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Der rechte Polterer in der linken Regierung

Der neue griechische Verteidigungsminister setzt auf antideutsche Gefühle.

In der Welt von Panos Kammenos gibt es viele Feinde. Nun wird er griechischer Verteidigungsminister. Sein Land sieht der Rechtspopulist unter der «Besatzung» der Troika, der Vertreter von EU, EZB und IWF, der wichtigsten Kredit­geber Griechenlands. Wie Linken-Chef Alexis Tsipras, mit dem er nun koaliert, lehnt der 49-Jährige die Reform- und Sparpolitik der alten Regierung ab. Das hat ihn zu Tsipras’ Wunschpartner gemacht. Mit ihm teilt Kammenos auch die Fixierung auf Angela Merkel, die beide als treibende Kraft hinter dem europäischen «Spardiktat» sehen.

Antideutsches Ressentiment bestimmte auch die Ortswahl für die Parteigründung seiner Unabhängigen Griechen. Die fand im Februar 2012 in Distomo statt. Die kleine Gemeinde hat wegen eines im Jahr 1944 von einer deutschen SS-Division verübten Massakers traurige Berühmtheit erlangt. Durch besonderes Verständnis für Nazi-Opfer ist Kammenos sonst nicht aufgefallen. Von ihm sind dagegen Äusserungen bekannt, die man als antisemitisch verstehen kann. Massive Kritik gab es, als er im Dezember sagte, Juden würden in Griechenland steuerlich bevorzugt.

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