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Zürcherin macht Bern glücklich

Nachdem sie am Freitag Steeple-Rekord gelaufen ist, gewinnt Fabienne Schlumpf den 31. Frauenlauf von Bern – als erst vierte Schweizerin.

Tolle Stimmung, buntes Ambiente: Start zum Frauenlauf.
Tolle Stimmung, buntes Ambiente: Start zum Frauenlauf.
Thomas Delley, Keystone

Sie hatte einen Plan, und sie zog ihn durch. Fabienne Schlumpf, die Schweizer Rekordhalterin über 3000 m Steeple, liess sich in Berns Innenstadt weder von der Hitze noch von ihren Gegnerinnen vom ehrgeizigen Vorhaben abbringen. Nach ihrem letztjährigen 2. Platz am Schweizer Frauenlauf wollte die Zürcherin das Rennen über 5 km nun gewinnen – was ihr auf eindrückliche Weise auch gelang. Etwelche Bedenken, sie könnte noch müde sein von ihrem Start am Freitagabend in Belfort (FRA), hatte sie zerstreut, indem sie sagte, sie sei einen solchen Wettkampf-Rhythmus gewohnt. Es war ein spezieller Frauenlauf, der den Veranstaltern angesichts der Temperaturen einige Sorgen bereitet hatte. 14 500 Läuferinnen und Walkerinnen hatten sich angemeldet, 13 264 erreichten das Ziel. Die Sanität hatte zwar mehr zu tun als üblich, ein ernsthafter medizinischer Vorfall ereignete sich aber nicht. Und natürlich wurde der Event nicht nur durch die Anwesenheit von Bundesrätin Simonetta Sommaruga zur besonderen Ausgabe, sondern auch durch den Coup von Schlumpf. Sie ist erst die vierte Schweizer Siegerin und die erste seit Mirja Jenni vor neun Jahren. Vor dieser waren Cornelia Bürki (2-mal) und Jeanne-Marie Pipoz erfolgreich gewesen.

Schlumpf lief ein taktisch cleveres Rennen und distanzierte die letztjährige äthiopische Siegerin Helen Bekele Tola in 16:32 Minuten um fast eine halbe Minute. Sie habe am Anfang kein Interesse gehabt, das Tempo zu machen. «Ich habe unterwegs dann entschieden, dass ich auf dem vierten Kilometer angreifen werde», sagte sie, «und wenn, dann gleich richtig.» Ihr Vorgehen sollte den anderen wehtun – und tat es auch. Niemand hatte ihrem Vorstoss etwas entgegenzuhalten, auch Bekele nicht. Schlumpf kennt derzeit offenbar keine Hindernisse. Ihren eigenen Steeple-Rekord verbesserte sie am Freitag in 9:26,86 Minuten um rund vier Sekunden, womit ihr mit dem Sieg in Bern eine Art Doppelschlag gelang.

Bernerinnen auf Ehrenplätzen

Sie befindet sich hinsichtlich der WM im August in London in einer Art Steigerungslauf. Erstmals in ihrer Karriere versucht sie sich am Höhentraining und hofft auf dessen Effekt. Bis zur WM soll sie vier Blöcke à drei Wochen absolviert haben, so hat das ihr Trainer und Lebenspartner Michael Rüegg geplant: Höhenzimmer in Magglingen, Südafrika und zweimal St. Moritz. Am Freitag fuhr sie dann direkt nach Frankreich.

Schlumpf betont, dass sie von ihrer robusten Konstitution profitiere, «ich bin nie krank, ich weiss gar nicht, was es heisst, das Bett zu hüten», sagt sie. Nur darauf führt sie den grossen Schritt, den sie seit dem vergangenen Jahr gemacht hat, aber nicht zurück. Immerhin hatte sie sich da schon für den Olympiafinal qualifiziert. Der Lohn sind Einladungen an Diamond-League-Meetings – am Donnerstag wird Schlumpf in Oslo antreten, Anfang Juli dann in Paris.

Mit Berglauf-Weltmeisterin Martina Strähl verpasste im Schlussspurt auf dem Bundesplatz eine zweite WM-Teilnehmerin (Marathon) das Podest um nur eine Zehntelsekunde. Hinter sich liess sie dabei aber die beiden Bernerinnen Valérie Lehmann und die erst 17-jährige Delia Sclabas, die am Freitag ebenfalls in Belfort ihre persönliche Bestzeit über 800 m in 2:04,30 um fast dreieinhalb Sekunden verbessert hatte. Auch für sie scheint es derzeit keine Hindernisse zu geben.

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