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Überflüssige LaboranalysenTeure Sonnenvitamin-Tests haben sich in kurzer Zeit verdreifacht

Jedes Jahr lässt sich mindestens jeder Fünfte den Vitamin-D-Spiegel im Blut messen – ohne medizinischen Nutzen. Die Kosten für die Grundversicherung betragen 90 Millionen Franken.

Im Winter ist die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden zu tief, weshalb unser Körper auf die Vitamin-D-Vorräte vom Herbst zurückgreift.
Im Winter ist die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden zu tief, weshalb unser Körper auf die Vitamin-D-Vorräte vom Herbst zurückgreift.
Foto: Getty Images/Westend61

Herrscht in der Schweiz womöglich eine Ernährungskrise? Zu diesem Schluss könnte man angesichts der schnell wachsenden Zahl von Labortests auf Mikronährstoffe kommen. Ärztinnen und Ärzte untersuchen damit einen möglichen Mangel an Vitaminen und Spurenelementen. Von 2012 bis 2018 ist der Anteil der Bevölkerung, die solche Tests durchführen liessen, von 25 auf 35 Prozent gestiegen. Einen medizinischen Grund für diese starke Steigerung gibt es allerdings keinen.

Besonders auffällig ist der Trend bei Vitamin D. Dem Sonnenvitamin wird trotz zweifelhafter Belege seit Jahren nachgesagt, dass es vor zahlreichen Leiden von Krebs über Knochenbrüche und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis Infektionen schützt – zuletzt sogar vor dem Coronavirus, was die Vitamin-D-Nachfrage zusätzlich nach oben schnellen liess.

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