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Bilder des Bootsunfalls am Bielersee

Der Ausflug auf die St. Petersinsel endete für eine 24-Jährige tragisch. Sie wurde bei einer Kollision mit einem Motorboot getötet. Ihr Freund musste den schwer verletzten Körper seiner Partnerin aus dem Wasser ziehen.

Blick ins Bootshaus der Seepolizei Biel.
Blick ins Bootshaus der Seepolizei Biel.
Jon Mettler
Radar, Blaulicht und Sirene auf einem Patrouillenboot der Seepolizei Biel.
Radar, Blaulicht und Sirene auf einem Patrouillenboot der Seepolizei Biel.
Jon Mettler
Die Seepolizei Biel patrouilliert in dem Gebiet, wo sich der tragische Unfall ereignet hat.
Die Seepolizei Biel patrouilliert in dem Gebiet, wo sich der tragische Unfall ereignet hat.
Jon Mettler
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Es ist Sonntagabend, kurz nach 18 Uhr. Der Bielersee ist ruhig, es sind kaum mehr Schiffe unterwegs. Peter H. und seine Bekannten sind noch immer auf dem Motorboot. Plötzlich hören sie Hilfeschreie. Sie treffen auf ein gelbes Gummiboot, ein anderes Schiff ist bereits vor ihnen eingetroffen. Im Gummiboot sitzt ein Mann, in seinen Armen eine blutende Frau. «Ich konnte nicht lange hinsehen», erzählt Peter H. Schrecklich sei der Anblick gewesen. Einen offenen Bauch habe sie gehabt. «Und ich hatte das Gefühl, dass ein Bein fehlte», so der Augenzeuge.

Der Mann habe unter Schock gestanden. Er habe der Frau zu helfen versucht. «Aber ich weiss nicht, ob sie noch gelebt hat.» Das Boot, das zuerst am Unfallort eingetroffen war, brachte beide ans Ufer der St. Petersinsel. Wie die Seepolizei an einer Medienkonferenz mitteilte, habe die Patrouille versucht, der Frau zu helfen. Als die Rega eintraf, konnte sie nur noch ihren Tod feststellen. Sie war verblutet.

Beide sprangen ins Wasser

Die 24-Jährige und ihr Freund aus Aarburg waren mit dem Gummiboot von der St. Petersinsel aus in Richtung Lüscherz unterwegs, als ein sechs Meter langes Motorboot auf sie zusteuerte. Trotz Rufen und Handzeichen änderte das Boot laut Polizeiangaben seine Richtung nicht. Mit einem Sprung ins Wasser wollten sich die beiden retten, doch die Frau wurde vom Boot erfasst. Der Mann blieb unverletzt. Nach dem Auftauchen zog er sich zurück ins Boot und wollte seiner Freundin helfen. Da erst sah er ihre schweren Verletzungen. Der Lenker des Motorbootes kam nicht zu Hilfe, sondern fuhr ohne anzuhalten Richtung Biel weiter.

Zum Picknick gepaddelt

Gemäss unbestätigten Informationen hatten das Opfer und ihr Freund ihr Auto in Lüscherz parkiert. Von dort aus paddelten sie auf die St. Petersinsel, picknickten dort und wollten auf demselben Weg wieder zurück.

Laut Auskunft von Peter H. war das Gummiboot rund 200 Meter von der Insel entfernt, als er eintraf. Danach hätte sich das Paar weiter vom Ufer entfernt als erlaubt. Denn mit Gummibooten darf man sich nicht weiter als 150 Meter vom Ufer entfernen. Die Polizei hält fest, dass der genaue Unfallort schwer ausfindig gemacht werden könne, da alles in Bewegung gewesen sei. «Der See ist halt keine Strasse», so Untersuchungsrichterin Silvia Hänzi.

«Boot nicht zu übersehen»

Ob das Opfer sich mit dem Gummiboot zu weit vom Ufer entfernt hat oder nicht, spielt für Insider keine Rolle. Unabhängig voneinander machen drei befragte Bootsführer die gleiche Aussage: «So etwas darf nicht passieren. Ein Gummiboot ist nicht zu übersehen.» Sie sind sich sicher, dass der Bootsführer seinen Blick nicht nach vorne gerichtet hatte. Und das sei auf dem See genau so fahrlässig wie auf der Strasse. Zudem sind alle überzeugt, dass der Bootsführer die Kollision gespürt haben müsse. An der gestrigen Medienkonferenz wurde auch das Thema Alkohol angesprochen. Seepolizist Michael Jungi wollte aber nicht spekulieren, ob der Todesfahrer betrunken war. Er gab nur an, dass die Seepolizei täglich teste, ob Bootsführer die Promillegrenze von 0,5 nicht überschreiten. «Es kommt selten vor, dass wir Betrunkene erwischen.»

(Berner Zeitung)

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