM

    Sehr geehrter Herr Giebel, für all Ihre Argumente "warum ... und wieso?" kann ich ein gewisses Verständnis aufbringen! Zu wenig Impfstoff, da habe ich aber überhaupt kein Verständnis ... - "so nicht" - wenn der Bund (BAG) versagt, müssen die Kantone rechtzeitig aktiv werden und bei den zuständigen Instanzen intervenieren und fordern!

    Und nun müssen ultimativ Taten folgen - nur Worte gelten nicht! Vielen Dank.

    Paul Geissbühler, 3072 Ostermundigen / 2021-01-17