Tesla verdoppelt Umsatz – Arbeiter unzufrieden

Tesla hat seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Die Anleger sind erfreut. Nicht so die Mitarbeiter: Sie klagen über die tiefen Löhne und die vielen Arbeitsunfälle.

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Der Elektroautobauer Tesla hat die Erwartungen im zweiten Quartal übertroffen und liegt bei der Produktion seines ersten Elektroautos für den Massenmarkt im Plan. Verglichen mit dem Vorjahreswert kletterten die Erträge um 120 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar.

Gleichwohl schreibt Tesla weiter rote Zahlen, wie der Konzern von Tech-Milliardär Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Verlust weitete sich auf 336 Millionen Dollar von 293 Millionen Dollar aus, fiel damit aber dennoch deutlich geringer aus als angenommen.

Zahlen kommen gut an

Die Vorbereitung auf den Model-3-Start kostete Tesla zuletzt viel Geld. Der Wagen ist als erstes Elektroauto für den Massenmarkt gedacht. Am 30. Juni sass das Unternehmen auf Barbeständen von rund drei Milliarden Dollar nach vier Milliarden Dollar zum Ende des Vorquartals.

Bei Anlegern kamen die Zahlen gut an, die Aktie stieg nachbörslich zunächst um fünf Prozent.

Tesla hatte seine Absatz-Prognosen für das erste Halbjahr gerade so eingehalten. Der Konzern lieferte gut 47'000 Fahrzeuge des Model S und X aus. Die eigene Vorhersage hatte bei 47'000 bis 50'000 gelegen. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt. Für das zweite Halbjahr nahm sich Tesla mehr vor.

Neues Modell erstmals ausgeliefert

Tesla hat nach früheren Angaben für sein neues Model-3-Fahrzeug mehr als eine halbe Million Vorbestellungen. Am Freitag hatte das Unternehmen die ersten 30 Autos an Mitarbeiter vor dem Werk im kalifornischen Fremont ausgeliefert. Sollte Tesla tatsächlich 500'000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren und absetzen, würde das US-Unternehmen wahrscheinlich Hersteller wie BMW, Mercedes oder Lexus in den USA hinter sich lassen.

In einem Brief an die Aktionäre verkündete Firmenchef Musk nun, dass Tesla auf Kurs sei, alle zuvor ausgegebenen Ziele bei der Fertigung des Model 3 zu erreichen. Tesla will seine Produktion ab 2018 inklusive der Luxuswagen Model S und Model X auf 500'000 Autos pro Jahr erhöhen. Für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr rollten lediglich rund 84'000 Wagen vom Band.

Tesla gilt als Vorreiter in der Produktion von Elektroautos, die unter dem Druck schärferer Klimaschutzvorschriften inzwischen aber auch bei den Platzhirschen der Autobranche in den Fokus gerückt sind.

Arbeiter beschweren sich

Der US-Elektroautobauer Tesla sieht sich inmitten der ersten Auslieferungsphase seines Mittelklassewagens mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten konfrontiert. Sie kritisieren die Löhne und Arbeitsbedingungen.

In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten Angestellte nun Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmassnahmen.

Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

Die Löhne in der Tesla-Fabrik sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar.

Es gibt ausserdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle. Die Beschäftigen seien es leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Dies senke die Moral und sei «traumatisierend».

woz/chk/sda

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