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Kostelic tritt gegen den WM-Fluch an

Der Kroate Ivica Kostelic ist seit Jahren der überragende Kombinierer, zu Gold an Grossanlässen hat es ihm aber noch nicht gereicht. Klappt es heute in Schladming?

Das erste WM-Gold fest im Visier: Ivica Kostelic.
Das erste WM-Gold fest im Visier: Ivica Kostelic.
Keystone

Die statistischen Werte von Ivica Kostelic in der Kombination sind beeindruckend. Seit Januar 2010 sind im Weltcup elf Wettbewerbe ausgetragen worden, achtmal hiess der Sieger Kostelic. An Grossveranstaltungen ist seine Ausbeute mit zwei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen jedoch verhältnismässig bescheiden. Vor der Sonne stand ihm jeweils ein US-Amerikaner: 2006 in Sestriere überraschend Ted Ligety, 2010 in Whistler Bode Miller.

An Weltmeisterschaften hat es Kostelic überhaupt noch nicht zu Edelmetall gereicht. Vor vier Jahren in Val-d'Isère hatten ihn Rückenbeschwerden am Start gehindert, vor zwei Jahren verzichtete er aus freien Stücken auf die Teilnahme, weil er seinen Fokus vollends auf den Gewinn des Gesamtweltcups gerichtet hatte. Kostelic' Entscheid überraschte damals insofern, als dass ihm die grosse Kristallkugel aufgrund des gewaltigen Vorsprungs von über 500 Punkten auf den zweitplatzierten Didier Cuche schon zu jenem Zeitpunkt nicht mehr zu nehmen war.

Zum Selbstläufer wird die Superkombination heute in Schladming für Kostelic trotz aller bisheriger Meriten nicht. Mit Alexis Pinturault ist ihm ein echter Konkurrent erwachsen. Der aufstrebende Franzose hat im Januar mit dem überlegenen Triumph in Wengen und mit Platz 2 bei der Derniere der herkömmlichen Kombination in Kitzbühel seine Ambitionen mit Nachdruck angemeldet.

Im Vorfeld der WM hatten die österreichischen Skifans darauf hoffen können, dass auch Marcel Hirscher antreten würde. Der Salzburger entschied sich aber dafür, sich auf seine Kernaufgaben in Riesenslalom und Slalom zu konzentrieren und daneben lediglich den Teamwettkampf vom Dienstag zu bestreiten. Der Vergleich mit Kostelic und Pinturault hätte auf jeden Fall seinen Reiz gehabt.

Drei Bündner und ein Walliser

Die Schweiz tritt mit einem Aussenseiter-Quartett an. Carlo Janka hat mit Rang 3 in Wengen zwar Hoffnungen geschürt, um ein ähnliches Ergebnis zu erreichen, müsste für den Bündner aber alles perfekt passen. Vor allem in der Abfahrt ist eine klare Steigerung notwendig. «Sonst wird das nichts», sagte Janka nach der WM-Abfahrt, in der er über zweieinhalb Sekunden auf Weltmeister Aksel Svindal eingebüsst hatte.

Bei Silvan Zurbriggen bleibt abzuwarten, wie er die letzten stressigen Tage verarbeiten konnte. «Mit der Superkombination bietet sich mir die nächste Chance. Aber ich muss auch ehrlich sein. Im Moment sind die Batterien leer», sagte der Walliser nach dem gelungenen Auftritt in der Abfahrt, der mit Rang 6 belohnt wurde. Wie Janka verzichtete Zurbriggen auf die Teilnahme am Abfahrtstraining vom Sonntag.

Komplettiert wird die Schweizer Kombi-Delegation durch Marc Berthod und Sandro Viletta. Die beiden Engadiner, die das von lediglich 22 Athleten bestrittene Abfahrtstraining auf den Plätzen 4 und 5 beendet haben, stehen an dieser WM erstmals im Einsatz. Die erste Möglichkeit hatte Viletta verpasst, als er in der internen Ausscheidung um einen Startplatz im Super-G gegen Zurbriggen den Kürzeren zog.

Startliste Abfahrt (12.00 Uhr): 1 Martin Vrablik (Tsch). 2 Brice Roger (Fr). 3 Ryan Cochran-Siegle (USA). 4 Cristian Javier Simari Birkner (Arg). 5 Marc Berthod (Sz). 6 Juri Danilotschkin (WRuss). 7 Ondrej Bank (Tsch). 8 Silvan Zurbriggen (Sz). 9 Andreas Romar (Fi). 10 Benjamin Raich (Ö). 11 Matthias Mayer (Ö). 12 Siegmar Klotz (It). 13 Sandro Viletta (Sz). 14 Adrien Théaux (Fr). 15 Dominik Paris (It). 16 Romed Baumann (Ö). 17 Thomas Mermillod Blondin (Fr). 18 Carlo Janka (Sz). 19 Christof Innerhofer (It). 20 Aksel Lund Svindal (No). 21 Alexis Pinturault (Fr). 22 Ivica Kostelic (Kro). 23 Klemen Kosi (Sln). 24 Nikola Chongarov (Bul). 25 Georgi Georgiev (Bul). 26 Maciej Bydlinski (Pol). 27 Ted Ligety (USA). 28 Alexander Choroschilow (Russ). 29 Adam Zampa (Slk). 30 Matteo Marsaglia (It). - Slalom ab 18.15 Uhr.

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