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Umworben und vernetzt

Gigi Kracht versammelt Kunst und Geld in ihrem Hotelgarten.

Gigi Kracht im Garten des Baur au Lac in Zürich. (Foto: Getty Images)
Gigi Kracht im Garten des Baur au Lac in Zürich. (Foto: Getty Images)

Die Kunstmesse Art macht Basel diese Woche zum Mittelpunkt des Kunsthandels. Der Auftakt jedoch fand in Zürich statt. Gigi Kracht hat zur Freiluftausstellung Art in the Park im Hotel Baur au Lac geladen, und das zum 15. Mal. Zur gestrigen Vernissage sind Kunstsammler und -freunde angereist, die sich die Woche im Kalender für eine nahrhafte Dosis Kunst, Diskussionen und Apéros riches angestrichen haben.

Am Anfang aber stand eine Liebesgeschichte. Der junge Zürcher Hotelerbe Andrea Kracht traf während seiner Lehr- und Wanderjahre in einem der grossen New Yorker Häuser auf eine energische Frau aus den Philippinen. In Manhattan als Tochter eines Diplomaten aufgewachsen, war sie Assistentin des Direktors und hatte dem Prakti- kanten das Arbeitsvisum besorgen müssen. Die frisch geschiedene Mutter eines kleinen Sohnes war wenig beeindruckt vom Nachwuchshotelier. Ihr Vater warnte vor den Schweizern. Die seien steif bis zur Unerträglichkeit.

Andrea Kracht liess nicht locker, auch wenn er abreisen musste. Er versprach, die Angebetete ein Jahr lang jeden Monat zu besuchen. Und tatsächlich kreuzte der Hotelerbe zuverlässig wie der Vollmond in New York auf. Bis sie einwilligte, in Zürich einen Gegenbesuch zu machen. Das Rückflugticket liess Gigi unbenützt verfallen. Das Paar heiratete, eine Tochter wurde geboren. Andrea Kracht übernahm das Baur au Lac in sechster Generation.

Jährlich Art in the Park

Die Idee, den Garten des Hotels für eine Ausstellung zu nutzen, hatte der Künstler Fernando Botero. Der für seine üppigen Frauenfiguren bekannte Kolumbianer übernachtete im Baur au Lac. Die Hotelière, die gern und bald mit vielen per Du ist, lud ihn zum Frühstück ein. Botero blieb bis tief in den Nachmittag und schmiedete mit Gigi Kracht Pläne.

Seither gibt es jedes Jahr Art in the Park, diesmal bis zum 4. August. Wie immer hat Gigi Kracht bei der Auswahl mit Mathias Rastorfer von der Galerie Gmurzynska am Paradeplatz zusammengearbeitet. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr eine Skulptur von Joan Miró, «Souvenir de la Tour Eiffel», dazu kommen Werke von Allen Jones, Louise Nevelson, Sylvester Stallone (ja genau: Rocky Balboa bildhauert) und von Sophia Vari. Damit schliesst sich ein Kreis: Vari ist die Frau von Fernando Botero.

Der Garten des Baur au Lac ist offen für alle, und der Eintritt ist frei. Aber die Freiluftausstellung ist nicht (oder nicht nur) ein verlängerter Marketingarm des Hotels. Wer es sich leisten kann, darf die Kunst auch erwerben. Die Veranstaltung soll mindestens selbsttragend sein. Und doch: Wenn Andrea Kracht im Ausland für sein Hotel wirbt, wird er immer wieder auf seine Frau und Art in the Park angesprochen. Über ein Hotel zu sprechen, habe sich bald erledigt, sagt Kracht. Aber über Kunst, da lasse sich unendlich diskutieren.

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