Marcel Hirscher – Höhepunkte einer Karriere

Der Österreicher tritt per sofort zurück vom Skisport. Zeit für einen Rückblick.

Der Moment der Wahrheit: Marcel Hirscher verabschiedet sich vom Skisport. (Video: ORF)

67 Weltcupsiege, elf WM-Medaillen, acht grosse Kristallkugeln, drei Olympia-Medaillen. Das Palmares von Marcel Hirscher ist riesig, die Liste der Rekorde lang. Mit dem Österreicher hat sich am Mittwochabend der beste Skirennfahrer der Gegenwart vom Skisport verabschiedet. Zeit für einen Rückblick – auf vier seiner zahlreichen Höhepunkte.

In einer eigenen Liga

Marcel Hirscher auf dem Weg zu seinem dominantesten Sieg in Garmisch. (Bild: Keystone)

Im Ziel denkt er: «Das ist abartig. Spinne ich eigentlich? Ich bin doch ganz normal runtergefahren.» Um 3,28 Sekunden distanziert Hirscher am 1. März 2015 im Garmischer Riesenslalom den Zweiten Felix Neureuther. Nur Ingemar Stenmark gewann in dieser Disziplin Ende der 1970er-Jahre mit noch grösserem Vorsprung. Die Konkurrenz ist geschockt – eine italienische Zeitung fordert, die Zeitmessung müsse nachkontrolliert werden.

Der bedeutendste Rekord

Da kommt keiner heran: Hirscher gewinnt den Gesamtweltcup mit fast 700 Punkten Vorsprung. (Bild: Keystone)

Im März 2017 gewinnt Hirscher den Gesamtweltcup. Dominanter geht kaum – fast 700 Punkte beträgt die Reserve auf die ersten Verfolger. Es ist seine sechste grosse Kugel, was Rekord bedeutet – spätestens jetzt halten ihn viele Experten für den Besten in der Geschichte. «Das Unschaff­bare ist machbar geworden», sagt der Salzburger. Auf die Frage, wer denn der letzte Gesamtweltcupsieger war, der nicht Hirscher hiess, findet er keine Antwort.

Endlich Gold bei Olympia

Da ist sie, die Goldene: Marcel Hirscher jubelt in Pyeongchang und vollendet seine Sammlung. (Bild: Keystone)

Schwerer als ein Zementsack ist der Druck, der auf ihm lastet. Fast überall hatte Hirscher gewonnen bis Februar 2018, nicht aber bei Olympia – es droht die Unvollendete. Mit Gold in der Kombination (und später im Riesenslalom) behebt er aber den letzten Makel in seiner Karriere. Papa Ferdinand bricht im Live-Interview in Tränen aus. Der Junior giftet gegen seine Nörgler: «Nun können mir die Menschen, die es nicht gut mit mir meinen, nichts mehr vorhalten.»

Die Saison der Superlative

Kugeln über Kugeln: Die Dominatoren Hirscher und Mikaela Shiffrin präsentieren ihre prächtige Sammlung. (Bild: Keystone)

20 Weltcuprennen fährt Hirscher im Winter 2017/18. Er gewinnt deren 13, schliesst damit zu den Legenden Hermann Maier und Ingemar Stenmark auf, die bis anhin den Rekord der meisten Siege hielten. Der Österreicher gewinnt 6 von 7 Riesenslaloms, 7 von 9 Slaloms, holt 1620 Punkte. «Es funktioniert so gut wie noch nie», sagt der Seriensieger, der längst Grenzen verschoben hat. Dabei hatte er sich noch drei Monate vor der Saison den Knöchel gebrochen.

phr

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