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Auf dem Weg zur BilligairlineSwiss-Kunden ab Zürich müssen neu für Drinks und Snacks bezahlen

Ab Anfang 2021 gibts für Eco-Passagiere auf der Kurz- und Mittelstrecke nur noch Schöggeli und Wasser gratis. Damit entfernt sich die Lufthansa-Tochter vom Anspruch einer Premium-Airline.

Das Schöggeli bleibt kostenlos, ansonsten bleibt bei der Verpflegung der Swiss kein Stein auf dem anderen.
Das Schöggeli bleibt kostenlos, ansonsten bleibt bei der Verpflegung der Swiss kein Stein auf dem anderen.
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Die Airline Swiss hat am Dienstagmorgen angekündigt, dass ab Frühjahr 2021 Passagiere in der Holzklasse für Verpflegung bezahlen müssen. Ausgenommen ist davon die Langstrecke und die Business Class. Nur eine Wasserflasche und das traditionelle Schöggeli über den Wolken wird es weiterhin für alle kostenlos geben.

Swiss Saveurs heisst das Programm, was auf Französisch Geschmäcker bedeutet – und auf Englisch an Save, also Sparen, erinnert. Tatsächlich spart vor allem die Swiss dabei, und nicht die Passagiere. «Das neue Konzept wird keine Auswirkungen auf die Ticketpreise haben», präzisiert eine Sprecherin auf Anfrage.

Damit entfernt sich die Lufthansa-Tochter, die sich gerne als Premium-Airline positioniert, weiter von diesem Anspruch. Bereits 2014 reduzierte sie den Abstand zwischen den Sitzen in ihren Maschinen der A320-Familie. So passen mehr Passagiere in die Kabine. 2015 führte die Fluggesellschaft den Light-Tarif auf der Kurz- und Mittelstrecke ein: Passagiere zahlen weniger, wenn sie auf Aufgabe-Gepäck verzichten und nur mit Handgepäck fliegen. 2018 dann setzte sie das System, das nun ab Zürich gilt, testweise in Genf um. Dort ist die Konkurrenz durch Billigflieger besonders hart. Die Swiss liefert sich dort seit Jahren einen Preiskampf mit Easyjet, wo die Verpflegung seit eh und je kostenpflichtig ist.

Swiss: «Gäste waren nicht zufrieden»

Und nun also Zürich: Das fliegende Personal sei alles andere als begeistert, ist zu hören. Nach den Arbeitsbedingungen wird nun auch am Produkt geschraubt. Die Änderung steht laut Swiss allerdings nicht mit der Corona-Krise in Verbindung. Die Sprecherin schreibt, man habe sich bereits seit geraumer Zeit damit beschäftigt, wie man den Kundenbedürfnissen hinsichtlich der Verpflegung an Bord besser begegnen könne: «Kundenumfragen haben uns gezeigt, dass unsere Gäste mit dem bestehenden Angebot nicht zufrieden sind.»

Schon Mitte 2019 schrieb diese Zeitung, dass sich die Lufthansa-Gruppe entsprechende Veränderungen im Gastro-Konzept vorstellen könnte. Darum überrascht nun auch nicht, dass die Schwesterairlines Lufthansa und Austrian ebenfalls am Dienstag die gleiche Neuerung präsentiert haben.

Die Swiss selbst verkauft diese in der Medienmitteilung vom Dienstag als Fortschritt: «Im Mittelpunkt steht dabei eine grössere Auswahl sowie Qualität und Frische mit regionalem Bezug.» Ausserdem fokussiere man damit noch stärker auf Nachhaltigkeit, indem umweltfreundliche Produkte und Verpackungen ausgewählt würden und «durch nachfragegerechtere Herstellung weniger Lebensmittel entsorgt» würden.

164 Kommentare
    Firz Susi

    Swiss könnte getrost auch auf das Schöckli verzichten und dieses Geld auch noch sparen. Aber etwas müssen die Flugbegleiter während des Fluges zu tun haben.

    Wie siehts denn eigentlich mit dem Boardshopping aus? Wird dieses weiter geführt? Bei einem Verzicht könnte man da auch mächtig Geld und Treibstoff sparen.

    Also liebe Swiss - Premium Airline hin oder her - macht etwas für die Umwelt und stellt auch das Shopping über den Wolken ein.