So steht es um den schwer gestürzten Marc Gisin

Bei der Weltcup-Abfahrt in Val Gardena ist Marc Gisin schwer gestürzt. Swiss-Ski informierte am Sonntag über seinen Gesundheitszustand.

Das Rennen musste nach dem Sturz Gisins unterbrochen werden. Video: SRF

Die Weltcup-Abfahrt in Val Gardena am Samstag wurde vom schweren Sturz Marc Gisins überschattet. Wie am Sonntag bekannt wurde, zog sich der Innerschweizer keine schwerwiegenden Verletzungen zu. Swiss-Ski schreibt: «Sowohl MRI- als auch CT-Untersuchungen im Schädelbereich zeigten zum Glück keine schwerwiegenden Verletzungen. Sehr schmerzhaft sind für ihn mehrere Rippenbrüche auf der rechten Seite, welche auch Verletzungen in der Lunge zur Folge hatten. Ausser einer leicht eingedrückten Hüftpfanne ist das Becken unverletzt. Glücklicherweise blieb der Rücken bis auf einige, nicht gravierende Frakturen an der Wirbelsäule, unbeschädigt.»

Nach erfolgreicher Erstversorgung vor Ort wurde Gisin am Samstagabend mit der Rega vom Spital in Bozen in die Schweiz zurücktransportiert. Für den Rücktransport soll der Abfahrer gemäss Medienberichten in ein künstliches Koma versetzt worden sein – bei einem längeren Transport eine gängige Praxis. Im Luzerner Kantonsspital fanden die weiteren Untersuchungen statt. Gisin wird auch bis auf weiteres auf der Intensivstation bleiben.

Genesungswunsch aus der Leaderbox

Auf Twitter bedankten sich Marcs Schwestern Dominique und Michelle für die Anteilnahme und Unterstützung:

Michelle Gisins Freund, Luca De Aliprandini, versandte seine Genesungswünsche prominent. Der italienische Skirennfahrer stand am Sonntag in Alta Badia im Riesenslalom im Einsatz. Als er im zweiten Durchgang einige Zeit in der Leaderbox verbrachte, hielt er einen Zettel in die TV-Kameras:

Ohne Airbag unterwegs

Der 30-jährige Gisin war auf der berüchtigten Saslong in Gröden nach einem Verschneider kurz vor den Kamelbuckeln zu Fall gekommen, wurde beim Sprung hoch durch die Luft geschleudert und schlug mit dem Rücken und dem Kopf heftig auf der harten Piste auf. Laut der italienischen Sportzeitung «Gazzetta dello Sport» trug Gisin keinen Airbag, der den Oberkörper schützen soll und freiwillig ist. «Derzeit tragen ihn rund 40 bis 45 Prozent der Fahrer», sagt Marco Pastore von der Herstellerfirma.

Die «Gazzetta» verglich den Sturz mit demjenigen von Giorgio Piantanida. Der Italiener hatte seine Karriere 1989 nach einem Sturz auf der gleichen Strecke beenden müssen. Im selben Jahr wurde auch Peter Müller von den Kamelbuckeln abgeworfen und erlitt unter anderem einen Kreuzbandriss.

Der Sturz von Gisin erinnert an jenen von Kitzbühel vor knapp vier Jahren, im Januar 2015. Damals war er im Super-G an der Hausbergkante gestürzt und hatte sich dabei ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. An den Folgen jener Verletzung hatte der Innerschweizer in den folgenden zwei Wintern – unter anderem wegen Schlaflosigkeit – zu leiden.

red/sda

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