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Frage des Tages: Soll Leuenberger auf Mandat verzichten?

Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger verteidigt seinen Entscheid, im Verwaltungsrat von Implenia Einsitz zu nehmen. Was meinen Sie, soll er auf das Mandat verzichten? Stimmen Sie am Ende des Artikels ab.

«Ich will politischen Einfluss nehmen»: Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger.
«Ich will politischen Einfluss nehmen»: Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger.
Keystone

Seine Mandate bei Implenia und im Swiss Stiftungsrat verteidigt Moritz Leuenberger gegenüber «Der Sonntag». «Ich bin nicht damit einverstanden, dass Sozialdemokraten nur in der Oper, der sozialen Wohlfahrt und in der Kultur Platz haben, Freisinnige aber automatisch in der Wirtschaft.» Er habe damit gerechnet, dass man über seine Jobs diskutiere. «Aber ich bin nicht im Pensionsalter. Ich darf doch noch arbeiten», so Leuenberger.

Gleichzeitig kündigt der Alt-Bundesrat im Gespräch mit «Der Sonntag» an, weitere Mandate annehmen zu wollen. Er will auch internationaler Vermittler werden. «Ich werde allenfalls internationale Mandate im Verkehrsbereich übernehmen können», bestätigt Leuenberger gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». «Es geht unter anderem um Schiedsrichtermandate bei Konflikten von europäischen Staaten.» Es sei durchaus auch im Interesse der Schweiz, wenn ein Schweizer in solchen internationalen Fragen eine Rolle spiele, betont er.

Zum Leben nach dem Bundesrat vertritt Leuenberger eine klare Haltung. «Ich bin nicht der Meinung, dass Alt-Bundesräte nicht mehr arbeiten sollten. Ich stand immer dazu: Ich will politischen Einfluss nehmen. Politik geschieht nicht nur in Regierung und Parlament. Alle Bürger haben politische Verantwortung, wo und was sie immer arbeiten.» Die Kritik, er habe sich die Mandate bereits während seiner Amtszeit ergattert, dementiert er vehement: «Das muss ich absolut und mit aller Klarheit zurückweisen. Das ist eine Unterschiebung.»

Kritik von Parteikollegen nimmt zu

Inzwischen kommt der Alt-Bundesrat wegen des Engagements bei Implenia auch in den eigenen Reihen zunehmend unter Beschuss. Zwölf Bundesparlamentarier der SP äussern gegenüber der «SonntagsZeitung» Kritik an Leuenbergers Plan. Fraktionschefin Ursula Wyss fordert ihn auf, nochmals über die Bücher zu gehen. Leuenberger hält indes an seiner Wahl in den Implenia-VR fest, wie er im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt. Er würde höchstens aus dem Amt zurücktreten, wenn er dort seine Anliegen für eine nachhaltigere Wirtschaft nicht umsetzen könnte, sagt er.

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