Täter von Rapperswil hat Drogenproblem

Der Mann, der am Sonntag in einer Unterführung seine Mutter getötet hat, ist drogensüchtig und psychisch krank. Sein Opfer war Wirtin im Rapperswiler Tennisclub.

Nach der tödlichen Attacke in Rapperswil nimmt die Kantonspolizei St.Gallen Stellung. Video: 20min
David Sarasin@David_Sarasin

Die 57-jährige Maria B., die am Sonntag in Rapperswil von ihrem 36-jährigen Sohn in einer Unterführung erstochen wurde, war die Wirtin eines Restaurants, das zum Tennisclub Rapperswil gehört. Dies schreibt der Präsident des Vereins, SRF-Moderator Stefan Bürer, in einer Stellungnahme auf der Club-Website. «Wir haben die traurige Pflicht, euch darüber zu informieren, dass es sich beim Opfer der Gewalttat um unsere Clubwirtin handelt», schreibt er. «Mit Maria verlieren wir unsere gute Seele, den Anker im Clubhaus», so Bürer weiter. Sie habe den Job seit vielen Jahren mit viel Engagement gemacht.

Auch dank ihr sei der Betrieb ein funktionierender Treffpunkt, schrieb die «Südostschweiz» in einem älteren Artikel. Maria B. war über viele Jahre Wirtin im Clubrestaurant. Zur familiären Situation von Maria B. oder zu möglichen Hintergründen der Tat äussert sich der Vereinspräsident nicht.

Täter schwebt in Lebensgefahr

Maria B. war am späten Sonntagnachmittag auf dem Weg ins Tennisclubrestaurant, als sie von ihrem Sohn mit einem Messer angegriffen wurde. Sie verstarb noch am Tatort. Der junge Mann lief nach der Tat in Richtung Technische Hochschule in Rapperswil, wo er sich selber mit demselben Messer lebensgefährlich verletzte. Er wurde verhaftet und hospitalisiert.

Laut Hanspeter Krüsi, Pressesprecher der St. Galler Kantonspolizei, ist der junge Mann nicht einvernahmefähig. Er war der Polizei zwar bekannt, aber nicht wegen eines Gewaltdelikts oder häuslicher Gewalt. Zum Motiv würden wohl die psychiatrischen Untersuchungen eine Antwort geben können. Diese seien zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht möglich, so Krüsi.

Zuhause drohte der Rauswurf

Zu «20 Minuten» sagte ein Bekannter der Familie, dass Streitigkeiten in der Familie zur gestrigen Tat geführt hätten. Der Sohn lebte zusammen mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in einem Wohnblock am Rand von Jona. Dem Sohn habe der Rauswurf aus der Wohnung gedroht. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass es bei der Familie Streit gegeben habe.

Der Sohn, wie auch dessen Bruder, habe seit längerer Zeit Probleme mit Drogen gehabt. Deshalb seien Sohn und Mutter immer wieder aneinandergeraten. Laut der Quelle von «20 Minuten» litt der Sohn seit einiger Zeit unter erheblichen psychischen Problemen.

Zur Aussage, dass die Mutter ihrem Sohn mit dem Rausschmiss gedroht habe, äussert sich die St. Galler Kantonspolizei nicht.

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