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Fehler im System Wissenschaft

Der Fall des ETH-Biologen Olivier Voinnet zeigt vor allem, dass die Forschung in ­einer Glaubwürdigkeitskrise steckt.

Der Biologe Olivier Voinnet galt als Star auf seinem Forschungsgebiet. Er publizierte aufregende Resultate, heimste hoch dotierte Preise ein und erlangte eine begehrte ETH-Professur. Doch seit Anfang Jahr steht er unter Beschuss. Anonyme Hinweise von Forscherkollegen auf der einschlägigen Website Pubpeer bezichtigten ihn der jahrelangen Beschönigung von Abbildungen in seinen Publikationen.

Anfang Monat hat die von der ETH eingesetzte Untersuchungskommission den Professor der Fehler, aber nicht des Fehlverhaltens beschuldigt. Voinnet habe eine Reihe von Abbildungen unkorrigiert und vorschnell publiziert, der wissenschaftliche Gehalt der Experimente sei jedoch nicht tangiert. Die ETH-Führung rügte den Forscher darauf wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht, sprach ihm aber das Vertrauen aus. Für viele Kritiker ist das Urteil zu milde und ein falsches Signal an junge Wissenschaftler.

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