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Engagement für Hochbetagte

Pro Jahr scheiden drei bis vier Paare mithilfe von Exit gemeinsam aus dem Leben. Die Anfragen nehmen zu.

Im letzten Mai hat Exit den Altersfreitod in ihren Statuten verankert. Darunter versteht die Sterbehilfeorganisation «das Recht auf freiverantwortliches Sterben eines sehr alten Sterbewilligen mit erleichtertem Zugang zum Sterbemedikament». Es sei nicht gerechtfertigt, dass ein Hochbetagter, der sterben wolle, genauso viele medizinische Abklärungen über sich ergehen lassen und ebenso gravierende Leiden aufweisen müsse wie ein jüngerer Patient, sagt Exit-Geschäftsführer Bernhard Sutter. Die hochbetagten Menschen seien zwar nicht todkrank, jedoch durch eine Vielzahl von Gebrechen in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Bereits jetzt machen die sogenannt Polymorbiden bei Exit rund zwanzig Prozent der Freitodbegleitungen aus. Die meisten von ihnen sind hochbetagt.

Das Engagement von Exit für den erleichterten Altersfreitod sieht vorderhand hauptsächlich Lobbygespräche mit Politikern, Ärzten und Beamten vor. Es brauche Zeit, Verständnis für die Lebenssituation sehr alter Menschen zu wecken und alsdann konkrete Massnahmen auszuarbeiten, sagt Sutter. Um möglichst allen Aspekten – gesellschaftlichen wie individuellen – gerecht zu werden, hat Exit eine sechsköpfige Arbeitsgruppe eingesetzt. Es wären dereinst gesetzliche Änderungen nötig, um Hochbetagten einen erleichterten Zugang zum Sterbemittel zu ermöglichen.

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