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Krimi, Theater, GeisterStadtrundgänge einmal anders

Ob als Detektiv, Fährtenleser oder mit dem Einsatz aller Sinne: Mit diesen ausgefallenen Rundgängen lassen sich Schweizer Städte neu entdecken – auch die eigene.

Alles relativ: Mit StattLand auf den Berner Spuren von Albert Einstein.
Alles relativ: Mit StattLand auf den Berner Spuren von Albert Einstein.
Fotos: PD

Der klassische Stadtrundgang war einmal. Bei diesen aussergewöhnlichen Touren wird von den Teilnehmenden mehr als nur Zuhören abverlangt. Die ideale Art, Schweizer Städte im Herbst neu zu entdecken.

Für Hobby-Detektive: Der Stadt-Krimi

Gemeinsam ermitteln: Beim Stadt-Krimi werden Teilnehmer zu Detektiven.
Gemeinsam ermitteln: Beim Stadt-Krimi werden Teilnehmer zu Detektiven.

Der Teilnehmer wird zum Mitglied der Sonderkommission Abteilung Mord, und ermittelt – unterstützt von Profischauspielern – in einer von insgesamt acht Schweizer Städten in einem Verbrechen. Beim Stadt-Krimi handelt es sich um Spurensuche und Verfolgungsjagd. Kurzum: Ein Erlebnis für all Jene, die den Tatort- und CSI-Detektiven gerne nicht nur zuschauen, sondern die Ermittlungen selbst in die Hand nehmen möchten. Von den Machern als «Kombination aus Schnitzeljagd und interaktivem Detektivspiel» bezeichnet, eignet sich das Erlebnis genauso für Ausflüge im Familien- und Freundeskreis, wie auch für Teamevents.

Wo: Öffentliche Stadtkrimis in Basel, Bern, Luzern, Olten, Winterthur, Zürich (Deutsch) sowie Lausanne und Yverdon (Französisch).

Für Theater-Fans: (Schau)spielend durch die Bundesstadt

«Bern laferet» oder «Bern top secret» – seit 30 Jahren inszenieren die Macher der StattLand-Rundgänge die Bundesstadt. Und zwar indem sie Themen und Orte ins Zentrum rücken, die selbst die eingesessensten Bernerinnen und Berner höchstens am Rande kennen. Kein Wunder, gesellen sich unter die Teilnehmenden immer viele Einheimische, um «ihre» Stadt neu zu erkunden. So folgen sie etwa der Spur Albert Einsteins, der an verschiedenen Orten in Bern gelebt hat, oder entdecken beim Rundgang «Bern ent-sorgt» den städtischen Stadtorganismus. Die meisten der Stadtrundgänge werden von fiktiven und realen Figuren begleitet – gemimt von Schauspielerinnen und Schauspielern.

Wo: Bern

Für alle Sinne: City Walks mit der Blinden Kuh

Blind durch Zürich: Die City Walks der Blinden Kuh zeigen die Stadt von einer ungewohnten Seite.
Blind durch Zürich: Die City Walks der Blinden Kuh zeigen die Stadt von einer ungewohnten Seite.

Die Blinde Kuh ist vor allem für die Dunkelrestaurants in Zürich und Basel bekannt. Was viele nicht wissen; auch Stadtrundgänge durch die Zürcher City gehören zum Angebot. Blinde und sehbehinderte Guides sorgen für ein ganz und gar ungewohntes Stadterlebnis. Tour-Teilnehmer erleben den Alltag von sehbehinderten und blinden Menschen – inklusive all den zu bewältigenden Herausforderungen, die der Stadtdschungel mit sich bringt.

Wo: Zürich

Für Spürnasen: Der Foxtrail

Wer die Schnitzeljagd mag, dürfte sich für diese Form der Stadterkundung entscheiden: Beim Foxtrail verfolgen Teilnehmende die Spuren vom «Fuchs» in Eigenregie zu Fuss und mit unterschiedlichen öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese beliebte Art der Schnitzeljagd besteht aus kniffligen Aufgaben, technischen Hilfsmitteln, geheimen Botschaften und versteckten Fährten, die gelöst, benutzt oder verfolgt werden müssen, um an den nächsten Hinweis zu gelangen. Mittlerweile stehen Spürnasen schweizweit rund 40 Trails zur Verfügung.

Wo: schweizweit

Für sozial Interessierte: Stadtrundgänge mit Surprise

Auf den sozialen Stadtführungen stehen die persönlichen Erzählungen der Stadtführenden (abgebildet ist das Team aus Bern) im Vordergrund.
Auf den sozialen Stadtführungen stehen die persönlichen Erzählungen der Stadtführenden (abgebildet ist das Team aus Bern) im Vordergrund.

Städte aus einer neuen Perspektive erleben: Armutsbetroffene und obdachlose Menschen führen Teilnehmende auf individuell konzipierten Touren durch «ihre» Stadt. Dazu gehören etwa Gassenküchen, Notschlafstellen und andere Ecken und Institutionen, die sonst eher im Verborgenen bleiben. Die Touren finden zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel «Armutsfalle Sucht» oder «Überleben auf der Gasse» statt. 2018 wurden Rundgänge zum Thema Frauenarmut lanciert.

Wo: Basel, Bern, Zürich

Für Hartgesottene: Gruseliger Herbst

Mit den ersten Nebelschwaden hält nicht nur der Herbst, sondern auch die Zeit des Gruselns Einzug. Der ideale Zeitpunkt also, Schweizer Städte von ihren gespenstigen und morbiden Seiten kennenzulernen. Verschiedene Veranstalter bieten entsprechende Stadtrundgänge an. So gibt es zum Beispiel das gespenstische Bern zu entdecken, oder man lässt in Rapperswil Hühnerhaut aufkommen. In Zürich findet jeden Freitag ein englischsprachiger «Ghost Walk» statt, und im Berner Oberland führt ab Mitte Oktober ein Nachtwächter durch das unheimliche Thun. Bei «Tatort St. Gallen» werden verbrecherische Machenschaften unter die Lupe genommen, die Führung «Galgenfirst in Luzern» dreht sich rund um die finsteren Geheimnisse der sonst so pittoresken Touristenhochburg.

In den meisten Schweizer Städten bieten die lokalen Tourismusbüros zudem «klassische» Stadtrundgänge mit den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten an.