Zum Hauptinhalt springen

Das Problem mit dem Jahresabschluss

Der genaue Umgang mit der erstarkten Währung führt zu Debatten unter den Experten für Rechnungslegung.

Die neuen Verhältnisse bei den Wechselkursen gegenüber dem Franken zwingt Schweizer Buchhalter, Treuhänder und Finanzchefs zu besonderen Efforts in diesen Tagen. Denn die Aufhebung der Untergrenze beeinflusst auch die Geschäftsberichte für das vergangene Jahr. Obwohl in der Bilanz und der Erfolgsrechnung «grundsätzlich keine Anpassungen vorgenommen werden müssen», wie Reto Eberle von KPMG ausführt. Bei der Aufhebung der Untergrenze «handelt es sich um ein Ereignis nach dem Bilanzstichtag, dessen Ursache am 31. Dezember 2014 noch nicht bestand», erklärt der Experte für Rechnungslegung, der auch an der Universität Zürich lehrt.

Für Debatten sorgt in seiner Zunft etwa, wie der Einfluss des starken Frankens auf die Werthaltigkeit von Aktiven bereits für das vergangene Jahr berücksichtigt werden muss. «Korrekturen beim Wert der Warenlager und Vorräte im Sinne einer verlustfreien Bewertung können in der Jahresrechnung nach OR aus Vorsichtsgründen berücksichtigt werden. Eine Verpflichtung dazu gibt es aber nicht», sagt Eberle. Dem Ver­nehmen nach wird sich die Treuhandkammer in den nächsten Tagen zu ­diesem Punkt noch äussern, um mehr Klarheit zu schaffen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.