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«Ich habe mit der Tournee Frieden geschlossen»

Der Sieg der Vierschanzentournee fehlt noch im Palmarès von Simon Ammann. Vor dem Eröffnungsspringen am Sonntag ist der Toggenburger aber gelassen.

Hat in dieser Saison schon zwei Weltcupsiege: Simon Ammann.
Hat in dieser Saison schon zwei Weltcupsiege: Simon Ammann.
Reuters

Die Chancen auf den ersten Sieg in der Prestige-Serie über die Neujahrstage stehen gut: Zwei Weltcup-Siege in der laufenden Saison, Rang 2 bei der Hauptprobe am Sonntag in Engelberg, körperlich fit, an der Materialfront alles im Griff, erstmals Weihnachten mit dem eigenen Sohn und mit 33 Jahren immer noch hungrig auf Erfolg. Einmal mehr nimmt Simon Ammann die Tournee mit günstigen Vorzeichen in Angriff. Geklappt hat es für den Toggenburger noch nie - für keinen Eidgenossen in den bislang 62 Tourneen. Ein Schweizer Erfolg scheint überfällig.

Der Showdown beginnt am Sonntag am Schattenberg. In Oberstdorf lässt sich die Vierschanzentournee noch nicht gewinnen, aber man kann sie bereits verlieren. Das prominenteste Beispiel im Vorjahr hiess Kamil Stoch, der Ende Saison Doppel-Olympiasieger in Sotschi wurde und den Gesamtweltcup gewann. Der Pole war als Weltcup-Führender und Top-Favorit ins Allgäu gereist, erlitt als 13. einen Absturz und wurde im Overall-Klassement bloss 7. Damit war er vom Favoriten-Trio mit Gregor Schlierenzauer (8.) und Severin Freund (16.) noch am besten bedient.

Mit Platz 3 hingegen hatte sich der spätere Tourneesieger Thomas Diethart bereits in Position gebracht. Der Youngster aus dem österreichischen Team überflügelte in der Gesamtwertung schliesslich noch den Auftaktsieger Ammann und seinen Landsmann Thomas Morgenstern, der nach seinem ersten von zwei schweren Stürzen in der vergangenen Saison quasi vom Spitalbett aufs Tourneepodest sprang.

Ammann ist mit der Schanze in Oberstdorf bestens vertraut. Auf keiner Schanze, abgesehen von Einsiedeln, hat er mehr Trainingssprünge absolviert. Die zwei Siege 2008 und 2013 zählen zu seinen schönsten der 23 Erfolge im Weltcup. Macht er nun im Rahmen der Tournee das zweite Dutzend voll und schliesst womöglich mit dem Gesamtsieg die letzte nennenswerte Lücke in seinem Palmarès? Der Olympia-Sieg, der Weltmeister-Titel, das Gold als Skiflug-Weltmeister (alle drei im Einzel), der Gewinn des Gesamtweltcups und der Triumph an der Vierschanzentournee bilden die fünf Monumente im Skispringen. Einzig der exzentrische Finne Matti Nykänen hat alles gewonnen, auf vier Highlights bringen es von den Aktiven derzeit nur Ammann und Schlierenzauer, wobei der Österreicher für den fehlenden Olympiasieg mindestens bis 2018 warten muss.

«Ich habe mit der Tournee schon lange Frieden geschlossen», betonte Ammann. Er sieht die Sache wohl entspannter als viele Beobachter, die sich immer wieder auf den fehlenden Titel fokussieren. «Ob meine Ausgangslage diesmal perfekt ist, lässt sich erst im Nachhinein beurteilen», sagte der Schweizer. Letztes Jahr hatte er in Oberstdorf als Aussenseiter gewonnen. Diesmal sieht er sich weiter vorne, aber nicht in der Pole-Position: «Roman Koudelka springt sehr stark, Michael Hayböck ist ein Geheimfavorit.» Das Feld präsentiert sich diesen Winter mit sieben Siegern aus neun Springen ausgeglichen. «Da wittern viele andere auch ihre Chance», meinte Ammann. «Ich bin zufrieden mit meiner Ausgangslage. Wenn aber wie letztes Jahr ein Überflieger auftaucht, wird es schwierig.»

Optimistischer Trainer

«Die Menge der sehr guten Wettkampfsprünge stimmt mich zuversichtlich», meinte der Schweizer Trainer Martin Künzle. «Jetzt gilt es, im Rhythmus zu bleiben.» Dass Ammann in Oberstdorf als Schweizer Solist auftritt und keine Teamkollegen um sich hat, sieht Künzle nicht als Nachteil. Ammann reise erst am Freitagabend an und sei dann bereits auf die Qualifikation vom Samstag und den Wettkampf vom Sonntag fokussiert.

Zum Neujahrsspringen stossen Gregor Deschwanden, Killian Peier und Gabriel Karlen hinzu. Deschwanden und Peier absolvieren am Wochenende den Continental Cup in Engelberg. Die Nichtselektion ist für beide bitter. Peier hatte zuletzt in Engelberg nur zwei magere Sprünge gezeigt, aber diese ausgerechnet im Wettkampf. Deschwanden geriet in eine Negativspirale und wartet immer noch auf den ersten Weltcuppunkt in dieser Saison.

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