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Bildstrecke: Japans AKW-Katastrophe

Sie schlafen unter Bleidecken und können eine Woche lang keinen Kontakt zu ihren Familien halten: Wie die Arbeiter im verstrahlten AKW leben.

Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)  im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Keystone
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Keystone
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Reuters
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Manche nennen sie die «Helden von Fukushima» oder die «nuklearen Samurai»: Seit mehr als zwei Wochen versuchen Männer in weissen Schutzanzügen und mit Atemmasken die Atom-Ruine in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen.

Sie machen einen lebensgefährlichen Job, mehrere wurden verstrahlt - auch weil die Einsatzleitung des Betreibers Tepco geschlampt hatte. Wer die Männer genau sind und wie ihr Alltag aussieht, darüber ist wenig bekannt. Nun kamen ein paar Details ans Licht - etwa dass es nur karge Not-Rationen zu essen gibt. Und dass die Männer sich nachts in Blei-Decken rollen zum Schutz gegen Strahlung.

Nach Angaben von Kazuma Yokota von der japanischen Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) arbeiten derzeit etwa 400 Arbeiter und Techniker in Fukushima. Darunter seien auch Vertragsarbeiter anderer Firmen.

Kein Mittagessen

Ihr Tag beginnt demnach um 6 Uhr morgens. Zum Frühstück bekämen sie jeweils 30 «Überlebenscracker» und 180 Milliliter - also etwa ein Glas - Fruchtsaft. Danach gingen sie an die Arbeit, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Mittagessen gebe es keines, hiess es. Bis zum 22. März hätten die Arbeiter täglich zudem nur eine Flasche mit 1,5 Liter Mineralwasser bekommen. Vom 23. März an seien dann mehr Hilfsgüter an der Atom- Anlage eingetroffen, sagte Yokota. Die Männer könnten seither eine Flasche mehr verlangen.

Reis mit Huhn oder Fisch

Gegen 17 Uhr - wenn es dunkel wird - kehrten die erschöpften Arbeiter meist zu ihren Unterkünften auf dem Gelände zurück, berichtete Yakota. Zum Abendessen gibt dann auch wieder Not-Rationen: Instant-Reis, der mit heissem Wasser essfertig gemacht wird, und jeweils eine Dose mit Huhn oder mit Fisch. Die Arbeiter würden schweigend essen. Manche klagten auch, sie würden gerne etwas Besseres zu essen bekommen.

Um 20 Uhr gebe es immer ein Treffen, auf dem die Männer sich gegenseitig von ihrer Arbeit berichteten. Für das Ende des Treffens habe sich ein Ritual entwickelt: Da klatschen alle in die Hände und stimmen einen Sprechchor an: «Gambaro» (»Machen wir weiter!»).

Eine Woche im Einsatz

Geschlafen wird in Konferenzräumen und Gängen in einem Gebäude der Atomanlage. Um sich vor radioaktiver Strahlung zu schützen, wickelten sich die Arbeiter in bleihaltige Tücher, bevor sie sich zudeckten. Blei schützt vor radioaktiver Strahlung.

Die meisten Arbeiter würden eine Woche lang Schicht tun, bevor sie abgelöst werden. Handys könnten sie nicht benutzen, um ihre Angehörigen zu informieren. Die Telefone hätten in der Atomruine keinen Empfang. «Die Arbeiter geben ihr Bestes, während sie nicht mal Kontakt zu ihren Familien haben können», sagte Yokota.

SDA/oku

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