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Wer gab Sterlings rassistische Aussagen an die Medien weiter?

Nachdem der NBA-Clubbesitzer Donald Sterling durch seine umstrittenen Bemerkungen in Ungnade gefallen war, beschäftigt die Öffentlichkeit in den USA nun vor allem eine Frage.

Wer hatte ein Interesse an der Weitergabe der umstrittenen Tonaufnahmen? Donald Sterling an einem NBA-Spiel. (21. April 2014)
Wer hatte ein Interesse an der Weitergabe der umstrittenen Tonaufnahmen? Donald Sterling an einem NBA-Spiel. (21. April 2014)
AFP
Zwist mit medialen Folgen: Donald Sterling und seine ehemalige Freundin Vanessa Stiviano streiten sich, wobei der Clubbesitzer rassistische Aussagen macht. Das Gespräch wird publik – die Öffentlichkeit in den USA ist empört.
Zwist mit medialen Folgen: Donald Sterling und seine ehemalige Freundin Vanessa Stiviano streiten sich, wobei der Clubbesitzer rassistische Aussagen macht. Das Gespräch wird publik – die Öffentlichkeit in den USA ist empört.
Keystone
Der ehemalige Basketball-Superstar Shaquille O'Neal fordert die Ablösung von Sterling als Clubboss.
Der ehemalige Basketball-Superstar Shaquille O'Neal fordert die Ablösung von Sterling als Clubboss.
Reuters
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Ein Bekannter der Freundin von Donald Sterling soll die Aufnahme der rassistischen Bemerkungen des NBA-Clubbesitzers an das Internetportal TMZ weitergegeben haben. Der Anwalt von Sterling-Freundin V. Stiviano sagte am Donnerstag, die entsprechenden Mitschnitte seien von seiner Mandantin zur Sicherheit an einen anonymen Freund weitergegeben worden – für den Fall, dass irgendetwas passiere. Details dazu, was Stiviano zur Weitergabe der Gesprächsschnipsel getrieben habe, nannte er nicht.

«Sie ist ein junges Mädchen, das unfreiwillig mitten in diese Sache geworfen wurde», sagte Anwalt Siamak Nehoray. Die 31-Jährige hatte das besagte Telefonat mit Sterling im vergangenen September aufgezeichnet – mit beiderseitiger Zustimmung, wie Nehoray sagte.

«Unglaublich beleidigende rassistische Äusserungen»

Sterling hatte in dem Gespräch mit ihr Dunkelhäutige beleidigt und Stiviano verboten, dass die 31-Jährige sie zu Spielen seines Clubs, den Los Angeles Clippers, mitbringe. Die Unterredung rief in den US-Medien ein breites Echo hervor. Selbst US-Präsident Barack Obama hatte sich eingeschaltet und Sterlings Aussagen als «unglaublich beleidigende rassistische Äusserungen» verurteilt.

NBA-Chef Adam Silver verhängte gegen Sterling eine lebenslange Sperre und eine Geldstrafe von 2,5 Millionen Dollar.

In welcher genauen Beziehung Sterling und Stiviano zueinander standen, ist nicht im Detail klar. Stiviano arbeitete als Archivistin für den Clippers-Boss und wurde laut Nehoray in der Öffentlichkeit falsch dargestellt. Sterling und Stiviano seien Freunde, hätten aber niemals eine intime Beziehung gehabt.

Luxuriöse Geschenke

Dennoch hatte der Clippers-Boss für die junge Frau Geburtstagsfeiern organisiert und ihr luxuriöse Geschenke im Millionenwert gemacht. Sterlings Ehefrau Rochelle verklagte Stiviano im März und forderte die Rückgabe der Präsente.

Die Clubbesitzer der Basketball-Profiliga NBA wollen den in Ungnade gefallenen Sterling nun so schnell wie möglich aus ihren Reihen verbannen. Dessen Zeit als Boss der Los Angeles Clippers solle «so zügig wie möglich» beendet werden, teilte der Beirat der Clubeigentümer am Donnerstag nach einer ersten Telefonkonferenz mit. In der Runde ging es um die Zukunft des 80-jährigen Sterling.

NBA-Boss Silver will Sterling zum Verkauf der Clippers zwingen. Dazu wäre jedoch die Zustimmung von drei Vierteln der 30 Clubbesitzer nötig. Der Liga-Chef hatte sich optimistisch gezeigt, dass diese Zahl erreicht werde. Eine Reihe bekannter Namen bekundete bereits Interesse an einem Kauf der L.A. Clippers, darunter Talkshow-Queen Oprah Winfrey und Ex-Boxchampion Floyd Mayweather junior. Sterling besitzt den Club bereits seit 1981.

AP/chk

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