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Zenhäusern rettet das Schweizer Slalomteam

Der Walliser wird in Zagreb Zweiter und ist damit Teil eines bislang verrückt-turbulenten Winters.

Das Duell um den Sieg im Slalom von Zagreb zwischen Zenhäusern und Noël.

Das Schweizer Slalomteam ist so breit wie nie. Doch in Zagreb wurde es ganz schön in die Länge gezogen. Es war nur ein Athlet, der die Mannschaft vor einem blamablen Resultat in der kroatischen Hauptstadt bewahrte: der gross gewachsene Walliser Ramon Zenhäusern.

Noch nie stand ein Schweizer hier auf dem Podest, dem 27-Jährigen gelang das Kunststück im ersten Rennen des neuen Jahres. Als Zweiter schaffte er es zum dritten Mal in die Top 3 eines Weltcupslaloms, vor dem Südtiroler Alex Vinatzer, der seine Premiere erlebte, geschlagen nur vom französischen Grosstalent Clément Noël. Dessen Vorsprung: läppische 7 Hundertstel. Zenhäusern hätte es dennoch «vermessen» gefunden, hätte er sich aufgeregt über den knapp verpassten Sieg, «es ist ein Podestplatz, und das bei diesem Niveau der Athleten», sagte er. «Auf der anderen Seite sah ich dann Clément bei der Siegerzeremonie mit der Krone auf dem Thron sitzen. Das tat schon etwas weh.»

In den flachen Passagen liess Zenhäusern seine Beine das tun, was sie am besten können: mächtig Tempo machen. Und weil er im Sommer vor allem an seiner Technik im steilen Gelände arbeitete, verliert er auch auf diesen Abschnitten kaum mehr Zeit. «Dennoch: Müsste ich die sieben Hundertstel irgendwo suchen, würde ich sie im Steilhang des zweiten Laufs finden», sagte er. «Ich hörte das laute Publikum, verkrampfte mich etwas. Aber der erste Podestplatz der Saison tut trotzdem extrem gut.»

Kristoffersen floppt, Pinturault hält den Schaden in Grenzen

Mit diesem ist Zenhäusern Teil eines Slalom-Winters, der so verrückt und turbulent verläuft wie lange keiner mehr. Marcel Hirscher, die Überfigur der letzten Jahre, ist nicht mehr da. Und diejenigen, die in seine riesigen Fussstapfen treten sollten, kommen mit ihrer Rolle oft nicht zurecht. Allen voran Henrik Kristoffersen, dem gestern einzig blieb, im Ziel die Hände zu verwerfen. 19. ist der Norweger geworden. So schlecht klassiert war er im Slalom letztmals 2017 in Aspen. Und Alexis Pinturault, vor dem Jahreswechsel Sieger des Slaloms von Val-d’Isère und der Kombination von Bormio, musste sich mit Rang 9 begnügen. Clément Noël ist der einzige Athlet, der in den drei bisherigen Slaloms schon zweimal auf dem Podest stand. Beim Auftakt in Levi war er als Zweiter direkt vor Daniel Yule klassiert.

Der Walliser ist Spezialist für steile und rhythmische Läufe. Entsprechend schlecht kam er in Zagreb zurecht. Als 27. war er noch hinter Tanguy Nef (24.) klassiert. Trösten kann er sich damit, dass am Mittwoch in Madonna di Campiglio der Nachtslalom ansteht, den er im Vorjahr gewann.

Resultat:

1. Clément Noël (FRA) 1:57,14. 2. Ramon Zenhäusern (SUI) 0,07 zurück. 3. Alex Vinatzer (ITA) 0,29. 4. André Myhrer (SWE) 0,39. 5. Armand Marchant (BEL) 0,49. 6. Lucas Braathen (NOR) 0,63. 7. Linus Strasser (GER) 0,71. 8. Manfred Mölgg (ITA) 0,77. 9. Alexis Pinturault (FRA) 0,97. 10. Simon Maurberger (ITA) 0,99. – 19. Henrik Kristoffersen (NOR) 1,36. 24. Tanguy Nef (SUI) 1,62. 27. Daniel Yule (SUI) 2,10.

Stand im Weltcup:

Gesamt (nach 15 von 44 Rennen): 1. Aleksander Kilde (NOR) 474. 2. Dominik Paris (ITA) 454. 3. Alexis Pinturault (FRA) 430. 4. Henrik Kristoffersen (NOR) 391. 5. Matthias Mayer (AUT) 362. 6. Beat Feuz (SUI) 361. – 11. Marco Odermatt (SUI) 222. 12. Mauro Caviezel (SUI) 217. 16. Loïc Meillard (SUI) 176. 26. Ramon Zenhäusern (SUI) 130. – Slalom (nach 3 von 12 Rennen): 1. Clément Noël (FRA) 180. 2. André Myhrer (SWE) 175. 3. Kristoffersen 162. 4. Zenhäusern 130. 5. Pinturault 129. 6. Yule 90. – 17. Meillard 50. 29. Sandro Simonet (SUI) 20. 30. Luca Aerni (SUI) 18.

Nationen(nach 28 von 86 Wertungen): 1. Österreich 3205. 2. Schweiz 3074. 3. Norwegen 2711. 4. Italien 2399. 5. Frankreich 2226. 6. USA 1724.

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