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«Unglaublich»

Beat Feuz wurde bei der Abfahrt in Beaver Creek hinter Seriensieger Kjetil Jansrud herausragender Zweiter.

Stilistisch einwandfrei zurück aufs Podest: Beat Feuz hoch über der Raubvogel-Piste.Foto: Ezra Shaw (Getty Images)
Stilistisch einwandfrei zurück aufs Podest: Beat Feuz hoch über der Raubvogel-Piste.Foto: Ezra Shaw (Getty Images)

«Niemand hätte für möglich gehalten, dass ich das schaffe.» Beat Feuz war sehr aufgewühlt nach der Abfahrt in Beaver Creek (USA), die Emotionen übermannten ihn. «Unglaublich, ich weiss gar nicht, was ich sagen soll.» Er hatte den zweiten Rang herausgefahren in diesem schwierigen, spektakulären Rennen. Geschlagen nur vom momentan nicht zu bezwingenden Kjetil Jansrud, der Norweger hatte schon in Lake Louise Abfahrt und ­Super-G dominiert, nun gewann er das dritte Rennen in Folge. Und weil mit ­Steven Nyman auch ein Amerikaner auf dem Podest stand, waren die Fans bei der Premiere im beeindruckenden WM-­Stadion schwer zufrieden. Die Atmosphäre gestern weckte jedenfalls Vorfreude auf die Weltmeisterschaften hier in Colorado im kommenden Februar.

«Jetzt ist es eine Sensation»

Und mitten drin im Trubel: Beat Feuz. «Zweieinhalb Jahre lang ist mir nichts im Leben leichtgefallen, gar nichts», sagte er. In dieser Zeit kämpfte der Schangnauer nach einer Knieoperation nicht nur um das Comeback als Skifahrer, er kämpfte um seine Gesundheit. Wegen einer Infektion drohte ihm zeitweise die Amputation des linken Beines. «Es gab immer wieder Momente, in ­denen ich nicht mehr daran glaubte, dass ich überhaupt wieder Ski fahren kann», sagte er nach seinem ersten ­Podestplatz seit März 2012 (Zweiter in der Abfahrt von Schladming).

Von einem solchen Resultat habe er nicht einmal geträumt, sagte Feuz. Und es ist ihm fast wichtiger als sein Sieg in Wengen im Januar 2012, «damals war das keine Sensation», fand er, «jetzt schon, jetzt ist mir ein riesiger Brocken vom Herzen gefallen». Das Knie schmerzte direkt nach dem Rennen nicht, «aber das wird schon noch kommen», sagte Feuz, der immer noch täglich Stunden in der Physiotherapie verbringt. Ein Tag wie der Freitag macht dies viel einfacher. Als er nach der Zieleinfahrt sein Resultat sah, liess er sich in den Schnee fallen, genoss den ­Moment, ballte die Fäuste. Er ist wieder da.

Küngs zu grosses Risiko

Sandro Viletta war als Zwölfter zweit­bester Schweizer und erstaunte sich damit selbst. «Eigentlich fehlt mir die Sprungschule, dass es ausgerechnet auf dieser Piste so gut läuft, ist natürlich ­super.» Die anderen Schweizer gerieten bereits bis zur ersten Zwischenzeit vorentscheidend in Rückstand. Diese Schwäche in Gleiterpassagen ist nicht neu, gegen sie versuchen Fahrer und Trainer seit Jahren anzugehen. Bis jetzt erfolglos. Ausser bei Patrick Küng. Der Glarner war oben bei den Besten dabei, er riskierte im Steilhang alles – das war mehr, als die Raubvogel-Piste erlaubte. «Ich gab bei der Ausfahrt zu viel Druck», sagte er. Was folgte, war ein spektakulärer Abflug, der Speaker im Stadion verglich ihn mit ­Hermann Maiers legendärer Flugeinlage in Nagano 1998. Doch mirakulös behielt Küng die Kontrolle, setzte den linken Ski perfekt auf, zog den rechten nach und vermied einen Sturz, der sehr böse hätte enden können. Später war Küng jedoch weniger erfreut, er sagte: «Ich war gut unterwegs, die Ski sind super gelaufen, es ist sehr schade, dass ich nicht ins Ziel kam.»

Dort stand Kjetil Jansrud an dem Punkt, der zu seinem Wohnzimmer geworden ist. «Drei Siege in drei Rennen», sagte der Norweger, «das fühlt sich unwirklich an.» Angesichts der Qualität der Konkurrenz habe er dies nie für möglich gehalten. Und was ist der Grund dafür? «Ich habe keine Ahnung», antwortete er.

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