«Wie der letzte Trottel am Berg»

Trotz seines Triumphes im Super-G von Kvitfjell hielt sich die Freude von Didier Cuche in Grenzen. Die Turbulenzen abseits der Piste stiessen dem Romand sauer auf.

Grimmiger Blick: Trotz Triumph im Super-G ist Didier Cuche verärgert.

Grimmiger Blick: Trotz Triumph im Super-G ist Didier Cuche verärgert.

(Bild: Keystone)

Florian A. Lehmann@tagesanzeiger

Didier Cuche hat nicht nur seinen ersten Super-G-Sieg in dieser Saison geschafft, er hat auch die Führung in der Disziplinenwertung übernommen. Dieser Umstand müsste ihn eigentlich über einiges hinweg trösten, so zum Beispiel über die Tatsache, dass er am Samstag im Abfahrts-Weltcup von Rivale Michael Walchhofer überholt wurde.

Aber der Neuenburger zeigte sich verärgert über die Angelegenheit mit Fis-Renndirektor Günter Hujara. «Das ist keine Art, wie Günter (Hujara) mit einem bald 40-Jährigen umgeht. Ich fahre Skirennen zum Spass, aber das muss ich mir nicht antun. Deshalb bin auch aus der Vertreter-Gruppe für den Speed-Bereich ausgetreten. Ich sehe keinen Sinn dahinter, Mitglied dieser Kommission zu sein, wenn ich meine Anregungen nicht vorbringen kann. Ich habe mir lediglich Sorgen um die Gesundheit von uns Fahrern gemacht. Und jetzt werde ich hingestellt wie der letzte Trottel am Berg», ereiferte sich Cuche gegenüber dem Reporter der Agentur «Sportinformation».

Keine richtige Freude

Cuche, der wegen seiner angeblichen «Nötigung» gegenüber dem Renndirektor vom Internationalen Ski-Verband (Fis) zu einer Busse von 5000 Franken verknurrt worden war, konnte sich beim Super-G offenbar wieder ganz auf das Skifahren konzentrieren. «Ich glaube, ich habe heute auf der Piste die richtige Antwort gegeben», erklärte der Schweizer Routinier weiter. «Das ist wohl der einzige Sieg, den ich nicht richtig geniessen kann» – allein dieses Zitat sagt aus, wie sehr die Turbulenzen dem Neuenburger zusetzen.

Eine Szene war für die Weltcup-Tage in Norwegen äusserst versöhnlich. Als Cuche mit der Bestzeit ins Ziel fuhr, applaudierten die führenden Österreicher allesamt dem Schweizer herzlich. Im Fahrerlager scheint man sich bewusst zu sein, wie sehr sich der Neuenburger für das Wohl der Athleten einsetzt. Oder genauer: eingesetzt hat.

DerBund.ch/Newsnet

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