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Der Berner Olympiasieger Mike Schmid tritt zurück

Am Tag des Weltcup-Auftakts im Montafon hat Skicrosser Mike Schmid seinen Rücktritt vom Spitzensport erklärt. Der Olympiasieger von 2010 verspürt zu starke Knieschmerzen.

Der Berner Olympiasieger Mike Schmid tritt zurück.
Der Berner Olympiasieger Mike Schmid tritt zurück.
Patric Mani

Schwere Knieverletzungen waren ein ständiger Begleiter in Schmids Karriere. Zwischen 2008 und 2013 erlitt der 31-jährige Berner Oberländer nicht weniger als vier Kreuzbandrisse, der fünfte kam am 19. Februar 2014 nach einer harten Landung im Training für den Olympia-Wettkampf von Sotschi dazu. Danach schaffte Schmid den Anschluss trotz grösster Anstrengungen nicht mehr. «Ich wollte in der Saison 2015/16 nochmals voll angreifen, habe in diesem Sommer sehr gut trainieren können und war sehr zuversichtlich, dass meine Knie wieder voll belastbar sind», erklärte er. «Nach mehreren Schneetrainings musste ich aber feststellen, dass ich immer wieder Schmerzen in den Knien habe und so in den Rennen nicht das volle Risiko eingehen kann.»

Der Rücktritt ist eine Kapitulation vor dem eigenen Körper. Nehmerqualitäten hat Schmid im mentalen Bereich - trotz früherer Gedanken an den Rücktritt - oft genug bewiesen. «Einmal mehr aufstehen als umfallen» lautete sein Motto. Schmids unerschütterlicher Glaube an seine Fähigkeiten und die Ruhe in entscheidenden Situationen halfen ihm auf und neben der Piste, mit Rückschlägen umzugehen. Das letzte Husarenstück in der Karriere des trotz häufiger Ausfälle stets integriert gebliebenen Teamleaders war die Olympia-Qualifikation 2014. Ende Januar des letzten Jahres hielt er in Kreischberg im sprichwörtlich letzten Moment dem Druck stand und löste das Ticket für Sotschi. Und das, obwohl er in der Zeitspanne in den vier Jahren davor nur gerade neun Weltcup-Rennen bestritten hatte.

Schmids grösster Erfolg war die Goldmedaille bei der Olympia-Premiere der Sportart Skicross im Jahr 2010. Dazu erreichte er 13 Podestplätze im FIS-Weltcup (sechs Siege) und gewann den Gesamt-Weltcup im Olympia-Winter 2009/10. An diese Leistungen konnte er - ausschliesslich gesundheitlich bedingt - nie mehr anknüpfen. «Leider haben mich seit Vancouver meine Verletzungen immer wieder zurückgeworfen.» Immer war das Knie betroffen, stets war ein Kreuzbandriss der Grund für lange Ausfälle. Allein zwischen seinem Triumph am Cypress Mountain und 2013 geschah das dreimal.

Für den nationalen Verband ist der Abgang des ersten Skicross-Olympiasiegers ein herber Verlust. «Mit diesem Rücktritt verlieren wir einen Athleten, der im ganzen Weltcup-Zirkus wie auch bei Swiss-Ski aufgrund seiner Fairness und Kollegialität äusserst beliebt war», betonte Sportdirektor Markus Wolf. Zukunftssorgen braucht sich Schmid keine zu machen. Der Familienvater wird seinen Beruf als Strassenbauer weiterführen und, «wohl mehr im Pulverschnee als auf Pisten», weiter skifahren.

si/mis

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