Zum Hauptinhalt springen

Volleyball: Münchenbuchsee in den Cup-Halbfinals

Münchenbuchsee schaffte erstmals in der Vereinsgeschichte den Einzug in die Cup-Halbfinals. Deshalb wird nun auch über die Feiertage weitertrainiert.

Der Block (links Gilberto Herrera, rechts Lukas Urfer) war gestern eine Schwachstelle. Trotzdem gelang Münchenbuchsee die Halbfinal-Qualifikation im Cup. Foto: Marcel Bieri Gilberto Herrera, (L) und Lukas Urfer (R) VBC Muenchenbuchsee blocken. (Marcel Bieri)
Der Block (links Gilberto Herrera, rechts Lukas Urfer) war gestern eine Schwachstelle. Trotzdem gelang Münchenbuchsee die Halbfinal-Qualifikation im Cup. Foto: Marcel Bieri Gilberto Herrera, (L) und Lukas Urfer (R) VBC Muenchenbuchsee blocken. (Marcel Bieri)

Eine Minute vor halb vier Uhr kam die Erlösung: Gilberto Herrera, der einzige ausländische Spieler beim VBC Münchenbuchsee, schlug den Ball, der via den Block von Ecublens im Aus landete: Der Kubaner machte den Punkt, der den vierten Satz und zugleich das Spiel entschied; 3:1 (25:21, 25:23, 19:25, 25:23) gewannen die Berner den Cup-Viertelfinal vor heimischem Publikum gegen die Gäste aus dem Waadtland.

Der Punkt erlöste die Seeländer von einigem: vom Krampf, der diese Partie gewesen war, vom Druck, dem sie in der Rolle als klarer Favorit standhalten mussten (und standgehalten hatten), und von ebendieser Rolle, die ihnen so gar nicht behagt. «Wir konnten davon ausgehen, dass es ein schwieriges Spiel werden würde», sagte Benjamin Heimgartner nachher. «Aber dass es grad so ein Krampf wird, hätten wir nicht gedacht.» Der 26-Jährige, der nach einem Jahr bei Sursee (NLA) zu Münchenbuchsee zurückgekehrt war, sprach von fehlender Lockerheit, die sich in Abstimmungsfehlern gezeigt habe. «Jeder wollte seine Sache wohl extra gut machen.» Bereits beim Spiel am Samstag in der Meisterschaft gegen Lutry-Lavaux, das sie mit 3:1 gewannen, hätten sie den Kopf beim Cup gehabt.

Die Ungeschlagenheit zu Hause wollte man auch am Sonntag wahren. Gegen Ecublens schlichen sich aber viele Fehler ein. «Ungewohnt viele», wie Passeur Michael Müller – auch er ein Rückkehrer – sagte. «Wir verschenkten so in jedem Satz fünf, sechs, sieben Punkte.» Münchenbuchsee liess Ecublens immer wieder nahe herankommen oder sogar in Führung gehen. «Auch am Block leisteten wir wenig Gegenwehr. Das ist normalerweise unsere Stärke», so der 28-Jährige. Die Waadtländer fanden die Lücken oder schlugen den Ball so, dass er den Berner Block bloss touchierte.

Vermeintliche Vorentscheidung

Nach Sätzen war Münchenbuchsee 2:0 in Führung gegangen. Auch im dritten lagen sie 13:8 vorne – ein nur vermeintlich vorentscheidender Vorsprung. Denn Ecublens gelangen sechs Punkte in Folge, und nun lag Münchenbuchsee 13:14 zurück. Der Gegner servierte immer wieder auf Urs Kolb, den «Cup-Libero» der Seeländer. Dem Vereinspräsidenten, der normalerweise in der zweiten Mannschaft (1. Liga) spielt, schien gar nichts mehr zu gelingen. «Das verunsicherte mich, aber auch das Team», so der 36-Jährige. Der dritte Satz ging an den Gegner, der damit auf 2:1 verkürzte und das Spiel weiter offenhielt.

Gleicher Start, taktische Wechsel

So wurde auch die Leidenszeit von Trainer Jürg Wüthrich an der Seitenlinie verlängert, für den es «wohl noch mehr ein Krampf» war als für die Spieler: «Es lief nie wie am Schnürchen.» Er hatte mit den gleichen sechs Spielern gestartet – neben Müller, Heimgartner und Herrera spielten Stefan Nüesch, Lukas Urfer und Fabio Zulauf – wie gegen das NLA-Team von Laufenburg-Kaisten, das Münchenbuchsee im Achtelfinal geschlagen hatte. Die Wechsel, die er machte, seien allesamt «aus taktischen Gründen» gewesen. Patrick Trachsel, der in allen vier Sätzen spielte, verwirrte den Gegner mit seinen unkonventionellen Aufschlägen aus dem Stand rund neun Meter hinter der Grundlinie. Und Matthias Schönthal brachte Varianten ins Passspiel der Seeländer.

Wunschgegner Lugano

Kolb und das Team fingen sich, entschieden den vierten Satz und somit das Spiel für sich und stehen nun erstmals in der Vereinsgeschichte im Cup-Halbfinal, als einziges NLB-Team neben den A-Ligisten Näfels, Lausanne und Lugano. Heute wird der Gegner ausgelost, den Münchenbuchsee empfängt. Als Wunschgegner bezeichnen Spieler wie Trainer Lugano. Die Tessiner liegen in der NLA auf dem zweitletzten Platz; Näfels ist Erster, Lausanne belegt nur zwei Punkte dahinter Rang 4. «Aber auch gegen Lugano wären wir der klare Aussenseiter», sagt Wüthrich. «Was jetzt folgt, ist sowieso das Sahnehäubchen.» Trotzdem will Münchenbuchsee gut vorbereitet antreten und trainiert deshalb auch über die Feiertage. Den möglichen Final in der Wankdorfhalle will man nicht einfach verschenken.

Neben dem Heimrecht hat Münchenbuchsee im Halbfinal am 10. Januar aber einen weiteren Vorteil: Sie sind dann die Aussenseiter.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch