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Hirscher im Hoch – Todesfall überschattet Rennen

Marcel Hirscher gewinnt bei seinem 50. Start in dieser Disziplin den Slalom in Madonna di Campiglio, das als 1500. Rennen in die Weltcup-Geschichte eingehen wird. Markus Vogel steigert mit Rang 6 seine Bestleistung.

Ein Jubilar dominiert das Jubiläum: Marcel Hirscher siegt überlegen.
Ein Jubilar dominiert das Jubiläum: Marcel Hirscher siegt überlegen.
Keystone

Die Jubiläums-Veranstaltung des Weltcups, der am 5. Januar 1967 mit einem Slalom in Berchtesgaden (De) seinen Anfang genommen hatte, war auch eine Rückkehr. Zum ersten Mal nach sieben Jahren Absenz war die alpine Elite wieder in Madonna di Campiglio zu Gast. Damals war Marcel Hirscher erst 16 Jahre alt und noch als einer unter vielen in FIS-Rennen unterwegs. Aus dem Talent ist längst ein Dominator geworden. Und die Rolle des überragenden Fahrers spielte der Salzburger im gestrigen Nacht-Slalom perfekt. Nach Bestzeiten in beiden Durchgängen wies er in der Schlussabrechnung einen Vorsprung von 1,67 Sekunden auf den Deutschen Felix Neureuther auf - eine Marge, die an die Auftritte des Amerikaners Ted Ligety bei dessen drei Riesenslalom-Siegen in diesem Winter erinnerte.

Hirscher wie Tomba

Hirscher hielt mit dem 14. Vollerfolg im Weltcup seine imponierende Serie aufrecht. Er klassierte sich in sämtlichen sieben technischen Wettbewerben in diesem Winter unter den ersten drei; sein saisonales Palmarès weist nun zwei Siege, drei zweite und zwei dritte Ränge aus. Damit steht Hirscher auf einer Stufe mit einem anderen (ehemaligen) Grossen der Zunft. Dem Italiener Alberto Tomba war Selbiges vor 21 Jahren gelungen.

Neureuther stellte seine ausgezeichnete Frühform erneut unter Beweis, nachdem er in den Slaloms in Levi (Fi) Siebenter und in Val d'Isère ebenfalls Zweiter geworden war. Zudem zeigte der Filius der einstigen Skiasse Rosi Mittermaier und Christian Neureuther auch im Riesenslalom starke Aufwärtstendenz. Keine Selbstverständlichkeit für einen, dessen Vorbereitung im Sommer und Herbst durch einen Bandscheibenvorfall beeinträchtigt gewesen war. Die Schmerzen waren just vor dem Prolog in Sölden zurückgekehrt und hatten Neureuther zum Verzicht auf den Start auf dem Rettenbach-Gletscher gezwungen.

Das Podium komplettierte ein Fahrer, den niemand auf der Rechnung hatte. Naoki Yuasa, der bisher über zwei fünfte Plätze nicht hinausgekommen war, sicherte sich als Drittklassierter als erster Japaner seit über sechs Jahren eine Platzierung unter den ersten drei. Als zuvor letztem Fahrer aus dem Land der aufgehenden Sonne war dies Akira Sasaki im März 2006 als Zweiter in Shigakogen gewesen. Yuasa hatte nach dem ersten Lauf lediglich Rang 26 eingenommen.

Vogels Steigerung um eine Position

Vogel hatte schon im ersten Lauf Kurs auf eine persönliche Bestmarke genommen. Mit einer guten Sekunde Rückstand auf die Bestzeit Hirschers nahm der Nidwaldner Platz 7 ein - just jene Klassierung, die er bis gestern als wertvollstes Resultat ausgewiesen hatte. Siebenter war Vogel im März 2011 im Slalom in Kranjska Gora (Sln) geworden. Seine gute Form hatte der gelernte Elektromonteur aus Beckenried zuletzt mit den Plätzen 3 und 2 in Europacup-Slaloms in Obereggen (It) und Pozza (It) angedeutet. Die verbesserte Performance schlug sich nun auch auf höchster Ebene nieder, nachdem bei den ersten beiden Auftritten im Weltcup in Levi (Fi) und in Val d'Isère die Ränge 17 beziehungsweise 18 herausgeschaut hatten.

Mit der Verbesserung der Bestleistung um eine Position sorgte Vogel auch für das zweitbeste Ergebnis eines Schweizer Alpinen im laufenden WM-Winter. Besser war bisher einzig Didier Défago als Fünfter im Riesenslalom in Sölden gewesen. Ein Lichtblick für das tief gesunkene und arg in die Kritik geratene Männer-Team von Swiss-Ski - ausgerechnet im Slalom, der noch bis vor kurzem als die Schweizer Sorgendisziplin schlechthin gegolten hatte.

Einen ersten kleinen Schritt auf dem Weg zurück tat Marc Gini. Der Bündner, der vor gut fünf Wochen in Levi nach 17 Monaten Absenz in den Weltcup zurückgekehrt, danach aber zu einer erneuten Pause und dem Verzicht auf die Teilnahme am Slalom in Val d'isère gezwungen war, sicherte sich mit Rang 23 seine ersten Punkte in diesem Winter. Gini hatte sich im vergangenen Jahr gleich zwei Operationen an den Knien unterziehen müssen; vorerst wurde ein Knorpelschaden gerichtet, später wurden Schleimhautfalten entfernt.

Todesfall von Torrichter

Überschattet wurde der Nachtslalom von Madonna di Campiglio durch einen unglücklichen Schicksalsschlag. Der 1. Lauf musste für 20 Minuten unterbrochen werden, weil ein 70-jähriger Torrichter an den Folgen eines Herzinfarkts starb.

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