Cuche will mit einer Gipsschiene starten

Der 36-jährige Neuenburger zog sich im Training bei einem Sturz einen Daumenbruch zu. Dionys Glenz, Teamarzt von Swiss-Ski, äussert sich zur Verletzung.

Eingriff unumgänglich: Der Schweizer Teamarzt Dionys Glenz erklärt die gesundheitliche Situation von Didier Cuche. (Video: Skionline)

Didier Cuches Malheur passierte im Riesenslalom-Training in Oberjoch im Allgäu. Der Neuenburger stürzte und erlitt eine Mittelhandfraktur am linken Daumen. Die Hand wurde mit einem Gips ruhig gestellt, so dass Cuche den WM-Riesenslalom morgen Freitag in Garmisch voraussichtlich bestreiten kann. Das Rennen wird er mit einer Gipsschiene bestreiten.

Cuche wird sich aller Voraussicht nach einer Operation unterziehen müssen. Gemäss Dionys Glenz, Teamarzt von Swiss-Ski, soll der Eingriff Anfang kommender Woche vorgenommen werden. «Danach wird Didier Cuche eine kurze Pause einlegen müssen. In den Weltcup dürfte er in Kvitfjell zurückkehren», sagte der Doktor. In Norwegen stehen Mitte März zwei Abfahrten und ein Super-G im Programm.

Zwei Daumenbrüche in einem Jahr

Es ist erst ein gutes Jahr her, seit sich Cuche den Daumen der rechten Hand gebrochen hat. Ende Januar 2010 war er im Riesenslalom in Kranjska Gora (Sln) kurz vor dem Ziel gestürzt und hatte sich einen Tag später in der Schulthess-Klinik in Zürich einem operativen Eingriff unter Vollnarkose unterziehen müssen. Schon die in Whistler (Ka) ausgetragenen Rennen der Olympischen Spiele hatte er mit einer Spezialschiene an der Hand bestritten.

Im Riesenslalom in Garmisch würde Cuche zu den Aussenseitern für einen Medaillengewinn zählen. Im letzten Rennen vor dem WM-Auftakt in Hinterstoder war er Sechster geworden, im Dezember in Alta Badia hatte er Platz 4 erreicht. Noch ist allerdings nicht absehbar, welch grosses Handicap die eingegipste Hand beim rennmässigen Fahren sein wird.

Knieverletzung ohne Sturz

"Nicht schon wieder!" "Nicht auch noch der Benni!" "Hört denn das nie auf?" Die im Team-Wettkampf gewonnene Silbermedaille verkam bei den Österreichern mit einem Schlag zur Nebensache. Die Diagnose von Benjamin Raichs schweren Knieverletzungen liess die Stimmung im Lager des ÖSV auf den Tiefpunkt sinken.

Die Untersuchung in einer Privat-Klinik in Innsbruck brachte den niederschmetternden Befund, dass der Pitztaler am linken Knie einen Riss des vorderen Kreuzbandes, einen Knorpelabbruch des äusseren Schienbeinkopfes und einen Teileinriss des äusseren Meniskus erlitten hat. Raich zog sich die Verletzungen bei seiner ersten Fahrt des als Parallel-Riesenslalom ausgetragenen Wettkampfs im Viertelfinal gegen den Kroatan Natko Zrncic-Dim ohne zu stürzen zu. Er wurde bereits operiert.

Das grosse Pech beim ÖSV

Raich ist seit Anfang Januar der fünfte Weltcup-Fahrer aus dem Österreichischen Skiverband mit einer schwerwiegenden Verletzung. Die schwarze Serie hatte mit dem fatalen Unfall von Hans Grugger in der "Mausefalle" auf der Streif in Kitzbühel begonnen. Mario Scheiber mit einem Schlüsselbein- und Nasenbein-Bruch und Georg Streitberger mit einem Bruch des äusseren Schienbeinkopfes sind seit ihren Stürzen in Chamonix ausser Gefecht. Marcel Hirscher brach sich in Hinterstoder das Kahnbein am linken Fuss.

Bis gestern war Raich vor gravierenden Verletzungen verschont geblieben. Einzig der Rücken bereitete ihm ab und zu Probleme. Gleichwohl gehörte er seit Jahren zu den Kritikern an den immer breiter gewordenen taillierten Ski. Noch vor wenigen Tagen hatte er beim Internationalen Skiverband FIS seine Bedenken ein weiteres Mal platziert. Raichs mahnende Worte verhallten bislang mehrheitlich ungehört – seit gestern auch zu seinem eigenen Leidwesen.

can/son/si

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