Unschlagbare Shiffrin egalisiert den Rekord

Die Amerikanerin liefert sich in Courchevel ein packendes Duell mit Petra Vlhova, gewinnt dann aber klar. Wendy Holdener wird Vierte.

Keine perfekte Leistung aber unschlagbar: Mikaela Shiffrin auf dem Weg zum Rekord. Video: SRF

Mikaela Shiffrin siegt in Courchevel zum 35. Mal in einem Slalom. Es ist ein Rekord, keine feierte bisher mehr Siege in dieser Disziplin. Mit dem Sieg überholt Shiffrin die Schweizerin Vreni Schneider und schliesst zur bisher alleinigen Rekordhalterin Marlies Schild aus Österreich auf. Deren Schwester Bernadette, nach dem ersten Durchgang auf Rang 3, versuchte noch mit aller Kraft, Shiffrins Rekordjagd zu stoppen, scheiterte aber im zweiten Lauf mit einem Einfädler.

Dass Shiffrin diesen Rekord früher oder später gewinnen würde, war eine Frage der Zeit. Nun hat sie ihn. Mit 23 Jahren. Zum Vergleich: Vreni Schneider holte ihren 34. und letzten Sieg im Slalom im März 1995 im Alter von 30 Jahren, Marlies Schild war bei ihrem 35. Sieg sogar noch zwei Jahre älter. Vermag Shiffrin also ihr Niveau zu halten und bleibt sie von schwerwiegenden Verletzungen verschont, ist selbst die Marke von 100 Weltcup-Siegen möglich.

Vlhova und Hansdotter: Es braucht zwei perfekte Läufe

Zweite wurde in Courchevel wie in den ersten zwei Slaloms des Winters in Levi und Killington die Slowakin Petra Vlhova. Vlhova konnte vor allem im ersten Lauf mit Shiffrin mithalten, lag nur vier Hundertstel zurück. So sagte Shiffrin nach dem Rennen auch, dass sie das Gefühl hatte, schlechter gefahren zu sein als die Zweitplatzierte. So war das im ersten Abschnitt des zweiten Laufs auch, Shiffrin büsste ihren Vorsprung ein und kurz sah es danach aus, als könnte ihr Vlhova den Rekord vermiesen. Auf den letzten Metern machte Shiffrin vier Zehntel gut.

Vlhova war über beide Läufe gesehen die einzige, die Shiffrin wirklich gefährlich wurde. Was es braucht, um Shiffrin in Courchevel zu schlagen, zeigte aber eine andere: Frida Hansdotter: Die Olympiasiegerin, im ersten Lauf hinter Wendy Holdener noch Fünfte, sendete mit einer nahezu perfekten Fahrt eine Kampfansage zum Starthaus. Sie distanzierte den Rest des Feldes um fast eine Sekunde. Schlussendlich blieb auch ihr nach Rang 3 die Erkenntnis: Um Mikaela Shiffrin in Normalform zu schlagen, braucht es mehr als diesen einen perfekten Lauf.

Holdener tut sich schwer und wird Vierte

Wendy Holdener verpasste auch im dritten Slalom des Winters das Podium. Die Schwyzerin, die in Levi Fünfte und in Killington Sechste geworden war, klassierte sich hinter Vlhova und Hansdotter als Vierte. «Ich habe mich heute schwer getan. Mir fehlt im Moment die Lockerheit, um bei solchen Bedingungen ganz vorne dabei zu sein. Ich hoffe, dass wir nicht jedes Mal solche Verhältnisse haben werden», sagte die WM- und Olympia-Zweite. Anhaltender Regen in der Nacht auf Samstag hatte der Piste arg zugesetzt.

Zwischenrang 2, Schlussrang 4: Wendy Holdeners Fahrt im Video. Video: SRF

Zweitbeste Schweizerin war Aline Danioth. Die Urnerin aus Andermatt wurde Sechzehnte und war damit so gut klassiert wie noch nie im Weltcup. Vor einem Monat im Slalom in Killington war sie Achtzehnte geworden. Als dritte Fahrerin von Swiss-Ski war Carole Bissig im Finale dabei. Die Nidwaldnerin belegte Platz 27. Michelle Gisin verzichtete auf den Start in Frankreich.

Für die Frauen gibt es nach einer stressigen Woche nun etwas Weihnachtspause. Das nächste Rennen, der Riesenslalom von Semmering, steht am 28. Dezember an. Shiffrin freut sich auf die Woche ohne Ernstkampf. sie werde sie wohl mit ihrem Freund Matthieu Faivre verbringen. «Ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen», sagte sie nach ihrem Rekord. Faivre ist ebenfalls Skirennfahrer und er ist Franzose, wohl auch ein Grund, warum Shiffrin das französische Publikum so gut gesinnt war.

mro/sda

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